Update: 01.06.2020

In den letzten beiden Jahren erschienen zahlreiche hochwertige VR-Filme, -Videos und -Dokus. Eine Auswahl der besten Werke haben wir euch hier zusammengestellt.

Es gibt zwar eine ganze Menge VR-Filme, -Dokus und andere Videos, aber welche davon sind richtig gut? Welche kann ich mir mit meiner VR-Brille (Vergleich) anschauen?

Nachfolgend findet ihr eine alphabetisch geordnete Auswahl der VR-Filme, die die Redaktion in den letzten Jahren besonders beeindruckt hat.

Letztes Update: 01.06.2020

  • Komplette Überarbeitung und Restrukturierung
  • Neue Filme hinzugefügt: Gloomy Eyes, The Key, Travelling While Black, Wolves In The Walls, Songbird, Notes On Blindness, Lucid, Bonfire

Age of Sail

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Valve Index

In “Age of Sail” erlebt ihr die Geschichte eines alten Seemanns, der auf hoher See eine geheimnisvolle junge Frau aus dem Meer gefischt hat. Das Mädchen bleibt bei ihm – und der Seemann schöpft neue Hoffnung.

Age of Sail ist das bislang längste und vielleicht ambitionierteste VR-Filmprojekt von Googles Spotlight Studios.

  • Age of Sail ansehen: Kostenlos für iOS und Android sowie auf Steam erhältlich

Bonfire (Lagerfeuer)

  • Art: Animation, Story, Interaktiv
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S)

In Bonfire sucht die Menschheit nach einer Alternative zur mittlerweile übel zugerichteten Erde. Ihr seid in diesem Film selbst der Space Scout und findet eine mögliche neue Heimat – doch dummerweise stürzt ihr mit der Raumkapsel auf den fremden Planeten ab. Schnell wird klar: Ihr seid nicht allein…

Bonfire, im Oculus-Store unter dem Titel „Lagerfeuer“ erschienen, ist ein weiterer Animationsfilm der Baobab Studios. Auch wenn er grafisch nicht mit Crow: The Legend (siehe dazu den nächsten Eintrag in dieser Liste) mithalten kann, so gelingt ihm doch für einen Film etwas sehr Außergewöhnliches: Der Film ist komplett interaktiv während die VR-Nutzer selbst die Hauptperson spielen. Dieser Mix aus Spiel und Film macht Spaß und bringt einige überraschende Momente. Leider gibt es die Erfahrung nur in Englisch.

Crow: The Legend

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: Oculus Go, Oculus Rift (S)

Nach den ebenfalls sehenswerten “Asteroids!” und “Invasion!” ist “Crow: The Legend” der dritte VR-Animationsfilm der Baobab Studios. Der Film basiert auf einer Legende der Lenape-Indianer, die von einer paradiesischen Tierwelt vor der Ankunft der Menschen handelt.

Als die Eiszeit anbricht und die Tiere wegen der anhaltenden Kälte in Not geraten, erscheint plötzlich ein bunter Vogel, der den Tieren neue Hoffnung gibt. Produziert ist Crow in bester Pixar-Manier und mit bekannten englischen Stimmen wie Oprah Winfrey und Tye Sheridan. Gerade das jüngere Publikum dürfte große Freude haben an der humorvollen und bunten Interpretation der rund 22-minütigen Indianergeschichte.

Dear Angelica

  • Art: Story, Kunst
  • VR-Brillen: Oculus Go, Oculus Quest, Oculus Rift (S)

Dear Angelica erzählt die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die sich an ihre verstorbene Mutter erinnert, eine erfolgreiche Schauspielerin.

Der VR-Film ist etwas Besonderes, weil er nicht nur für Virtual Reality, sondern sogar in Virtual Reality gemacht wurde. Er erinnert an ein begehbares, lebendiges Gemälde. Bei jedem weiteren Durchgang entdeckt ihr neue Details.

Dispatch

  • Art: Story, Experimentell
  • VR-Brillen: Oculus Rift (S)

Ein Mörder, der eine Stadt unsicher macht. Sein Opfer, das auf der Flucht ist. Ein Polizist, der Leben zu retten versucht.

Dispatch ist einer der spannendsten VR-Filme und beeindruckt mit einem außergewöhnlichen Stil: Umgebungen und Figuren werden als grobe Polygonmodelle ohne Texturen angedeutet. Die Vorstellungskraft ergänzt, was das Auge nicht sieht – das entfaltet eine ganz besondere Wirkung, wie man sie von herkömmlichen Filmen nicht kennt.

Gloomy Eyes

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Quest, Oculus Rift (S), Valve Index, Windows MR

Gloomy Eyes ist ein weiterer VR-Animationsfilm. In drei Episoden erlebt ihr die originelle Geschichte des kleinen Zombies Gloomy, der so gar nichts mit anderen Zombies anfangen kann. Stattdessen verliebt er sich in ein Menschenmädchen – ausgerechnet die Nichte des größten Zombie-Jägers auf Erden.

In der postapokalyptischen und mystischen Welt finden sich viele Parallelen zu realen gesellschaftlichen Missständen wie Ausgrenzung und Fremdenhass. Gloomy Eyes ist hochwertig produziert und es gibt sogar eine deutsche Synchronfassung. Dank der detailreichen Animationen lohnt es sich, den rund 30-minütigen Film auch ein zweites Mal anzusehen.

Henry

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: Oculus Go, Oculus Quest, Oculus Rift (S)

Der Klassiker unter den Oculus-Filmen: Die charmant erzählte Freundschaftsgeschichte des kleinen Igels Henry konnte 2016 als erster VR-Film einen Emmy gewinnen.

Henry erzählt in wenigen Minuten die Geschichte eines Igels, der gerne Freunde hätte – aber von seinen Stacheln daran gehindert wird: Jede Umarmung endet in einer Katastrophe. Ihr nehmt in Henrys Wohnzimmer Platz und beobachtet den Handlungsverlauf in 360-Grad.

In Memory

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Valve Index

Das Kriegsopfer Jedrick wird jahrelang in einer Zelle gefangen gehalten. Sein einziger Ausweg aus der Enge sind seine Erinnerungen. Mit der VR-Brille taucht ihr in seine Vergangenheit ein.

In Memory zeigt, dass Erinnerungen wie eine virtuelle Realität sein und damit Trost spenden können: Sie lassen euch in eine andere, alternative Wirklichkeit fliehen.

Lucid

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S)

Lucid vereint zwei große Trends bei Virtual Reality-Filmen: Abtauchen in fremde Erinnerungen und hervorragende Animationen.

Der Film erzählt von der jungen Astra, die sich von ihrer sterbenden Mutter verabschieden will. Dafür begibt sie sich mit Hilfe einer neuen Technik in das Bewusstsein ihrer Mutter. Doch die denkt noch nicht ans Sterben und beschert ihrer Tochter eine wilde Abenteuerreise durch ihre Fantasie.

Tränen sind bei Lucid garantiert: Selten gab es eine so runde, emotionale und gleichzeitig humorvolle Geschichte in Virtual Reality. Die Spielzeit beträgt 16 Minuten.

Miyubi

  • Art: Spielfilm
  • VR-Brillen: Oculus Rift (S)

Miyubi ist der erste Spielfilm der Doku-Spezialisten Felix & Paul. Mit einer Spieldauer von rund 40 Minuten ist er einer der längsten VR-Spielfilme überhaupt.

Miyubi spielt in den frühen 80er Jahren und erzählt die Geschichte einer durchschnittlichen US-Familie. Der Zuschauer schlüpft in die Rolle des kleinen, namengebenden Spielzeugroboters Miyubi, der die Familie über viele Jahre hinweg begleitet. Technisch ist Miyubi auf höchstem Niveau und in 3D produziert und spannend erzählt.

  • Miyubi ansehen: Kostenlos im Oculus Rift-Store erhältlich
  • Weitere Informationen: Filmbesprechung zu Miyubi

Notes On Blindness

  • Art: VR-Erfahrung, Dokumentation
  • VR-Brillen: Oculus Go, Oculus Quest, Oculus Rift (S)

Notes On Blindness ist eine der ältesten Erfahrungen in dieser Liste und war zur Veröffentlichung 2016 ihrer Zeit schon weit voraus.

In den 80er Jahren erblindete Theologe und Autor John Hull nach und nach. Seine Erfahrungen, die er auf Tonband festgehalten hat, sind die Grundlage für diese VR-Erfahrung. In schemenhaften Szenen erlebt ihr, wie es ist, langsam sein Augenlicht zu verlieren und immer mehr auf Geräusche und Töne angewiesen zu sein. Eindringlich und interaktiv erlebt ihr damit einen wahren Klassiker.

Hinweis: Gute Kopfhörer sind empfehlenswert!

Pearl

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Valve Index

In “Pearl” nehmt ihr als Beifahrer in einem alten Chevy Platz. Aus dieser Perspektive werdet ihr Zeuge einer Vater-Tochter-Beziehung, die sich über 20 Jahre erstreckt.

Pearl ist ein berührender Kurzfilm, der in einer 2D-Fassung sogar für einen Oscar nominiert war.

  • Pearl ansehen: Kostenlos auf Steam erhältlich oder als 360-Grad-Video auf YouTube.

Songbird

  • Art: Animation, Dokumentation
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S)

Diese VR-Erfahrung ist visuell ein Animationsfilm, inhaltlich aber eine Dokumentation und ein meisterhaft erzähltes Märchen über die Natur und unseren Umgang mit ihr.

In einem exotischen Wald macht ihr euch auf die Suche nach einem Vogel mit dem wunderlichen Namen ʻōʻō . Er ist bekannt für seine wunderschöne Singstimme und beinahe ausgestorben. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Ornithologen Dr. Jim Jacobi erzählt, dem 1976 die letzten Tonaufnahmen des Vogels gelangen.

Diese Aufnahmen sind in dem rund 10-minütigen Film zu hören und bilden zusammen mit Originalgeräuschen aus dem Regenwald und den Animationen in 3D und 2D eine unvergessliche Gesamtkomposition.

  • Songbird ansehen: Kostenlos auf Viveport oder als 360°-Version auf YouTube

Space Explorers

  • Art: Dokumentation
  • VR-Brillen: Oculus Go, Oculus Rift (S)

Astronauten bereiten sich physisch und psychisch in unwirtlichen Umgebungen auf ihre Weltraummissionen vor. Dort setzen sie sich Extrembedingungen aus.

Space Explorers lässt VR-Nutzer aus nächster Nähe an dieser Ausbildung teilhaben. Die Dokumentation bietet rund 40 Minuten Unterhaltung in hervorragender 3D-Bildqualität.

Hinweis: Für maximale Bildqualität solltet ihr die Videos herunterladen und nicht streamen.

Spheres

  • Art: Animation, VR-Erfahrung
  • VR-Brillen: Oculus Rift (S), HTC Vive (Pro, Cosmos), Valve Index

Selten habt ihr die Gelegenheit, euch dem Kosmos so nahe zu fühlen wie in Spheres. Der VR-Film inszeniert kosmische Vorgänge als interaktives, audiovisuelles Feuerwerk.

Ihr geratet in den Sog eines Schwarzen Lochs, lauscht den Klängen des Alls und lernt, was den kleinen, blauen Punkt im All so besonders macht. Astronomie-Fans – und wahrscheinlich alle anderen auch – werden beeindruckt sein.

  • Spheres kaufen: Die drei Episoden “Chorus of the Cosmos”, “Songs of Spacetime” und “Pale Blue Dot” sind für zehn Euro im Oculus Rift-Store erhältlich

The Great C

  • Art: Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Valve Index

Der halbstündige Roomscale-Film greift eine Kurzgeschichte des Sci-Fi-Kultautors Philip K. Dick auf: In einer dystopischen Zukunft herrscht ein allmächtiger Computer über die Welt. Jedes Jahr fordert er ein Menschenopfer, nur dann verschont er den Rest der Menschheit.

The Great C ist spannend erzählt und aufwendig inszeniert. Sci-Fi-Fans sollten sich den Film nicht entgehen lassen.

The Key

  • Art: Story, Kunst
  • VR-Brillen: Oculus Quest, Oculus Rift (S)

Der VR-Film wurde im Rahmen des Oculus VR for Good-Programms entwickelt und hat gleich auf Anhieb mehrere große Festivalpreise abgestaubt.

Ihr trefft darin auf Alice, die ihr Gedächtnis verloren hat. Um den Schlüssel zu ihren Erinnerungen zu finden, müsst ihr ihre Erlebnisse in Form von mystischen Träumen selbst durchleben. Die farbenfrohe Welt in Wasserfarben-Optik voller abstrakter Symbolik trifft sicherlich nicht jeden Geschmack. Doch der Film hat eine wichtige Botschaft und wartet mit einigen originellen Einfällen auf, weshalb sich die 15 Minuten Laufzeit sicher lohnen.

Travelling While Black

  • Art: Dokumentation
  • VR-Brillen: Oculus Quest, Oculus Go, Oculus Rift (S)

Diese Dokumentation aus dem jahre 2019 ist ein Meisterstück der Felix & Paul Studios. Sie kombiniert animierte Elemente mit herzergreifenden Szenen, in denen die Protagonisten erzählen.

Der rund 20-minütige 360-Grad-Film behandelt eine dunkle – und leider hochaktuelle – Seite der amerikanischen Gesellschaft: Rassismus. Aufhänger ist das in den 30er Jahren veröffentlichte Buch “The Green Book”. In diesem Reiseführer wurden Restaurants, Hotels und Geschäfte aufgelistet, die Afroamerikaner betreten durften und in denen sie sich aufhalten konnten, ohne bedroht, beleidigt, bespuckt oder gar verhaftet zu werden. Einer dieser Orte ist auch der Spielort des Filmes, der noch heute bekannte Imbiss Ben’s Chili Bowl in Washington.

Vestige

  • Art: Story
  • VR-Brillen: HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Valve Index, Windows MR

Vestige bedeutet Überbleibsel oder Rest. Im gleichnamigen Film betrifft das die verbliebenen Erinnerungen einer jungen Frau, die ihres verstorbenen Geliebten gedenkt. Darin erlebt ihr Schlüsselszenen der vergangenen Beziehung.

Vestige bietet volumetrisch gefilmte Darsteller, die ästhetisch als ansprechende Lichtfiguren umgesetzt wurden. So werden technische Schwächen der Aufnahmetechnik geschickt kaschiert.

Wolves In The Walls

  • Art: Animation, Story
  • VR-Brillen: Oculus Rift (S)

Wolves In The Walls ist einer der aufwendigsten VR-Filme, die in letzter Zeit erschienen sind – und wohl einer der besten VR-Filme überhaupt.

In dem Animationsmeisterwerk folgen wir Lucy, einem achtjährigen Mädchen voller Fantasie, die uns mit in ihre Familie und in ihr Zuhause führt. Doch sie hat auch große Ängste und ist überzeugt davon, dass in den Wänden ihres Hauses dunkle Schattengestalten wohnen.

Der Film besteht aus drei Kapiteln und basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Neil Gaiman und Dave McKean. VR-Nutzer werden sehr originell in die interaktive Geschichte einbezogen und ihr fühlt euch der kleinen Lucy schnell verbunden. Dieser Effekt wurde unter anderem mit Hilfe von Methoden aus dem Theater erzielt.

2019 erhielt Wolves In The Walls einen Primetime Emmy.

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