Killerpflanzen und Urzeitwesen: Metas neue VR-Filme beeindrucken

Killerpflanzen und Urzeitwesen: Metas neue VR-Filme beeindrucken

Diese Woche brachte Meta gleich zwei neue VR-Filme für Oculus/Meta Quest (2) heraus: Kingdom of Plants und First Life. Um was es geht und weshalb ihr sie nicht verpassen solltet.

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Beide VR-Filme gehen auf Produktionen des weltberühmten Naturfilmers Sir David Attenborough zurück, dessen Erzählung und Stimme uns auf der Reise ins Reiche der Pflanzen und urzeitlichen Wesen begleitet.

Kingdom of Plants besteht aus drei fünfminütigen Folgen: Queen of the Night (Königin der Nacht), Seduction & Slaughter (Verführung & Schlachtung) und Traders & Invaders (Händler & Eindringlinge).

Wem bei der Virtual-Reality-Dokumentation Micro Monsters (Filmbesprechung) die Kinnlade heruntergeklappt ist, darf sich bei Kingdom of Plants auf den gleichen Wow-Effekt freuen. Hier wie dort schrumpft man auf die Größe einer Fingernagels und erlebt die Natur so aus einer neuen, bedrohlichen Perspektive. Dank 180-Grad-Panorama, 3D-Effekt und einem gestochen scharfen Bild wirken die Lebewesen zum Anfassen echt – und furchteinflößend.

Kingdom of Plants: Hinterlistige Pflanzen

Standen in Micro Monsters Insekten im Vordergrund, sind es bei Kingdom of Plants Pflanzen. Aber nicht irgendwelche.

Queen of the Night etwa handelt von der gleichnamigen Blume, die sich nur einmal während der Nacht öffnet und danach verblüht. VR-Nutzer:innen werden aus nächster Nähe Zeuge dieses seltenen Naturschauspiels.

Video: Alchemy Immersive

Seduction & Slaughter zeigt fleischfressende Pflanzen, die meisterhaft darin sind, Insekten zu fangen und verdauen. Der sogenannte Sonnentau lockt seine Beute mit klebrigen Tentakeln und umschließt seinen Fang, während die Venusfliegenfalle ihre Opfer mit unwiderstehlichem Nektar ködert.

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Berührt das Insekte die winzigen Stacheln auf der Blattspreite, schnappt die Falle zu. Besonders faszinierend: Dank Zeitrafferaufnahmen wirken die gezeigten Gewächse eher wie aggressive Tiere als Pflanzen.

Freunde und Feinde

Die dritte und letzte Folge, Traders & Invaders, befasst sich mit einer Gattung Lebewesen, die eher mit Tieren als Pflanzen verwandt sind: den Pilzen. Hier sieht man die Fungi riesengroß aus dem Boden schießen, ihre Hüte wie gewaltige Schirme aufspannen und totes Gewebe zersetzen.

Später wird man Zeuge eines Pakts zwischen Kiefern und Marienkäfern. Werden die Bäume von Blattläusen befallen, verschießen sie einen Duft, der Marienkäfer anlockt. Während die einen ihr Fressen bekommen, werden die anderen von einer lästigen Plage befreit. Win-Win.

First Life: Wie das Leben auf der Erde entstand

Der zweite VR-Film First Life wurde vom gleichen Team wie Micro Monsters und Kingdom of Plants produziert: dem Londoner VR-Studio Alchemy Immersive in Kooperation mit Meta. Und auch hier führt wieder David Attenborough durch das Erlebnis.

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First Life nimmt VR-Zuschauer:innen auf eine Reise in die Urgeschichte und zu den Anfängen der Evolution. Man erlebt, wie aus den ersten Einzellern, die vor 3 Milliarden Jahren existierten, dank der Entstehung von Sauerstoff und Kollagen-Proteinen Zellklumpen wurden und aus diesen immer komplexere Lebewesen.

Der VR-Film visualisiert die aus der Evolution entstehenden Arten als ein Geflecht von Fäden, das in Zahl und Komplexität explodiert, nachdem in den Ozeanen die ersten bewegliche Lebewesen mit Mündern entstehen.

Die Welt vor 450 Millionen Jahren

Daraus gingen bizarre Lebensformen wie die Opabinia hervor, ein Lebewesen, das wie eine Mischung aus Schlange und Fisch aussieht, fünf Augen und einen Rüssel hatte. Als ich diese und andere Lebensformen sah, musste ich an die willkürlich zusammengewürfelten Lebewesen aus dem Videospiel No Man’s Sky denken. Vor 450 Millionen Jahren tat die Natur ihre ersten Schritte und das Ergebnis war ein wildes Experimentierlabor, dem viele neue Arten ebenso schnell wieder zum Opfer fallen.

Video: Alchemy Immersive

Einige Millionen Jahre später entwickelten sich die ersten großen Raubtiere und auf diese reagierten die übrigen Lebewesen mit Abwehrmechanismen. Es entstanden die ersten Exoskelette, was wiederum eine unvorstellbar lange Zeit in Anspruch nahm.

Eine VR-Reise wert

Nach circa zehn Minuten bricht der VR-Film abrupt ab. Dinosaurier und Menschen: deren sehr viel spätere Entstehung wird nicht beleuchtet.

Das ist schade, denn auf diese Weise in Virtual Reality zu lernen, ist aufregend. Ich könnte David Attenborough eine Stunde oder länger zuhören, während ich durch die Erdepochen und Evolutionsgeschichte fliege. Vielleicht kommt das noch: Schließlich investiert Meta in den nächsten Jahren 150 Millionen US-Dollar in VR-Lern-Apps.

Trotz des Lobes: First Life setzt CGI-technisch keine neuen Maßstäbe. Die ebenfalls vorgerenderten VR-Filme des deutschen Studios Faber Courtial (siehe Into Space und Genesis) sind in visueller Hinsicht wesentlich beeindruckender.

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Wer nur Zeit für einen der beiden neuen Meta-Filme hat und auf den Wow-Effekt aus ist, ist mit den dokumentarischen Aufnahmen von Kingdom of Plants besser beraten als mit den computergenerierten Szenen von First Life. Beide Filme sind in englischer Sprache ohne deutsche Untertitel.

So schaut ihr die VR-Filme in bestmöglicher Qualität

  • Öffnet Oculus TV. Findet ihr die VR-Filme nicht direkt in der Auswahl, dann gebt im Suchfenster oben rechts David Attenborough ein. Scrollt durch die Suchergebnisse, bis ihr die VR-Filme findet.
  • Um sie in der bestmöglichen Qualität anzuschauen, geht folgendermaßen vor: Klickt auf die drei Punkte im Bild und wählt zuerst In hoher Qualität speichern und danach Zwischenspeichern. Möglicherweise werdet ihr aufgefordert, Berechtigungen für die Zwischenspeicherung zu geben.
  • Habt ihr alles richtig gemacht, wird der jeweilige Film in der besten Qualität heruntergeladen. Diese Version löst höher auf als die gestreamte Variante. Hinweis: Die Oculus Quest 1 läuft in 5K- statt 8K-Auflösung.
  • Ist der Download abgeschlossen, klickt in Oculus TV auf Deine Medien. Nach dem Download sollte die Folge hier unter Zwischengespeicherte Medien erscheinen.
  • Wollt ihr die Folge vom Gerät löschen, klickt erneut auf die drei Punkte und wählt Aus dem Zwischenspeicher löschen und anschließend Löschen.
  • Über den Browser könnt ihr die Filme bei Alchemy Immersive im Oculus Store Eurer Watchlist hinzufügen.

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