Mit Bonfire liefern die preisgekrönten Baobab Studios ihren interaktivsten VR-Film ab. Die Rechnung geht auf: Bonfire ist gerade wegen seiner Interaktionen eine lohnenswerte VR-Erfahrung.

Bonfire heißt Lagerfeuer und genau an einem solchen spielt der Großteil der Handlung: Nach einem selbst herbeigeführten Absturz strandet man auf einem fremden Planeten und sitzt mit seinem einzigen Gefährten, dem sprechenden Roboter Debbie, mitten in der Wildnis um ein improvisiertes Lagerfeuer.

Die Umgebung samt außerirdischer Flora ist weitgehend in Dunkel getaucht. Schaut man hoch, sieht man den Sternenhimmel und einen großen Nachbarplaneten über einem thronen.

Von Anfang interagiert man mit der Umgebung: Mit seinen virtuellen Händen drückt man Knöpfe, legt Holzscheite ins Feuer, scannt die Landschaft und bedient Debbies Display. Der Roboter ist von der US-Komikerin Ali Wong hervorragend gesprochen und verleiht dem Blechkameraden viel Charakter, wenn auch nur in englischer Sprache.

Der Absturz ist selbst verursacht. Ein bisschen zumindest. BILD: Baobab Studios

Gebaut für VR-Interaktion

Während man auf ein Lebenszeichen von der dreihundert Lichtjahre entfernten Erde wartet, passiert das Unausweichliche: Man macht Bekanntschaft mit der einheimischen Fauna.

Was für Debbie gilt, gilt erst recht für die fremden Lebewesen: Sie sind großartig animiert und mit Persönlichkeit ausgestattet. Mehr soll an dieser Stelle nicht über sie verraten werden. Nur so viel: Auch hier wird die Handlung von Interaktionen getragen, sodass man stets das Gefühl hat, Teil der Geschichte zu sein, anstatt nur da zu sitzen und  zuzuschauen.

Die Einbindung des Zuschauers profitiert von Virtual Reality: Man ist von der Welt und seinen Figuren gänzlich umgeben und interagiert ganz natürlich mit Hilfe seiner eigenen Hände. Eine Bildschirmversion des Films würde nicht annähernd so gut funktionieren.

Bonfire löst wie jeder gute Animationsfilm eine breite Palette an Gefühlen aus: er überrascht, erschreckt und bringt einen zum Lachen. Es spricht für den Film, dass viele dieser Emotionen besonders gut durch VR-Interaktion vermittelt werden.

Mit einem Scanner analysiert man die Umgebung. BILD: Baobab Studios

Fazit: Etwas teuer, aber witzig und toll für die Kleinsten

Bonfire ist eine VR-Erfahrung, die besonders aber nicht ausschließlich einem jüngeren Publikum gefallen wird. Für Kinder dürfte der Film eine geradezu magische Erfahrung sein, die mit einem traditionellen Animationsfilm nicht zu vergleichen ist.

Bonfire ist durchweg hochwertig produziert und zeigt, in welche Richtung interaktive VR-Filme gehen könnten. Der Preis von zehn Euro ist dennoch etwas hoch angesetzt für eine 15-minütige Erfahrung. VR-Filmenthusiasten und Eltern dürfen dennoch bedenkenlos einkaufen.

Zwar gibt es den Film nur in englischer Sprachausgabe, viele Gags setzen jedoch kein Sprachverständnis voraus und werden durch Körpersprache, Mimik und die Handlung selbst vermittelt.

Bonfire ist im Oculus Store für Oculus Rift und Oculus Quest erhältlich und kostet zehn Euro. Grafisch unterscheiden sich die Versionen kaum: Bonfire macht dank seines hübschen Zeichentrickstils auf beiden Systemen einen ansehnlichen Eindruck. Bonfire unterstützt Cross-Buy, wer also eine Version kauft, erhält ohnehin beide.

Titelbild: Baobab Studios

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