VR-Brillen 2022: Vergleich & Kaufberatung – Das müsst ihr wissen

VR-Brillen 2022: Vergleich & Kaufberatung – Das müsst ihr wissen
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28.07.2022

  • allgemeine Überarbeitung
  • Oculus Rift S entfernt
  • Cosmos XR entfernt
  • Pimax 5K XR entfernt
  • Playstation VR 2 hinzugefügt
  • HTC Vive Focus 3 hinzugefügt
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Welche VR-Brille lohnt sich für mich und wie unterscheiden sich die einzelnen VR-Brillen? Welche VR-Brille soll ich kaufen? In unserem ausführlichen Vergleich beantworten wir alle Fragen.

In diesem Artikel erfahrt ihr

  • welche aktuellen VR-Brillen es gibt,
  • wie sich die VR-Brillen voneinander unterscheiden,
  • welche VR-Brille für euch geeignet ist,
  • wo ihr sie kaufen könnt und
  • was ihr grundlegend über VR und VR-Brillen wissen solltet.

Wer sich mit Virtual Reality beschäftigt und nach VR-Brillen sucht, hat oft Schwierigkeiten, aus den konkurrierenden Headsets das am besten geeignete herauszusuchen. Einige Hersteller bieten ein verwirrendes Line-up, bei anderen VR-Brillen ist nicht sicher, wie lange sie noch unterstützt werden und alle haben teils signifikante Unterschiede.

Wir haben die perfekte Kaufberatung für euch: Unser Vergleichstool bietet euch einen schnellen Überblick aktueller VR-Brillen im Jahr 2022. Danach haben wir Vor- und Nachteile der einzelnen VR-Headsets ausführlich aufbereitet und geben Empfehlungen ab. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen zu Virtual Reality. Systemanforderungen für PC-VR findet ihr hinter dem Link oder im Vergleichstool bei der jeweiligen VR-Brille.

Hinweis: Wir nehmen in der Regel nur VR-Brillen auf, die es offiziell jetzt oder in Kürze ohne zusätzliche Hürden zu kaufen gibt. Das beinhaltet auch VR-Brillen, die für Unternehmen gedacht sind.

Beste VR-Brillen 2022: Vergleichstool

Hinweis zur Nutzung: Im Suchfeld könnt ihr nach einzelnen VR-Brillen suchen. Wollt ihr zwei oder drei Brillen vergleichen, gebt die Suchwörter getrennt durch ein + ein. Beispiel: Reverb G2+Index. Das Dropdown-Menü „Filter“ lässt euch einzelne Features vergleichen. Ein Klick auf eine Zeile öffnet alle verfügbaren Daten zu einer VR-Brille.

VR-Brillen: Infos in aller Kürze

  • VR-Brillen erzeugen über spezielle Linsen ein stereoskopisches 3D-Bild beim Nutzer, wodurch der Eindruck entsteht, in der virtuellen Welt zu sein.
  • Innerhalb einer VR-Welt und mit einer VR-Brille samt VR-Controllern kann man sich frei umschauen, bewegen und interagieren (siehe 6DOF)
  • Die VR-Brille mit der derzeit höchsten Auflösung ist die Pimax Vision 8K X mit 3.840 × 2.160 Pixeln pro Auge.
  • Sim-Racer oder Flugsim-Spieler greifen am besten zur Varjo Aero.
  • Die komfortabelste VR-Brille ist die Varjo Aero.
  • Brillenträger haben keine Probleme mit allen Vive-Brillen, PSVR, Valve Index und Varjo Aero. Quest- und Pico-Brillen sind etwas eng, funktionieren aber auch. Es gibt Korrekturlinseneinsätze für VR-Brillen.
  • Die beste VR-Brille für PC-gestützte Virtual Reality ist die Valve Index.
  • Die insgesamt beste VR-Brille ist derzeit die Meta Quest 2. Sie benötigt keinen PC, kann aber an einen angeschlossen werden.

Beste VR-Brillen 2022: Infos & Empfehlungen

Hinweis: Die VR-Brillen sind nach Relevanz geordnet. Bei den Business-to-Consumer VR-Brillen (B2C) finden sich Headsets, die sowohl an Endverbraucher als auch an Unternehmen (B2B, Business-to-Business) verkauft werden. VR-Brillen im B2B-Abschnitt werden in erster Linie an Unternehmen verkauft.

B2C-VR-Brillen

Meta Quest 2

Am 13.10.2020 erschien die Quest 2 als Nachfolgemodell der Oculus Quest. Es handelt sich dabei um eine autarke VR-Brille von Facebook, die nicht auf Kabel angewiesen ist, um hochwertiges VR zu ermöglichen. Sie bietet mit 1.832 × 1.920 Pixeln eine deutlich höhere Auflösung, was sich im scharfen Bild mit deutlich verringertem Fliegengittereffekt bemerkbar macht. Allerdings sorgt der Wechsel von OLED-Panel zu LC-Display für schlechte Schwarzwerte.

Die integrierte Hardware für Rechenleistung und Grafik besteht aus einem aktuellen Snapdragon XR2 und sorgt für deutlich schnellere Lade- und Reaktionszeiten. Auch die mögliche Grafik für Apps ist sichtbar besser, wie unser Grafikvergleich zwischen Quest 1 und Quest 2 zeigt.

VR-Brille Oculus Quest 2 mit Elite Strap von schräg oben, frontal
Die Meta Quest 2 ist klar kompakter als die Vorgängerbrille und mit dem Elite Strap auch deutlich komfortabler. | Bild: MIXED

Die Quest 2 mit dem neuen Prozessor unterstützt mittlerweile bis zu 90 Hz Bildwiederholrate, allerdings in Abhängigkeit zur jeweiligen Anwendung. Sichtfeld (etwa 95 Grad) und Sweetspot, also der scharf erscheinende, mittlere Fokusbereich der Linsen, haben sich im Vergleich zur Quest 1 nicht verändert. Allerdings kann der eigene Augenabstand nicht mehr stufenlos eingestellt werden: Die IPD-Einstellungen sind auf 58, 63 und 68 mm eingeschränkt.

Das Tracking ist gleich gut geblieben, möglicherweise sogar mit einigen leichten Verbesserungen bei schlechten Lichtverhältnissen. Trotzdem kann es zu kurzen Trackingaussetzern kommen, etwa wenn die Sonne direkt ins Zimmer scheint oder es zu dunkel wird. Der Spielbereich kann frei aus der VR-Brille heraus konfiguriert werden und theoretisch die komplette Wohnung umfassen. Bei künftigen Nutzungen merkt sich die Quest den angegebenen Spielbereich.

Mit einem Oculus/Meta-Link-Kabel können VR-Anwendungen, die einen PC benötigen, auf die Quest 2 gestreamt werden. Das macht sie zu einer vollwertigen PC-VR-Brille mit entsprechend hochwertigerer Grafik. Die Bildrate kann mittlerweile auf 120 Hz eingestellt werden, allerdings muss die Anwendung diese Bildrate auch unterstützen.

Über Air Link kann bei Verwendung eines passenden Routers oder Access Points sogar ohne Kabel vom PC gestreamt werden. Das funktioniert mit guter Bildqualität bei erstaunlich niedriger Latenz.

Die Quest 2 unterstützt ebenfalls Handtracking: Menüs und Apps oder Spiele, die darauf ausgelegt sind, steuern Nutzer mit den eigenen Händen statt mit Controllern. Leider hat Facebook keine neuen Trackingkameras für die Quest 2 verwendet, allerdings ist durch Software-Updates das Handtracking mittlerweile bei Version 2.0 angekommen und deutlich besser geworden. 

Der integrierte Sound ist schlechter als bei der Quest 1, reicht aber für Personen aus, die gern ein offenes Ohr für die Umgebung haben und sich nicht sonderlich um Klangqualität kümmern. Alle anderen sollten gute Kopfhörer verwenden.

Der größte Nachteil der Quest war der Tragekomfort. Das ist mit Quest 2 besser geworden, zumindest wenn man den ziemlich schlechten Standard-Gurt gegen eine der beiden zusätzlich kaufbaren Elite-Strap-Kopfhalterungen ersetzt. Trotzdem bleibt die Quest 2 mit 516 g Gewicht schwer und drückt bei längeren VR-Sessions auf Stirn und Wangenknochen.

Mit Release der Oculus Quest 2 trat die bisherige Firma Oculus endgültig als Hersteller ab und verblieb nur noch als Markenname. Facebook übernahm offiziell die volle Regie. Das bedeutete für die Quest 2 der Zwang zum Facebook-Account. Wer zudem gegen Facebooks Communityregeln verstößt, kann komplett und ohne weitere Angabe von Gründen gebannt werden, was eine Nutzung der Quest 2 unmöglich macht. Ob das mit deutschem Recht vereinbar ist, wird noch geklärt. Deshalb ist Oculus Quest 2 zum jetzigen Zeitpunkt nicht direkt aus Deutschland zu kaufen, sondern muss importiert werden. Das hat allerdings keine Auswirkungen auf ihre Funktionalität.

Im Rahmen der Umbenennung von Facebook in Meta und der damit einhergehenden Umbenennung der Oculus Quest in Meta Quest kündigte der Konzern an, dass der Facebook-Accountzwang 2022 entfällt. Die Aufhebung der Facebook-Accountpflicht und die neuen Meta-Accounts werden ab August 2022 umgesetzt. Möglicherweise wird dann die Quest 2 ganz offiziell in Deutschland zu kaufen sein.

Meta kündigte am 26.07.2022 an, dass sich der Preis für Meta Quest 2 um 100 Euro erhöht.

Vor- und Nachteile

+ sehr gute Auflösung
+ IPD-Regler
+ sehr gutes Inside-Out-Tracking
+ kabelloses VR
+ optionales Link-Kabel für PC-VR-Streaming und darüber Zugriff auf viele exklusive VR-Spiele
+ Air Link (Wireless Streaming vom PC)
+ Handtracking 2.0
+ verbesserter Komfort, aber nur mit Elite Strap
+ sehr guter Preis
+ Bildrate auf bis zu 120Hz einstellbar, wenn die jeweilige Anwendung das unterstützt

+/- mäßiger Sound

schlechte Schwarzwerte
keine Einstellung des Linsenabstands zu den Augen

Meta Quest 2 ist für mich geeignet, wenn …

  • ich die derzeit beste Standalone-VR-Brille mit scharfem Bild möchte,
  • völlig freie VR mit ausgezeichnetem Inside-Out-Tracking haben will,
  • mir Flexibilität bei VR besonders wichtig ist,
  • mich Handtracking interessiert,
  • ich VR mit Air Link oder einem optionalen Kabel PC-VR-Apps nutzen möchte,
  • auf ein ausgezeichnetes Preis-Leistung-Verhältnis Wert lege und
  • nach Kauf des Elite Straps die bisher komfortabelste Quest-Brille bekommen will.

Meta Quest 2 ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • mir Inside-Out-Tracking nicht präzise genug ist,
  • mich schlechte Schwarzwerte stören,
  • ich einfach nur eine PC-VR-Brille suche,
  • mich die kurze Batterielaufzeit von rund 2 Stunden nervt und wenn
  • ich Zusatzkosten für besseren Tragekomfort und längere Laufzeit scheue.

Test der Meta Quest 2 & Empfehlung der Redaktion

In unserem Meta Quest 2-Test gehen wir auf alle Details der VR-Brille ein.

Mit der Quest 2 bekommt ihr die derzeit als Komplettpaket betrachtet konkurrenzlos beste VR-Brille. Zusätzliche Kosten für besseren Komfort durch gutes Zubehör müssen aber einkalkuliert werden. Ferner sollte jedem klar sein, dass Meta auch nach Aufhebung der Facebook-Accountpflicht weiterhin Daten sammelt.

Wer keinen Wert auf mobiles VR sowie hohe Flexibilität legt, beim Preis nicht so genau hinschaut und auch nicht zwangsläufig auf die exklusiven Spiele des Oculus/Meta-Ökosystems zugreifen muss, sollte sich die Valve Index oder HP Reverb 2 genauer ansehen.

Zubehör

Das beste Zubehör für Meta Quest 2 findet ihr in unserer Übersicht. Darunter befinden sich die offiziellen Elite Straps, aber auch Sehstärke-Linsen-Einsätze vom VR-Optiker für Brillenträger.

Einschätzung

Facebook hat mit der Meta Quest 2 innerhalb eines Jahres einen Nachfolger für die Quest gebracht. Möglicherweise ist das ein Ausblick auf die Zukunft des sich dank Metas Milliarden schnell entwickelnden VR-Hardware-Markts.

Die Quest 2 wird auch in den nächsten Jahren eine hervorragende VR-Brille sein. Eine Quest 3 ist frühestens für 2023 geplant. Meta wird stattdessen 2022 eine Pro-Version der Quest 2 auf den Markt bringen, die parallel zur Quest 2 existieren soll und derzeit Project Cambria heißt.

Meta Quest 2 könnt ihr hier kaufen

Meta Quest 2 aus Deutschland bestellen

Meta Quest 2 wird in Deutschland noch nicht verkauft, ihr bekommt sie aber problemlos über Amazon Frankreich. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

Valve Index

Die Valve Index ist derzeit die beste PC-VR-Brille auf dem Markt. Die Valve-Brille punktet mit einem scharfen LC-Display mit 1.440 × 1.600 Pixeln pro Auge und einem Blickfeld von bis zu 130 Grad.

Dazu kommt eine variable Bildrate von 80 bis 144 Hz, die ohne Neustart einer App im SteamVR-Menü gewechselt werden kann. Sehr schnelle Spiele wie etwa Beat Saber profitieren von den überdurchschnittlich hohen Bildraten. Auch der Komfort ist überdurchschnittlich gut, das Gewicht der VR-Brille wird auf den Kopf verteilt und der Anpressdruck im Gesicht so verringert.

Das SteamVR-Tracking ist in Sachen Präzision ungeschlagen: Lasertracking ist so präzise wie keine andere aktuelle Tracking-Technologie. Allerdings muss es extern durch Basisstationen realisiert werden, was den Installationsaufwand deutlich erhöht.

Nutzer mit VR-Brille Valve Index und den Index-Controllern.
Die Valve Index ist die aktuell wohl bequemste und im Gesamtpaket auch beste PC-VR-Brille. BILD: Valve

Ebenfalls optimal: Die Index-Controller sind erheblich ergonomischer als andere VR-Controller, bieten Fingertracking-Sensoren, Trigger, Buttons und einen Analog-Stick. Dank der Befestigungsriemen über den Handrücken kann man die Hand natürlich öffnen, schließen und virtuelle Dinge greifen – die Controller übertragen die Aktion zuverlässig in VR.

Auch der Sound überzeugt: Die an der Kopfhalterung integrierten Ohrlautsprecher bieten eine hervorragende Audioleistung und tragen maßgeblich zur Immersion bei.

Nachteile sind der recht hohe Preis, das externe und damit wenig flexible Tracking sowie die durchschnittlichen Schwarzwerte der LC-Displays. Außerdem stören Lichtreflexionen auf den Fresnel-Linsen. Wer zudem gerne Meta/Oculus-exklusive Games spielen möchte, kann das mit der Valve Index nur über den Revive-Hack tun.

Vor- und Nachteile

+ scharfes Display
+ Bildrate manuell einstellbar bis zu 144 Hz
+ Sichtfeld von bis zu 130 Grad
+ IPD-Regler
+ Linsenabstand zu den Augen einstellbar
+ ergonomische Controller mit Fingertracking
+ sehr guter Sound
+ komfortable VR-Brille

schwächere Kontraste und Schwarzwerte im Vergleich zu OLED-Brillen
teuer

Valve Index ist für mich geeignet, wenn …

  • ich präzises externes SteamVR-Tracking möchte,
  • mir eine Top-VR-Brille mit hoher Auflösung und Sichtfeld wichtig ist,
  • ich die wohl derzeit besten VR-Controller möchte und
  • ich eine komfortable VR-Brille brauche.

Valve Index ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • mir externes Tracking zu unflexibel ist,
  • Lichtreflexionen für mich furchtbar nervig sind und
  • mein Budget keinen vierstelligen Kaufpreis abdeckt.

Test der Valve Index & Empfehlung der Redaktion

Einen detaillierten Valve Index Test findet ihr bei uns. Derzeit ist die Valve Index die wohl insgesamt beste PC-VR-Brille, allerdings zu einem Preis, der sich gewaschen hat. Wer es sich leisten kann, macht beim Kauf nichts falsch.

Wer mehr Flexibilität und Kabelfreiheit wünscht, sollte sich die Meta Quest 2 anschauen. Eine günstigere PC-VR-Brille ist hingegen die HP Reverb G2. Wer richtig Geld hat und vor allem Simulationen in VR spielen will, sollte zur Varjo Aero greifen.

Zubehör

Zubehör für die Valve Index haben wir euch im verlinkten Artikel zusammengestellt.

Einschätzung

Valve wird in den nächsten Jahren sicher keinen Nachfolger bringen. Auch weitere hochwertige VR-Spiele der Marke Half-Life: Alyx sind von Valve bislang Fehlanzeige. Meta/Oculus-exklusive Spiele können nur über Revive-Hack gespielt werden.

Als Hardware-Hersteller hat Valve mit SteamVR-Tracking und den Index Controllern ein Quasi-Monopol. Anbieter wie Pimax oder Varjo setzen auf diese Technik und Hardware für ihre eigenen VR-Brillen. Ob und wann Valve eine neue VR-Brille bringt, ist völlig offen. Es gibt aber immerhin Gerüchte um eine Standalone-VR-Brille mit dem Codenamen Deckard

Playstation VR 2

Die PSVR 2 wird als Zubehör für die Konsole Playstation 5 erscheinen. Gegenüber dem veralteten Vorgängermodell wird sie deutlich verbessert. Die 4K-HDR-OLED-Displays der Playstation VR 2 lösen mit 2.000 x 2.040 Bildpunkten pro Auge auf. Wahrscheinlich werden Fresnel-Linsen verwendet und das Sichtfeld wird 110 Grad betragen. Die PSVR 2 wird über ein einzelnes USB-C-Kabel mit der PS5 verbunden. 

Eye-Tracking und Foveated Rendering sollen für mehr Leistung sowie soziale Interaktion (etwa durch Augenkontakt) sorgen. 

 

Ein Rendering der Playstation VR 2 und Sense-Controller.

Playstation VR 2 mit Sense-Controllern. | Bild: Sony

Haptisches Feedback im oder am Brillengehäuse soll die Immersion verbessern und das Risiko von Motion Sickness reduzieren. In den neuen Sense-Controllern erfassen kapazitive Sensoren, wie weit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger entfernt sind. Die Sense-Controller werden der PSVR 2 beiliegen.

Die Nachverfolgung der Controller und erfolgt über optisches Inside-Out-Tracking mit vier an der VR-Brille angebrachten Kameras. Die sorgen auch für einen Durchsicht-Modus, der per Taste oder Menü-Button aktiviert wird. 

Für den Sound müssen Spielende auf zusätzliche Kopfhörer (Klinkenanschluss) zurückgreifen, eine integrierte Lösung gibt es nicht.  

Das Releasedatum und der Preis der Playstation VR 2 sind noch nicht bekannt. Ausführliche Informationen findet in unserem Playstation VR 2 Info-Guide.

Voraussichtliche Vor- und Nachteile

+ sehr gute Auflösung
+ sehr gute Kontraste und Schwarzwerte dank OLED-Display
+ IPD-Anpassung
+ Linsenabstand zu den Augen einstellbar
+ benötigt nur eine Playstation 5 statt eines schnellen PCs
+ Zugriff auf Playstation-exklusive VR-Spiele
+ sehr komfortabel

keine integrierte Audiolösung
Kabel

Playstation VR 2 ist voraussichtlich für mich geeignet, wenn …

  • ich eine VR-Brille für Konsole will,
  • eine vergleichsweise hohe Auflösung will und
  • mir der Komfort einer VR-Brille wichtig ist.

Playstation VR 2 ist voraussichtlich für mich weniger geeignet, wenn …

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  • ich gern ohne Kabel VR genießen möchte.

Test der Playstation VR 2 & Empfehlung der Redaktion

Es gibt noch keine Tests zur Playstation VR 2, da die VR-Brille noch nicht erschienen ist.

Zubehör

Bislang ist noch nichts über mögliches Zubehör bekannt.

Einschätzung

Die Playstation VR 2 könnte auf Jahre hinaus eine hervorragende VR-Brille für die Playstation 5 werden – darauf deuten die bislang verfügbaren Informationen hin. Konkurrenz von Xbox ist nicht zu befürchten, womit die PSVR 2 auf dem Konsolenmarkt konkurrenzlos ist. Ob sich Sonys VR-Brille durchsetzen und stark verkaufen kann, werden allerdings die verfügbaren VR-Spiele und deren Qualität entscheiden.

Playstation VR 2 könnt ihr hier kaufen

noch nicht erschienen

HP Reverb G2

(auch B2B)

Überraschung: Microsoft hat die Windows Mixed Reality-Brillen wohl doch nicht beerdigt. In Zusammenarbeit mit Valve und Microsoft entstand diese Weiterentwicklung der HP Reverb. Die grundlegenden Spezifikationen bleiben allerdings gleich: Die Auflösung beträgt superscharfe 2.160 × 2.160 Pixel und liefert damit das beste Bild, das ohne sonstige Qualitätseinbußen (etwa verzerrte Bildränder bei Pimax) für VR zu bekommen ist. Mit 114 Grad ist das Sichtfeld zudem ein kleines bisschen größer als bei Rift S oder den Vive-Brillen. Die Bildrate bleibt bei 90 Hz.

Neu ist das LCD-Panel, das eine bessere Helligkeit mitbringen soll und keinen Grauschleier mehr aufweist. Zusätzlich lässt sich jetzt der Augenabstand mittels mechanischem Regler zwischen 60 und 68 mm einstellen.

VR-Brille HP Reverb G2 von der Seite
Die VR-Brille HP Reverb G2 ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert. | BILD: HP

Das suboptimale Tracking der HP Reverb ist mit den beiden neuen, zusätzlichen seitlichen Trackingkameras der Reverb G2 besser geworden. Das liegt aber weniger an der Genauigkeit, sondern mehr am größeren Tracking-Volumen. Das Tracking erreicht nicht die Genauigkeit des Oculus Quest- oder Valve Index-Trackings. Insbesondere auf Hüft- oder Bauchhöhe oder beim Halten zweihändiger Waffen in VR-Spielen treten Tracking-Aussetzer auf.

Für besseren Komfort bekommt die HP Reverb G2 das bequeme Valve Index-Gesichtspolster. Ebenfalls von der Index kommen die Spatial-Sound-Ohrhörer, die etwa einen Zentimeter über den Ohren schweben und ausgezeichneten 3D-Sound ermöglichen.

Der Preis liegt mit 699 Euro in einem vertretbaren Rahmen, ist aber fast doppelt so teuer wie eine Meta Quest 2 mit Link-Kabel, die ebenfalls für Simulationsspiele – eine besondere Nische, die die HP Reverb aufgrund der hohen Auflösung erfolgreich besetzte – geeignet ist. Gleichwohl könnte das noch mal deutlich bessere Bild mit den verbesserten Komfort- und Soundoptionen ein gutes Argument für die HP Reverb G2 sein.

Vor- und Nachteile

+ aktuell schärfstes und bestes Display
+ kein wahrnehmbarer Fliegengittereffekt
+ gute Bildrate
+ ordentlicher Schwarzwert
+ IPD-Regler
+ sehr guter Sound
+ guter Gesamtkomfort

+/- starke Grafikkarte nötig
+/- vertretbarer Preis

suboptimales Controller-Tracking

HP Reverb G2 ist für mich geeignet, wenn …

  • ich VR in hoher Auflösung möchte, sowohl privat als auch beruflich (und wenn für letzteres die Varjo-Brillen zu teuer sind),
  • ich eine komfortable VR-Brille suche,
  • Simulationsspiele wie den Microsoft Flight Simulator in VR spielen möchte
  • ich gern VR-Filme schaue.

HP Reverb G2 ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich gern tracking-intensive VR-Anwendungen wie Beat Saber nutze,
  • mir eine flexible und möglichst autarke VR-Brille wichtig ist und
  • mir 700 Euro zu viel sind.

Test der HP Reverb G2 & Empfehlung der Redaktion

Lest den ausführlichen HP Reverb G2 Test bei MIXED.

Wer eine neue PC-VR-Brille vorrangig für Simulationen wie Microsoft Flight Simulator sucht, kann mit dieser VR-Brille kaum etwas falsch machen. Wer auch bewegungs- und interaktionsintensive Anwendungen nutzen will, sollte sich die recht kostenintensive Lösung mit den Valve Index-Controllern und -Basisstationen anschauen. Mehr dazu im verlinkten Test.

Zubehör

Für Brillenträger gibt es Sehstärke-Linsen-Einsätze vom VR-Optiker für die HP Reverb G2.

Einschätzung

Die hohe Auflösung der Displays ist für Simulations-Fans (Guide zum Microsoft Flight Simulator), die primär Bildqualität wollen, weiterhin hervorragend. Dazu kommt jetzt verbesserter Komfort und sehr guter Sound. Für eher bewegungs- und interaktionsintensive Spiele reicht das Tracking trotz zusätzlicher Kameras nicht aus. Wer das nötige Geld locker hat und die Bildqualität erneut deutlich steigern möchte, greift hingegen zur Varjo Aero

HP Reverb G2 könnt ihr hier kaufen

Letzte Aktualisierung am 5.10.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Varjo Aero

(auch B2B)

Die Varjo Aero ist Varjos erste VR-Brille, die den Endverbrauchermarkt bedient. Die neue PC-VR-Brille richtet sich an VR-Enthusiasten und hier insbesondere an Spieler von Simulationen wie etwa den Microsoft Flight Simulator. Zudem ist Varjo Aero für VR-Schulungen, 3D-Design und Kreativität sowie Vorführungen in Showrooms, Museen und VR-Arcades gedacht.

Varjo setzt nicht mehr auf die bislang übliche Doppeldisplay-Technik. Stattdessen werden Mini-LEDs in der Varjo Aero verwendet. Diese Weiterentwicklung der LCD-Technologie profitiert angeblich von besseren Schwarzwerten und einem höheren Kontrast – allerdings kann das noch lange nicht mit OLED-Displays mithalten.

Die Varjo Aero bietet eine Auflösung von 2.880 × 2.720 Bildpunkten pro Auge. Damit liegt sie deutlich über der Vive Pro 2. Maßgefertigte asphärische Linsen sorgen für ein besonders scharfes Bild mit einem geradezu riesigen Sweetspot. Erst an den Rändern des Sichtfelds tritt die übliche Verschwommenheit auf. Sogenannte Godrays und Glare sind nicht mehr vorhanden.

Allerdings wölbt sich das Bild bei Bewegung an den Rändern leicht, was stören kann. Varjo will daran noch mit Patches arbeiten.

VR-Brille Varjo Aero von oben mit Sicht auf die Linsen
Das einzelne Kabel täuscht: Am PC müssen weiterhin Display Port und USB-Anschluss belegt werden, dazwischen liegt ein VR-Adapter mit Stromanschluss.

Eye-Tracking ist ebenfalls Bestandteil der Varjo Aero und sorgt etwa für automatische Einstellung des Augenabstands (IPD). Das Tracking übernehmen weiterhin externe SteamVR-Basisstationen, die ebenso wie kompatible Controller (etwa Index-Controller) zusätzlich erworben werden müssen.

Die Varjo Aero weist besonders hohen Tragekomfort durch die clevere Halo-Kopfhalterung auf. Insbesondere die justierbare Halterung am Kopf oberhalb der Stirn sorgt dafür, dass die schwere Brillenfront auf dem Kopf lastet und nicht mehr hart ans Gesicht gepresst werden muss. So sind stundenlange VR-Sessions deutlich bequemer möglich.

Vor- und Nachteile

+ schärfstes Bild aller VR-Brillen
+ riesiger Sweetspot
+ gutes Sichtfeld
+ integriertes Eye-Tracking
+ automatische IPD-Einstellung
+ SteamVR-Tracking
+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr komfortabel

+/- benötigt einen sehr starken PC

Farbverfälschungen und optische Verzerrungen an den Sichtfeldrändern
mäßige Schwarzwerte
Kopfhörer nötig, keine Lautsprecher vorhanden
teuer

Die Varjo Aero ist für mich geeignet, wenn …

  • ich hauptsächlich dedizierte Simulationen spiele,
  • dabei die beste Bildschärfe haben möchte,
  • hervorragenden Tragekomfort genießen will und
  • Geld keine Rolle spielt.

Die Varjo Aero ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich nur Beat Saber & Co. spielen will,
  • eine integrierte Soundlösung bevorzuge,
  • keine 2-3.000 Euro investieren möchte oder
  • keinen Hochleistungs-PC besitze.

Test der Varjo Aero & Empfehlung der Redaktion

Unseren Varjo Aero-Test findet ihr hinter dem Link. Eine Übersicht über bisherige Tests der US-Presse findet ihr ebenfalls bei uns.

Die Zielgruppe für die Varjo Aero sehen wir vorrangig im Bereich der Simulations-Spieler, die auf unvergleichliche Bildschärfe besonderen Wert legen. Weiterhin kann diese VR-Brille für bestimmte Bereiche in Unternehmen interessant sein, die eine hohe grafische Darstellungsfähigkeit benötigen, etwa Design-Schulungen.

Aufgrund des hohen Preises und der nötigen zusätzlichen teuren Hardware können wir trotz der überwiegend hervorragenden VR-Brille keine Blanko-Empfehlung aussprechen. Wer sich alles ohne Bedenken leisten kann, findet hier aber eine PC-VR-Brille, die in vielerlei Hinsicht nahezu perfekt ist. 

VR-Brille Varjo Aero kaufen

Varjo Aero ist vor allem für Flug- und Rennsimulationen, VR-Schulungen, 3D-Design und Kreativität sowie Vorführungen in Showrooms, Museen und VR-Arcades gedacht.

Varjo Aero bei BestWare kaufen

Playstation VR

Die am häufigsten verkaufte VR-Brille mit mehr als fünf Millionen Einheiten ist die Playstation VR von Sony. Wer eine Playstation 4 oder Playstation 4 Pro besitzt, kann das bequeme VR-Headset anschließen und eine ganze Reihe hochwertiger VR-Spiele genießen. Dazu gehören unter anderem die Blockbuster Resident Evil 7 VR oder Skyrim VR.

VR-Brille PlayStation VR von der Seite.
Die Playstation VR von Sony ist sehr bequem, leidet aber unter suboptimalem Tracking. BILD: Sony

Die PSVR hat zwar nur eine Full-HD-Auflösung, also 1.920 × 1.080, allerdings sorgt das hochwertige OLED-Display mit drei Subpixeln pro Pixel für einen vergleichsweise geringen Fliegengittereffekt. Das Sichtfeld liegt bei rund 100 Grad, die Bildrate je nach Anwendung zwischen 90 und 120 Hz.

Besonderen Komfort bietet Sonys VR-Brille durch die Kopfhalterung. Die Brille liegt oben auf der Stirn auf, das eigentliche Headset hängt also vor dem Gesicht und muss nicht fest dagegen gepresst werden.

Größter Nachteil der Playstation VR ist das optische Tracking, das über eine einzelne Kamera funktioniert und LEDs am Headset, am PS4-Controller, den Playstation Move-Controllern oder dem Aim-Controller nachverfolgt. Je nach Lichtverhältnissen, vor allem aber an den Rändern des kegelförmigen Trackingbereichs, kommt es oft zu nervigen Aussetzern kommen.

Vor- und Nachteile

+ je nach Anwendung erstaunlich klares Bild trotz geringer Auflösung
+ sehr gute Kontraste und Schwarzwerte dank OLED-Display
+ automatische IPD-Anpassung
+ Linsenabstand zu den Augen einstellbar
+ benötigt nur eine Playstation 4 statt eines schnellen PCs
+ Zugriff auf Playstation-exklusive VR-Spiele
+ sehr komfortabel
+ ist mit Playstation 5 kompatibel
+ Aim-Controller (Zubehör)
+ preiswert

geringste Auflösung aller VR-Brillen
schlechtestes Tracking aller aktuellen VR-Brillen
steifes Kabel

Playstation VR ist für mich geeignet, wenn …

  • ich keinen PC habe oder keine PC-VR-Brille will,
  • mir der Komfort einer VR-Brille besonders wichtig ist,
  • ich überwiegend auf der Couch spielen möchte und
  • mir die geringe Auflösung egal ist.

Playstation VR ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich auf hohe Auflösungen viel Wert lege und
  • es mir sehr auf vernünftiges Tracking und Roomscale-VR ankommt.

Test der Playstation VR & Empfehlung der Redaktion

Die Playstation 5 unterstützt die PSVR zwar nativ, allerdings können auf der neuen Konsole nur PS4-Versionen von Spielen mit der PSVR gespielt werden. Außerdem ist ein Adapter für die Kamera nötig, sonst funktioniert VR nicht.

Da die Playstation VR 2 kurz vor der Veröffentlichung steht, empfehlen wir, auf die neue VR-Brille von Sony zu warten.

Zubehör

Als Zubehör für die PSVR gibt es die Playstation Move-Controller und den Aim-Controller.

Einschätzung

Seit 2020 erschienen nur sehr wenige nennenswerte VR-Spiel für die PSVR. Die PSVR funktioniert zudem nur mit Kamera-Adapter und PS4-Spielen auf der Playstation 5. Außerdem hat Sony die Playstation VR 2 angekündigt. Sie wird möglicherweise noch 2022 auf den Markt kommen. Wir empfehlen, auf die PSVR 2 zu warten.

Playstation VR könnt ihr hier kaufen

Letzte Aktualisierung am 5.10.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

HTC Vive Cosmos Elite

Die Vive Cosmos Elite ist die Vive-Cosmos-Variante mit SteamVR-Tracking, also Laser-Tracking über Basisstationen. Wer bereits eine Vive Cosmos besitzt, kann die sogenannte Faceplate, also den Frontteil der VR-Brille, mit der „External Tracking“-Faceplate austauschen und hat dann ebenfalls eine Cosmos Elite.

Vive Cosmos Elite mit Vive-Controllern und Basistationen
Die Vive Cosmos Elite soll sich mit präzisem Lighthouse-Tracking an besonders anspruchsvolle Gamer richten. BILD: HTC

An den grundsätzlichen Daten wie Displayauflösung oder Gewicht der Vive Cosmos (alle Infos zur Vive Cosmos-Plattform) ändert sich nichts. Um das SteamVR-Tracking bei einem Upgrade nutzen zu können, benötigt ihr zwei Basisstationen und zwei Vive-Controller. Im Vive Cosmos Elite-Paket ist das gesamte Zubehör enthalten.

Vor- und Nachteile

Die Vive Cosmos Elite bietet alle Vor- und Nachteile der Vive Cosmos und / außer

+ präzises Tracking durch SteamVR-Basisstationen anstelle Inside-Out
+ optionaler Wechsel zu Inside-Out-Tracking durch Abnehmen der External Tracking-Plate

teuer und als Upgrade unattraktiv

Vive Cosmos Elite ist für mich geeignet, wenn …

  • ich präzises SteamVR-Tracking haben möchte, aber keine Valve Index,
  • zwischen SteamVR-Tracking und Inside-Out-Tracking wechseln möchte,
  • und wenn ich auf ein offizielles Drahtlosmodul Wert lege (gegen Aufpreis erhältlich).

Vive Cosmos Elite ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • die Vive-Controller meinen Ansprüchen an gute VR-Controller nicht genügen und
  • ich den optionalen Wechsel zwischen SteamVR- und Inside-Out-Tracking nicht benötige. Denn dann ist Valve Index die bessere Wahl.

Test der Vive Cosmos Elite & Empfehlung der Redaktion

Unseren Vive Cosmos Elite Test findet ihr hinter dem Link. Eine Zusammenfassung internationaler Testberichte zu Vive Cosmos Elite gibt es ebenfalls bei uns.

Zubehör

Auch für die Vive Cosmos Elite gibt es den Vive-Wireless-Adapter zu kaufen. Außerdem kann für spezielle Anwendungen mit dem Vive Tracker gearbeitet werden, der ebenfalls auf SteamVR-Tracking angewiesen ist.

Die Cosmos-Faceplate mit den beiden Tracking-Kameras für mehr vertikalen Trackingbereich (Cosmos Motion Faceplate) kann einzeln dazu gekauft werden. Allerdings benötigt ihr dafür zusätzlich die Cosmos-Controller.

Einschätzung

Die Cosmos Elite könnte für Besitzer der ursprünglichen HTC Vive eine Upgrade-Option sein, wenn der Preis und die veralteten Controller nicht stören. Allerdings ist die Konkurrenz deutlich attraktiver.

Außerdem könnte die Cosmos Elite im B2B-Bereich auf Messen und Veranstaltungen häufiger vorkommen. Ansonsten hat die VR-Brille im Vergleich zur Konkurrenz zu viele Nachteile, als dass sie einen signifikanten Marktanteil erlangen könnte.

Vive Cosmos Elite könnt ihr hier kaufen

Letzte Aktualisierung am 5.10.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

HTC Vive Pro 2

(auch B2B)

Der Nachfolger für die eingestellte Vive Pro beeindruckt auf dem Papier mit deutlich verbesserten Zahlen. 2.448 × 2.448 Pixel pro Auge mit LC-Displays (RGB-Subpixelmatrix) sorgen abseits der 8K-Pimax-Brillen und nach der Varjo Aero für eines der schärfsten aktuellen Displays und lassen damit die HP Reverb G2 hinter sich. In der Praxis zeigen sich aber sehr starke Glare- und Godray-Effekte sowie ein schmaler Sweetspot, die das klare Bild stark beeinträchtigen.

Das horizontale Sichtfeld wurde um rund 10 Grad im Vergleich zur Vorgängerbrille erhöht: Durch das Dual-Stacked-Design der Fresnellinsen bietet die Vive Pro 2 ein Sichtfeld von 120 Grad. Das betrifft übrigens nur das horizontale Sichtfeld, das vertikale Sichtfeld wurde hingegen abgeflacht und geschrumpft. Bei der Bildwiederholrate ist 120 Hz der neue Standard, wenn eure Grafikkarte mitmacht. Generell empfiehlt sich die Vive Pro 2 nur mit sehr starken PCs. Bei Einsatz des Wireless-Moduls ist die Bildwiederholrate auf 90 Hz beschränkt.

Achtung: Volle Auflösung und Bildqualität sind nur über Display Port 1.4 und Display Stream Compression (DSC) zu erreichen. Außerdem benötigt ihr für volle Auflösung mindestens eine Nvidia RTX 2060, eine AMD Radeon 5000 oder besser. Achtet bei einem Kauf also darauf, ob euer PC den Anforderungen entspricht.

Vive_Pro_2_Hinteransicht
Die VR-Brille in der Hinteransicht. | Bild: HTC

Das Tracking bleibt bei SteamVR und den externen Basisstationen. Die ursprünglichen Basisstationen 1.0 sind weiterhin kompatibel. Auch bei den Controllern ändert HTC nichts: Die wenig handlichen, aber durch das SteamVR-Tracking sehr präzisen Vive Wands kommen erneut zum Einsatz.

Der Augenabstand ist über einen IPD-Regler zwischen 57 und 72 Millimeter justierbar. Die Hi-Res-Audiokopfhörer leiden an Tiefenarmut und der Sound hört sich nur bei auf die Ohren geklappten Ohrhörern einigermaßen gut an. Das verbaute Mikrofon ist Schrott.

Vor- und Nachteile (soweit bisher bekannt)

+ superscharfes Bild
+ kaum Fliegengittereffekt
+ hervorragende Bildrate
+ sehr präzises Tracking
+ IPD-Regler

großteils verwaschenes Bild durch heftiges Glare
sehr schmaler Sweetspot
oben und unten stark unscharfes Bild
teuer
hohe Hardware-Voraussetzungen
veraltetes Controller-Design

Vive Pro ist für mich geeignet, wenn …

  • ich knackscharfes Bild im Sweetspot und SteamVR-Tracking möchte,
  • mir ein breites Sichtfeld wichtiger ist als das vertikale,
  • die nötige Hardware am Start ist,
  • klobige VR-Controller kein Problem sind und
  • der hohe Preis egal ist.

Vive Pro ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich ein überwiegend klares Bild erwarte,
  • mir die Briefschlitz-Optik egal ist,
  • ich günstigere VR-Brillen bevorzuge,
  • Wert auf ergonomische Controller lege,
  • rein kabelgebundenes PCVR nicht infrage kommt,
  • Auflösung für mich nicht das Maß aller Dinge ist und
  • keine aktuelle Grafikkarte greifbar ist.

Test der HTC Vive Pro 2 & Empfehlung der Redaktion

Unseren HTC Vive Pro 2 Test findet ihr hinter dem Link.

Wir können die Vive Pro 2 nicht empfehlen, auch nicht für Business-Kunden. Im Prinzip handelt es sich bei der VR-Brille um eine Neuauflage der Vive Pro, mit „verschlimmbesserten“ Linsen. Die Doppel-Linsenstruktur führt zwar zu einem etwas weiteren horizontalen Sichtfeld, aber in Bewegung auch zu einem generell unscharfen Bildeindruck durch heftige Glare-Effekte in kontraststarken Szenen. Nur wenn ich den Kopf still halte und geradeaus in den horizontal schmalen Sweetspot schaue, kann ich das knackscharfe Bild genießen. Sehe ich mich mit den Augen um, ist der obere und der untere Teil des Bildes bereits verschwommen.

Nehmen wir den hohen Preis für die Vive Pro 2 hinzu, dann lohnt sich das einfach nicht. VR-Enthusiasten, die jeden Pixel zählen, aber auch Designer oder Unternehmenskunden werden die Gesamtunschärfe nicht akzeptieren. Hier ist die teurere, aber auch deutlich bessere Varjo Aero vorzuziehen. Einsteiger brauchen diese VR-Brille schlicht nicht – da gibt es bessere und vor allem günstigere Alternativen (etwa Valve Index mit vernünftigen VR-Controllern oder Meta Quest 2 mit Link-Kabel).

Zubehör

Für die HTC Vive Pro 2 kann der Vive Wireless Adapter hinzugekauft werden. Für Brillenträger gibt es Sehstärke-Linsen-Einsätze vom VR-Optiker für die HTC Vive Pro 2.

Einschätzung

Wer bereits eine Vive Pro besitzt, hat keinen Grund, umzusteigen. Die zusätzliche Auflösung und etwas größere horizontale Sichtweite auf Kosten der vertikalen Sichtweite rechtfertigen den Preis nicht, zumal die Linsenkonstruktion einfach nicht gut ist. Da die Vive Pro 2 keine wirkliche Weiterentwicklung ist, sondern nur ein Aufguss mit besseren Displays, sehen wir keine Zukunft für das Gerät.

Vive Pro 2 könnt ihr hier kaufen

Pimax Vision 8K Plus

Die Vision 8K Plus bietet nicht nur ein enormes Sichtfeld, sondern auch zwei hochskalierte 4K-Bilder pro Auge. Nativ wird jedes der LC-Displays mit 2.560 × 1.440 Pixeln angesteuert, ein Upscaler rechnet das Bild dann auf 3.840 × 2.160 Pixel hoch.

VR-Brille Pimax Vision 8K Plus von vorn
Die Pimax Vision 8K Plus bietet pro Auge hochskalierte 4K-Auflösung. BILD: Pimax

Auch wenn es kein natives 4K ist und das 8K im Titel ein Marketing-Trick ist (4K + 4K ergibt nicht 8K), so bietet die VR-Brille doch ein sehr scharfes Bild, mit dem auch kleinere Texte lesbar sind.

Im Vergleich zu nativem 4K sorgt die Skalierung aber für ein insgesamt weicheres Bild, was den Schärfe-Eindruck wiederum etwas trübt. Dieser Effekt soll Berichten zufolge in der Vision 8K Plus im Vergleich zu vorherigen Modellen minimiert worden sein, das Bild soll schön klar sein.

Vorteile & Nachteile

+ scharfes und klares Bild im Fokusbereich
+ IPD-Regler
+ weites Sichtfeld mit bis zu 200 Grad
+ Sichtfeld lässt sich softwareseitig einstellen
+ SteamVR-Tracking

+/- hardwarehungrig

höchstes Sichtfeld bringt Verzerrungen und Artefakte mit
keine Einstellung des Linsenabstands zu den Augen
Brillen liegen schnell auf Linsen auf und verkratzen sie
unkomfortable Kopfhalterung und dünne Gesichtspolster
große und klobige VR-Brille
teuer

Pimax Vision 8K Plus ist für mich geeignet, wenn …

  • ein hohes VR-Sichtfeld für mich wichtig ist,
  • mir 4K auch hochskaliert statt nativ zusagt.

Pimax Vision 8K Plus ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich bei hohem Sichtfeld ein störungsfreies Bild erwarte,
  • keine Lust habe, für jede neue Anwendung umfangreiche Einstellungen vornehmen zu müssen und
  • eine komfortable VR-Brille wichtig für mich ist.

Test der Pimax Vision 8K Plus & Empfehlung der Redaktion

Es gibt leider keinen Test der Pimax Vision 8K Plus bei uns.

Zubehör

Optional soll es ein Handtracking-Modul geben. 

Einschätzung

Die Pimax Vision 8K Plus skaliert nur das Eingangssignal auf 4K hoch, natives 4K kann die VR-Brille nicht. Die Schärfe eines nativen Bildes wird nicht erreicht, was dazu führt, dass VR-Brillen wie die Pimax 5K Plus schärfer wirken. Mittlerweile ist die Pimax 12K QLED angekündigt worden.

Pimax Vision 8K X

Im Unterschied zur Pimax Vision 8K Plus soll die Vision 8K X native 4K-Auflösung pro Display und Auge bieten. Natürlich sind das insgesamt immer noch keine 8K. Pimax addiert die beiden Displayauflösungen, was rechnerisch falsch ist: Eine 8K-Auflösung benötigt 33.177.600 Millionen Pixel, während zwei 4K-Displays nur auf 16.588.800 Millionen Pixel kommen.

VR-Brille Pimax Vision 8K X schräg von der Seite.
Die neue Pimax-Brille 8K X soll native 4K-Auflösung pro Auge liefern – vorausgesetzt, euer PC packt das. BILD: Pimax

Allerdings wird jetzt nicht mehr hochskaliert wie bei der Vision 8K Plus: Ab sofort wird jedes Display der Pimax Vision 8K X über ein DisplayPort 1.4-Kabel direkt mit 3.840 × 2.160 Pixeln angesteuert. Das sorgt für eines der schärfsten VR-Bilder überhaupt.

Pimax hat außerdem versprochen, bessere Komponenten und ein stabileres Gehäuse zu verwenden. Die LC-Displays sollen zudem bessere Schwarzwerte und einen höheren Kontrast aufweisen. Den nötigen Komfort soll der standardmäßig installierte Modular Audio Strap bieten.

Vor- und Nachteile

Die Pimax Vision 8K X bietet alle Vor- und Nachteile der Pimax Vision 8K Plus und / außer

+ extrem scharfes und klares Bild im Fokusbereich
+ komfortablere Kopfhalterung

+/- 4K-Auflösung kann auf Upscaling umgestellt werden, um Hardware-Ressourcen zu schonen

extrem hardwarehungrig
bei nativem 4K nur rund 75 Hz

Pimax Vision 8K X ist für mich geeignet, wenn …

  • ich superscharfe Bilder in nativem 4K genießen möchte,
  • ein großes Sichtfeld für mich wichtig ist und
  • mein Rechner ausreichend Power dafür hat.

Pimax Vision 8K X ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich nicht die neueste Grafikkarte im Rechner habe,
  • mich Sichtfeldverzerrungen stören und
  • mir das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht zusagt.

Test der Pimax Vision 8K X

Bislang gibt es noch keinen Test zur Pimax Vision 8K X bei uns. 

Zubehör

Optional soll es ein Handtracking-Modul geben. 

Einschätzung

Sollte das native 4K vernünftig umgesetzt worden sein und keine technischen Probleme verursachen, könnte Pimax hier eine interessante VR-Brille für Auflösungs-Freaks im Portfolio haben – die aber einen Monsterrechner benötigt.

Pimax Artisan

Mit der Artisan möchte Pimax sein an sich schon ziemlich großes Portfolio um eine Einsteigerversion erweitern, die allerdings als Paket mit SteamVR-Basisstationen und Index-Controllern immer noch bei satten 1.000 Euro liegt.

Das große Sichtfeld von 140 Grad soll auch hier als Alleinstellungsmerkmal dienen. Allerdings sagen Berichte, dass das tatsächliche Sichtfeld auf 130 Grad beschränkt ist – was natürlich immer noch deutlich mehr ist als bei allen anderen VR-Brillen, Valve Index ausgenommen.

VR-Brille Pimax Artisan von vorn
Die Pimax Artisan soll die Einsteigerlösung im VR-Brillen-Portfolio des chinesischen VR-Brillen-Herstellers Pimax sein. BILD: Pimax

Die Auflösung ist mit 1.700 × 1.440 Pixeln angegeben und dürfte entsprechend scharf sein. Die Bildwiederholrate soll 72 bis 120 Hz betragen.

Vor- und Nachteile

+ scharfes und klares Bild im Fokusbereich
+ Bildrate 72-120 Hz
+ IPD-Regler
+ Sichtfeld lässt sich softwareseitig in zwei Stufen einstellen
+ SteamVR-Tracking
+ weniger hardwarehungrig als die anderen Pimax-Brillen

keine Einstellung des Linsenabstands zu den Augen
für Brillenträger ungeeignet, da die Brillengläser die Linsen verkratzen
können
mittelmäßige bis schlechte Verarbeitung
unkomfortable Kopfhalterung und dünne Gesichtspolster
große und klobige VR-Brille
teuer

Pimax Artisan ist für mich geeignet, wenn …

  • ich eine VR-Brille mit guter Auflösung und hohem Blickfeld suche und
  • ich keine Valve Index kaufen will.

Pimax Artisan ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich mir auch eine Valve Index kaufen kann.

Test der Pimax Artisan & Empfehlung der Redaktion

Derzeit gibt es nur Ausprobiert-Berichte der Pimax Artisan im Netz.

Ausgehend vom Datenblatt der Artisan und den bisherigen Berichten gibt es keinen Grund, sie einer Valve Index vorzuziehen.

Zubehör

Optional soll es ein Handtracking-Modul sowie ein Eye-Tracking-Modul als Upgrades geben. Wann diese Module verfügbar sind, ist nicht bekannt.

Einschätzung

Die Pimax Artisan ist neu und soll als Einsteigermodell finanziell interessanter sein als die anderen Pimax-Brillen. Mit den Valve-Basisstationen und Index-Controllern kommt man aber preislich nur geringfügig besser weg als beim direkten Index-Kauf.

Pimax 5K Plus

Das SteamVR-fähige VR-Headset benötigt die Tracking-Basisstationen und VR-Controller von HTC oder Valve. Die Brille hat Zugang zur SteamVR-Plattform und kann unterstützte VR-Spiele abspielen.

Das Bild der Pimax 5K Plus ist klar und scharf. Die Besonderheit der Pimax-Brillen liegt im weiten Sichtfeld: Die Immersion ist durch das massive Sichtfeld von bis zu 200 Grad deutlich besser. Allerdings verzerrt das Bild an den Rändern, was im besten Fall stört und im schlechtesten zu Motion Sickness führt. Updates der Software und Firmware haben die Verzerr-Effekte verbessert, aber nicht vollständig eliminiert.

VR-Brille Pimax 5K Plus von vorne
Die Pimax 5K Plus soll dank nativer Darstellung einen schärferen Bildeindruck hinterlassen als die Pimax 8K, deren Bild hochskaliert wird. BILD: Pimax

Stattdessen kann softwareseitig das Sichtfeld heruntergeschraubt werden. Auch die Bildrate von standardmäßig 90 Hz kann zwecks Leistungseinsparung niedriger eingestellt werden.

Vor- und Nachteile

+ scharfes und klares Bild im Fokusbereich
+ IPD-Regler
+ höchstes Sichtfeld aller VR-Brillen mit bis zu 200 Grad
+ Sichtfeld kann per Software justiert werden
+ SteamVR-Tracking

+/- benötigt einen schnellen PC

hat Probleme mit Verzerrungen an den Seitenrändern, je weiter das Sichtfeld, desto schlimmer
keine Einstellung des Linsenabstands zu den Augen
Brillen liegen schnell auf den VR-Linsen auf und verkratzen sie
Verarbeitung
unkomfortable Standard-Kopfhalterung und dünne Gesichtspolster
große und klobige VR-Brille
teuer

Pimax 5K Plus ist für mich geeignet, wenn …

  • ein hohes VR-Sichtfeld für mich existenziell ist und
  • ich hohe Auflösung in VR möchte.

Pimax 5K Plus ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich bei hohem Sichtfeld ein störungsfreies Bild erwarte,
  • ich keine Lust habe, für jede neue Anwendung umfangreiche Einstellung vornehmen zu müssen,
  • eine komfortable VR-Brille ein Muss für mich ist und
  • ich gute Verarbeitung und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis erwarte.

Test der Pimax 5K Plus & Empfehlung der Redaktion

Auf MIXED gibt es keinen Test zur Pimax 5K Plus. Empfehlungen aus der YouTube-VR-Szene findet ihr hinter dem Link.

Zubehör

Pimax bietet unter anderem ein Handtracking-Modul von Ultraleap an.

Einschätzung

Nur ein weites Sichtfeld macht noch kein langfristig interessantes Gerät, insbesondere wenn die Konkurrenz zu ähnlichen Preisen mehr bietet.

Pimax 5K Plus könnt ihr hier kaufen

Letzte Aktualisierung am 5.10.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

HTC Vive Cosmos

Die Vive Cosmos erschien am 3. Oktober 2019 als erste VR-Brille von HTC mit Inside-Out-Tracking, also ohne externe Sensoren, auf dem europäischen Markt. Das LC-Display mit 1.440 × 1.700 Pixeln pro Auge bietet ein sehr scharfes Bild mit einer guten Bildwiederholrate von 90 Hz. Der Augenabstand kann justiert werden (IPD), allerdings lassen sich die Linsen anders als bei der HTC Vive nicht weiter oder näher an den Augen positionieren. Brillenträger könnten hier je nach Gestellgröße das Nachsehen haben.

Das größte Problem bei Veröffentlichung war das Tracking, das nur in gut ausgeleuchteten Räumen vernünftig funktionierte. Mittlerweile hat HTC durch Software-Updates das Tracking verbessert, die Kritik reißt aber nicht ab.

VR-Brille Vive Cosmos freigestellt, schräg von der Seite
Die Vive Cosmos ist eine PC-VR-Brille mit Inside-Out-Tracking und großem vertikalen Trackingbereich. BILD: HTC

Die beiden zusätzlichen Tracking-Kameras an der Ober- und Unterseite der sogenannten „Faceplate“, also dem Frontpanel der Brille, sorgen für einen größeren vertikalen Trackingbereich als beispielsweise bei Windows-VR-Brillen.

Die Cosmos-Controller sind deutlich schwerer als Oculus Touch, die beiden AA-Batterien halten nur rund zwei bis drei Stunden. Bei einigen VR-Spielen gibt es zudem Kompatibilitätsprobleme.

Der Tragekomfort kann unter bestimmten Umständen gut sein und das Cosmos-Visier lässt sich hochklappen. Dadurch kann die VR-Brille allerdings auch nicht fest an das Gesicht gedrückt werden, was mehr Lichteinfall bedeutet. Die Audioqualität der integrierten Kopfhörer ist gut.

Vor- und Nachteile

+ scharfes Bild
+ geringer Fliegengittereffekt
+ gute Bildrate
+ verhältnismäßig gute Schwarzwerte
+ IPD-Regler
+ hochwertige Verarbeitung
+ guter Sound
+ hochklappbares Visier
+ großer vertikaler Trackingbereich durch zusätzliche Kameras

+/- Komfort stark abhängig von Kopfform und Augenposition

schwaches Tracking insb. der Controller und bei wenig Licht
Linsenabstand zu den Augen nicht einstellbar
Controller-Batterien müssen häufig gewechselt werden
teuer

Vive Cosmos ist für mich geeignet, wenn …

  • ich ein scharfes Bild will,
  • kein externes Tracking
  • und mir der Preis egal ist.

Vive Cosmos ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich präzises Tracking möchte,
  • VR in nicht gut ausgeleuchteten oder sehr hellen Räumen nutze und
  • ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erwarte.

Test der HTC Vive Cosmos & Empfehlung der Redaktion

Unseren Test zur Vive Cosmos findet ihr hinter dem Link.

Wir würden aufgrund der Vor- und Nachteile eher zu Meta Quest 2 mit optionalem Link-Kabel raten.

Zubehör

Für die Vive Cosmos gibt es den Vive Wireless Adapter (Test) als Zubehör. Zusätzlich könnt ihr die External Tracking-Faceplate oder zukünftig die XR-Faceplate einzeln hinzukaufen.

Für mehr Informationen empfehlen wir unseren Artikel mit allen Infos zur Vive Cosmos-Plattform.

Für Brillenträger gibt es Sehstärke-Linsen-Einsätze vom VR-Optiker (Test) für die Vive Cosmos.

Einschätzung

Die Zukunft der Vive-Cosmos-Plattform läuft maximal unter der Rubrik „Ferner liefen“. Das interne Trackingsysten der VR-Brille wird zwar kontinuierlich verbessert, reicht aber nicht an das der Konkurrenz ran.

Die normale Cosmos rangiert zudem im Niemandsland des Line-ups von HTC, ein besonderer Einsatzbereich oder ein sinnvolles Alleinstellungsmerkmal ist nicht zu erkennen.

B2B-VR-Brillen

Pico Neo 3 Pro / Link

(auch B2C)

Die B2B-VR-Brille Pico Neo 3 Pro kommt mit einer Auflösung von 1.832 × 1.920 Bildpunkten. Das TFT-Display hat mäßige Schwarzwerte, bietet aber einen weiten Sweetspot und eine gute Bildklarheit. Ein XR2-Chip von Qualkomm sorgt für Rechenpower, die Bildrate liegt bei 72 oder 90 Hz.

Der Augenabstand lässt sich durch dreistufiges Verschieben der Fresnel-Linsen in den Abständen 58, 63.5 und 69 mm einstellen. Ein Brillengestell passt unter die VR-Brille, auch wenn es etwas eng ist.

VR-Brille Pico Neo 3 Pro von schräg rechts vorne, Nahaufnahme
Die VR-Brille Pico Neo 3 Pro ist als Business-VR-Brille gedacht.

Neu ist das Tracking: Gleich der Meta Quest 2 sind vier Trackingkameras in die Ecken der Brillen-Front eingelassen, die die neuen VR-Controller nachverfolgen. Die Controller sind etwas länger als die Oculus Touch-Controller, ansonsten aber sehr ähnlich aufgebaut. Tracking und Bedienung funktionieren einwandfrei.

Die Pico Neo 3 Pro lässt sich schnell aufsetzen, justieren und einrichten. Die Kopfhalterung ist allerdings wenig ergonomisch und die Stabilität wird durch hohen Anpressdruck des steifen Gesichtspolsters ans Gesicht erkauft. Der an der hinteren Kopfhalterung angebrachte Akku hält etwa zweieinhalb Stunden.

Der Sound ist kräftig und für integrierte Lautsprecher ordentlich. Kopfhörer können über Klinke angeschlossen werden. Es gibt einen App Store, der aber längst nicht so umfangreich ist, wie Viveport oder Quest-Store. Für die Nutzung ist bei der Neo 3 Link ist ein Pico-Konto erforderlich. Für die Neo 3 Pro gilt die Kontopflicht nur bei Nutzung des App-Stores.

Dateien und Apps können mit wenigen Controller-Klicks aufgerufen werden, was VR-Entwicklung, aber auch Demos komfortabel gestaltet. Mittlerweile gibt es auch eine App zur Einstellung von WLAN sowie Payment-Daten.

Das Betriebssystem arbeitet mittlerweile meistens stabil, nur noch selten erfordern Bugs einen Neustart. Das DP-Kabel funktioniert bei beiden VR-Brillen ausgezeichnet, die native Darstellung des Bildsignals sorgt für klare Bilder, etwa bei der Nutzung von SteamVR-Spielen. Das WLAN-Streaming ist hingegen nur bei mäßiger Bildqualität flüssig.

Infos zur Neo 3 Link: Das Paket für den B2C-Markt heißt Pico Neo 3 Link und kostet 449 Euro inklusive des namengebenden DP-Kabels fürs Streaming vom PC. WLAN-Streaming über Wi-Fi 6 wird ebenfalls unterstützt. Pico Neo 3 Link ist vorerst in limitierter Auflage und im Rahmen eines Beta-Programms erschienen.  

Vor- und Nachteile

+ sehr gute Auflösung
+ IPD-Regler
+ einwandfreies Inside-Out-Tracking
+ kabelloses VR
+ guter Sound
+ schnelle und einfache Einrichtung und Bedienung
+ sauberes natives Bild über DisplayPort-Kabel
+ guter Preis für Neo 3 Pro und Neo 3 Link

+/- mäßige Schwarzwerte

keine Einstellung des Linsenabstands zu den Augen
unterdurchschnittliches Wireless-Streaming vom PC

Pico Neo 3 Pro / Link ist für mich geeignet, wenn …

  • ich eine sehr gute Standalone-B2B-VR-Brille mit scharfem Bild möchte,
  • völlig freie VR mit ausgezeichnetem Inside-Out-Tracking haben will,
  • mir Flexibilität bei VR besonders wichtig ist,
  • auf ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis Wert lege,
  • Features wie Kiosk-Modus wichtig sind,
  • schnelle und intuitive Bedienung wünsche oder
  • eine Alternative für die Quest 2 für den Heimgebrauch suche und mit Beta-Programmen kein Problem habe.

Pico Neo 3 Pro / Link ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich mir das WLAN-Streaming als Quest-2-Alternative erhoffe,
  • eine sehr komfortable VR-Brille wünsche oder
  • eigentlich eine reine PC-VR-Brille benötige.

Test der Pico Neo 3 Pro / Link & Empfehlung der Redaktion

In unserem Pico Neo 3 Pro-Test gehen wir auf alle Details der B2B-Version ein. Einen Test zur Pico Neo 3 Link haben wir ebenfalls für euch.

Die Pico Neo 3 Pro ist zwar nicht ganz ausgereift, zieht aber teilweise mit der Quest 2 gleich. Das macht sie zur derzeit besten Preis-Leistungs-VR-Brille für Business-Anwendungen und VR-Entwicklung. Beim Wireless-Streaming kann Pico aber noch nicht mit Air Link oder Virtual Desktop mithalten. Die Neo 3 Link ist zwar ein ganz ordentliches Paket für alle, die Meta-Brillen ablehnen, allerdings ist das native App-Angebot im Pico Store noch deutlich geringer und es sind im Rahmen des Beta-Programms immer wieder Probleme zu erwarten.

Die Pico Neo 3 Link ist im Prinzip exakt die gleiche VR-Brille wie die Neo 3 Pro. Allerdings hat sie eine generelle Accountpflicht, während die Neo 3 Pro nur einen Pico-Account bei App-Store-Nutzung verlangt.

Einschätzung

Pico hat mit der neuen VR-Brille gerade im B2B-Segment gute Karten eine maßgebliche Rolle zu spielen. Die Pico Neo 3 Pro ist preislich interessanter als HTCs Vive Focus 3 und sie kommt ohne Konto-Zwang aus. Ihre schnelle und intuitive Bedienbarkeit sowie das gute Kabelstreaming ist eine Empfehlung wert. Zu beachten ist, dass Pico vom chinesischen TikTok-Konzern Bytedance gekauft wurde, an dem die chinesische Regierung beteiligt ist. Die Datenschutz-Situation ist hier mit besonderer Vorsicht zu betrachten.

Ich bezweifle, dass die für den B2C-Markt umgelabelte Neo 3 Pro erfolgreich sein kann. Der Markt ist fest in Metas Hand und die Quest 2 hat beim (WLAN-)Streaming, beim Komfort und den verfügbaren VR-Apps deutlich die Nase vorn. Allerdings belebt Konkurrenz das Geschäft und vielleicht sorgt der Vorstoß von Pico ins B2C-Segment mittelfristig für mehr Bewegung und Investition am Markt. Immerhin wurden mittlerweile Hinweise auf eine Pico Neo 4 bekannt.

Pico Neo 3 Pro / Link könnt ihr hier kaufen

VR-Brille Pico Neo 3 Pro kaufen

Die Pico Neo 3 Pro ist in erster Linie für Unternehmen, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Organisationen gedacht.

Pico Neo 3 Pro – 256 GB

VR-Brille Pico Neo 3 Link kaufen

Via Link-Kabel oder WLAN-Streaming (Wi-Fi 6) habt ihr Zugriff auf viele SteamVR-Spiele. VR-Apps können auch direkt aus dem Pico Store auf die VR-Brille geladen werden.

Pico Neo 3 Link mit DP-Link-Kabel – 256 GB

Vive Focus 3

Die Vive Focus 3 ist die erste Standalone-VR-Brille von HTC und nur für den Business-Bereich gedacht. Sie bringt dieselbe Display- und Fresnel-Linsenkonstruktion mit, wie die Vive Pro 2. Die Auflösung beträgt 2.448 x 2.448 Bildpunkten pro Auge, das Sichtfeld beträgt annähernd 120 Grad. Das vertikale Sichtfeld ist allerdings abgeflacht.

In der VR-Brille arbeitet wie bei der Quest 2 ein XR2-Prozessor von Qualcomm. Die Bildwiederholrate beträgt 90 Hz. Der Akku befindet sich in der Kopfhalterung am Hinterkopf und kann ausgetauscht werden. Die Nutzungsdauer beträgt etwa zwei Stunden, aufladen dauert ungefähr eine Stunde.

VR-Brille Vive Focus 3 von der Seite

Die Vive Focus 3 erwies sich im Test als erstaunlich komfortabel. | Bild: MIXED

Das Bild lässt leider wie bei der Vive Pro 2 zu wünschen übrig. Durch extreme Glare-Effekte sowie God-Rays ist das Bild in kontrastreichen Szenen unruhig und verschwommen. Nur im schmalen Sweetspotbereich und ohne Bewegung ist die volle Bildschärfe zu genießen. In weniger kontrastreichen Szenen fällt das allerdings nicht so sehr ins Gewicht. 

Hervorragend gelungen ist hingegen das Tracking. Die VR-Controller und das Headset werden sehr stabil nachverfolgt, gefühlt sogar noch etwas besser als bei der Quest 2. Handtracking ist ebenfalls integriert, funktioniert aber nur teilweise ganz ordentlich. 

Das Wi-Fi-Streaming kann in puncto Bildqualität zwar nicht mit Air Link mithalten, funktioniert aber bei ordentlicher Bildqualität absolut einwandfrei. Streaming von aufwendigen VR-Spielen wie Half-Life: Alyx lief im Test absolut flüssig. Die Kabellösung über ein USB-C-Kabel funktionierte im Test hingegen nicht. Der Sound aus den integrierten Lautsprechern ist okay – wer mehr will, schließt über Klinke richtige Kopfhörer an.

Der Tragekomfort ist erstaunlich angenehm, was unter anderem an der guten Polsterung am Gesicht und am Hinterkopf liegt. Brillenträger bekommen ihr Nasenfahrrad zudem ohne Probleme unter die VR-Brille.  

Vive Focus Pro setzt kein Konto voraus, solange nicht auf den App Store zugegriffen wird. Eine Besonderheit liegt zudem im erweiterbaren Speicherplatz über eine microSD-Karte.  

Vor- und Nachteile

+ superscharfes Bild
+ kaum Fliegengittereffekt
+ hervorragende Bildrate
+ sehr präzises Tracking
+ IPD-Regler

großteils verwaschenes Bild durch heftiges Glare
sehr schmaler Sweetspot
oben und unten stark unscharfes Bild
hohe Hardware-Voraussetzungen
veraltetes Controller-Design
teuer

Vive Focus 3 ist für mich geeignet, wenn …

  • ihr ein sehr scharfes Bild im Sweetspot bevorzugt,
  • euch Glare und Godrays aus der Hölle egal sind,
  • ihr ein etwas weiteres horizontales Sichtfeld gegen ein schmaleres vertikales tauschen könnt,
  • ihr eine recht komfortable VR-Brille mit IPD-Regler sucht,
  • exzellentes Tracking (allerdings mit einem kleinen Makel) wollt,
  • etwas für gutes Wi-Fi-Streaming übrig habt und
  • diverse Anwendungen auch ohne Log-in in ein Konto starten möchtet.

Vive Focus 3 ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ihr ein klares, ruhiges Bild in VR erwartet,
  • God-Rays und Glare nur bis zu einem gewissen Grad ertragt,
  • kein flacheres vertikales Sichtfeld wollt,
  • ergonomischere Controller vorzieht und
  • es auch im B2B-Umfeld gewohnt seid, App-Käufe in VR abwickeln zu können

Test der Vive Focus 3 & Empfehlung der Redaktion

Unseren Vive Focus 3 Test findet ihr hinter dem Link. 

Das Tracking ist großartig, die Controller sind zuverlässig, der Tragekomfort ist gut und die VR-Brille ist schnell. Außerdem kann ich Anwendungen ganz ohne Konto-Log-in benutzen, ähnlich wie bei der Pico Neo 3 Pro. Deshalb ist die Vive Focus 3 eigentlich eine gute Wahl für Unternehmen. 

Aber: Diese Empfehlung gilt nur, wenn man die Display-Katastrophe ignoriert. Wer mit unruhigem Bild ein Problem hat und viel mit kontrastreichen Szenen arbeitet, dürfte trotz aller sonstigen Vorteile nicht mit der Focus 3 glücklich werden. 

Für Privatanwender:innen ist die VR-Brille zu teuer, da sie sich im Prinzip nur für SteamVR-Streaming eignet.

Einschätzung

Während die Vive Pro 2 insgesamt einfach keinen Sinn ergibt, ist die Vive Focus 3 aufgrund ihrer Flexibilität schon wieder eine Empfehlung mit den genannten Einschränkungen wert. Da sich derzeit bei HTC keine neue VR-Brille abzeichnet, dürfte das noch eine Weile so bleiben. 

Vive Focus 3 könnt ihr hier kaufen

HTC Vive Pro Eye

Die Vive Pro Eye weist überwiegend die gleichen Daten auf wie die Vive Pro. Ferner bietet sie Eye-Tracking mit sogenanntem Foveated Rendering. Aufgrund mangelnder Softwareunterstützung für Eye-Tracking ist dieses System für Heimanwender nicht relevant.

VR-Brille HTC Vive Pro Eye, schräg von der Seite, freigestellt
Die Vive Pro Eye kommt mit Eye-Tracking und Foveated Rendering. Sie richtet sich an Unternehmen. BILD: HTC

Beim Eye-Tracking werden die Augen des Nutzers nachverfolgt. Die Augenbewegungen können beispielsweise auf einen virtuellen Avatar übertragen, für Marktforschung verwendet oder in Trainingsszenarien eingesetzt werden. Auch die Steuerung von virtuellen Bedienelementen kann über Eye-Tracking erfolgen, beispielsweise durch Blinzeln.

Foveated Rendering sorgt dafür, dass der Fokusbereich, auf den das Auge schaut, scharf dargestellt wird, während die Peripherie mit reduzierter Auflösung ausgegeben werden kann. Dadurch kann mit der gleichen PC-Leistung deutlich detailliertere Grafik dargestellt werden.

Vor- und Nachteile

Die Vive Pro Eye bietet alle Vor- und Nachteile der Vive Pro und

+ gutes Bild
+ wenig Fliegengittereffekt
+ gute Bildrate
+ sehr präzises Tracking
+ Eye-Tracking
+ Foveated Rendering
+ vertretbarer Preis

vergleichsweise teuer
veraltetes Controller-Design

Vive Pro Eye ist für mich geeignet, wenn …

  • ich beruflich Anwendungen entwickle,
  • Marktforschung betreibe,
  • mir in virtuellen Meetings realistischer Augenkontakt wichtig ist,
  • ich Controller-freie Bedienung von virtuellen Schaltflächen benötige und
  • ich besonders Ressourcen-optimierte VR-Anwendungen ohne Auflösungsverlust benötige.

Vive Pro Eye ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich eine VR-Brille für zu Hause suche,
  • auch beruflich eine mobile VR-Brille benötige und
  • Handtracking für mich interessanter ist als Controller-freie Bedienung durch Eye-Tracking.

Test der HTC Vive Pro Eye

Wir haben bislang nicht die Möglichkeit gehabt, die Vive Pro Eye zu testen. Sie scheint gut geeignet für Unternehmen und Entwickler mit speziellen Anwendungen und genau definierten Zielgruppen, unter anderem Marktforscher und deren Probanden oder Teilnehmer an VR-Trainings.

Zubehör

Der zusätzliche Kauf eines Vive-Wireless-Adapters kann die Vive Pro Eye kabellos machen.

Einschätzung

Die Vive Pro Eye kann aufgrund ihrer Besonderheiten (Eye-Tracking und Foveated Rendering) im Business-Bereich erfolgreich sein. Vermutlich wird es später eine Version der Vive Pro 2 mit Eyetracking geben.

Varjo VR-3

VR-Brillen von Varjo sind für Designer und Unternehmen gedacht.

Die Varjo-Brillen beeindrucken mit ihrer speziellen Displaykonstruktion, die laut Hersteller eine Auflösung von rund 70 Pixel pro Grad im Fokusbereich schaffen sollen. Zum Vergleich: Selbst das sehr hochaufgelöste Display der HP Reverb schafft nur 19 Pixel pro Grad.

Die extrem hohe Auflösung in der Bildmitte wird durch eine Doppel-Displaykonstruktion erreicht, bei der das Fokus-Display auf einem Bereich von 27 × 27 Grad mit 1.920 × 1.080 Bildpunkten bei einer Bildrate von 90 Hz auflöst. Währenddessen wird das periphere Sichtfeld von einem Kontext-Display mit einer Auflösung von 2.880 × 2.720 Pixeln ausgefüllt.

VR-Brille Varjo VR-3 von links vorne, Promo-Shot
Die Varjo VR-3 bietet noch höhere Auflösungen auf dem Dual-Display als die Vorgänger-Brillen.

VR-Brillen von Varjo haben traditionell Schwächen beim Übergang zwischen Fokus- und Kontextbereich. Das führt dazu, dass für ein konstant scharfes Bild immer der ganze Kopf statt nur der Augen gedreht werden muss. Das schränkt die Nutzung der Varjo VR-3 auf Designer oder Abnehmer von Produktpräsentationen ein, bei denen Produktivität vor der Immersion steht.

Vor- und Nachteile

+ schärfstes Bild aller VR-Brillen im Fokusbereich
+ sehr gute Schwarzwerte durch OLED-Display
+ gutes Sichtfeld
+ integriertes Eye-Tracking
+ automatische IPD-Einstellung
+ SteamVR-Tracking
+ sehr gute Verarbeitung

+/- braucht einen sehr starken PC

suboptimaler Übergang zwischen Fokus- und Kontextdisplay
teuer

Die Varjo VR-3 ist für mich geeignet, wenn …

  • ich sie für Design oder Produktabnahmen im Unternehmen benötige,
  • ich VR mit einer Auflösung nahe dem menschlichen Sehvermögen erleben will und
  • Geld keine Rolle spielt.

Die Varjo VR-3 ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich VR-Spiele spielen will,
  • ich ein homogenes Gesamtbild durch die Linsen erwarte,
  • ein ausgereiftes VR-Produkt für zu Hause möchte und
  • keine mittleren vierstelligen Summen investieren will.

Test der Varjo VR-3 & Empfehlung der Redaktion

Wir haben keinen Test zur Varjo VR-3.

Für den Hausgebrauch ist diese VR-Brille wahrscheinlich eher nicht zu empfehlen, selbst wenn man die Kohle dafür locker hat. Sie ist auf Produktivität ausgelegt und nicht auf Immersion in VR-Apps. Allerdings lohnt es sich, die Marke im Auge zu behalten, schließlich zeigt die Technik, dass schon heute extrem hohe Auflösungen möglich sind.

Für den Anwender zu Hause gibt es die Varjo Aero.

Varjo XR-3

Technisch überwiegend baugleich mit der Varjo VR-3, wird sie durch zwei 12-Megapixel-Kameras erweitert, die die Realität in die VR-Brille holen.

VR-Brille Varjo XR-3 von links vorne, Promo-Shot
12-Megapixel-Kameras sorgen bei der Varjo XR-3 für realistisches Passthrough, dazu kommen verschiedene Sensoren für räumliche Tiefe, etwa LiDAR.

Mit diesen Kameras können in Mixed-Reality-Anwendungen virtuelle Objekte oder sogar Räume in reale Umgebungen integriert werden. Auch diese Brille kommt mit integriertem Eye-Tracking und Handtracking.

Vor- und Nachteile

Die Varjo XR-3 weist alle Vorteile der Varjo VR-3 auf und

+ zwei 12 MP-Passthrough-Kameras bringen ein hochaufgelöstes Bild der realen Umgebung in die VR-Brille
+ LiDAR Sensoren für 3D-Darstellung und -Informationen
+ Übergang zwischen Fokus- und Kontextdisplay deutlich verbessert

Preis liegt im mittleren vierstelligen Bereich

Die Varjo XR-3 ist für mich geeignet, wenn …

  • ich sie für Design oder Produktabnahmen im Unternehmen benötige,
  • Mixed-Reality-Anwendungen entwickeln will,
  • bei meiner Arbeit Handtracking und Eye-Tracking nutzen möchte,
  • VR mit einer Auflösung nahe dem menschlichen Sehvermögen erleben will und
  • Geld keine Rolle spielt.

Die Varjo XR-3 ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich VR-Spiele spielen will,
  • ein ausgereiftes VR-Produkt für zu Hause erwarte und
  • keine 6.000 Euro investieren möchte.

Test der Varjo XR-3 & Empfehlung der Redaktion

Wir haben derzeit keinen Test der Varjo XR-3. Die VR-Brille lohnt sich ausschließlich für spezifische Anwendungen bei der Entwicklung von Mixed-Reality-Anwendungen.

StarVR One

Die VR-Brille StarVR One entstand ursprünglich aus einer Kooperation von Hardware-Hersteller Acer und dem Entwicklerstudio Starbreeze (unter anderem bekannt für Payday 2). Das Headset beeindruckt auf dem Papier mit einer Auflösung von 1.830 × 1.464 Pixeln bei einem massiven horizontalen Sichtfeld von satten 210 Grad.

Ob StarVR ähnlich wie Pimax bei diesem Sichtfeld ebenfalls mit Randverzerrungen zu kämpfen hat, ist nicht durch offizielle Testberichte belegt.

VR-Brille StarVR One mit ultrabreitem Sichtfeld von hinten mit Blick in die Linsen, auf denen zu Illustrationszwecken Bilder eingefügt wurden
StarVR One: VR-Brille mit ultraweitem Sichtfeld wird nur an Unternehmen ausgeliefert. | BILD: StarVR

Das AMOLED-Panel soll für gute Schwarzwerte sorgen, die Bildwiederholrate liegt mit 90 Hz beim Branchenstandard. Außerdem ist Eye-Tracking integriert und Dynamic Foveated Rendering wird unterstützt. Das Tracking der StarVR One erfolgt über die SteamVR-Basisstationen 2.0. Der Anschluss der VR-Brille erfordert zwei DisplayPorts und zwei USB 2.0-Anschlüsse.  

StarVR One ist nur durch einen strikten Auswahlprozess, der nur Unternehmen (bspw. Arcades) zulässt, für 2.800 Euro netto erhältlich. Bei größeren Stückzahlen der Bestellung im B2B-Bereich soll es laut StarVR immerhin Mengenrabatt geben.

Vor- und Nachteile (laut Daten)

+ scharfes Bild
+ riesiges Sichtfeld
+ gute Schwarzwerte
+ Eye-Tracking
+ Dynamic Foveated Rendering
+ SteamVR-Tracking

+/- sehr hardwarehungrig

teuer

Die StarVR One ist für mich geeignet, wenn …

  • ich die VR-Brille geschäftlich nutze,
  • Arcade-Betreiber bin und
  • scharfes Bild sowie riesiges Sichtfeld zu meinen Fokuskriterien gehören.

Die StarVR One ist für mich weniger geeignet, wenn …

  • ich Privatkunde bin,
  • auf den Preis schauen muss oder
  • offizielle Tests für eine Entscheidung benötige.

Test der StarVR One & Empfehlung der Redaktion

Es gibt keine offiziellen Tests zur StarVR One.

Fragen & Antworten zu Virtual Reality und VR-Brillen

Was ist und wie funktioniert eine VR-Brille?

  • VR-Brillen werden auf den Kopf gesetzt und bestehen aus zwei Displays in einer abgeschotteten Vorrichtung, die über spezielle Linsen ein stereoskopisches, dreidimensionales Bild beim Nutzer erzeugen.
  • In Verbindung mit der Nachverfolgung (Tracking) der eigenen Bewegung entsteht der Eindruck, sich in einer virtuellen Welt zu befinden anstatt – wie beim traditionellen Monitor – nur darauf zu schauen.

Mit der VR-Brille kann sich der Nutzer durch natürliche Kopfbewegung frei in der Virtual Reality (VR) umsehen. Vollwertige VR-Brillen unterstützen hier sämtliche Bewegungsrichtungen, auch als 6 Degrees of Freedom (kurz: 6DOF) bezeichnet. Das bedeutet, man kann sich mit der VR-Brille im virtuellen Raum

  1. vor und zurück,
  2. hoch und runter,
  3. nach links und rechts bewegen sowie
  4. drehen,
  5. neigen und
  6. schwenken.

VR-Brillen, die nur drei Freiheitsgrade (3DOF) unterstützen, also sich nicht in die Tiefe des Raumes neigen können, sind im Vergleich weniger immersiv. Sie vermitteln zwar das Gefühl, in einem VR-Raum zu stehen – aber man kann sich darin nicht fortbewegen. VR-Brillen für den PC oder die Konsole sowie Oculus Quest bieten heute fast immer alle sechs Freiheitsgrade. Wir empfehlen deshalb, unbedingt zu einer 6DOF-Brille zu greifen.

Mit VR-Controllern bewegen wir uns in VR durch Teleportation oder flüssige Fortbewegung, interagieren mit Gegenständen und bedienen Schaltflächen. Alles, was wir mit den Controllern tun, sehen wir direkt in der VR-Brille. VR-Brillen wie Meta Quest (2) oder Vive Focus 3 unterstützen Handtracking – die Hand wird zum VR-Controller, um etwa das Menü zu bedienen oder sogar VR-Spiele zu spielen.

Falls ihr euch für die Geschichte von Virtual Reality interessiert – von Panoramen im 18. Jahrhundert über den Virtual Boy bis hin zu heutigen VR-Brillen – dann lest den spannenden, verlinkten Artikel.

Welche VR-Brille bietet die höchste Auflösung?

  • Die Varjo-VR-Brillen liegen durch ihre besondere Doppeldisplay-Konstruktion bei der Bildschärfe vorn und kommen nahe an das menschliche Sehvermögen heran. Sie sind für Unternehmen geeignet. Ausnahme: Die Varjo Aero ist für Privatkunden gedacht und bringt 2.880 x 2.720 aufs Display.
  • Im Konsumenten-Bereich liegt die Pimax Vision 8K X mit 3.840 × 2.160 Pixeln pro Auge vorn.
  • Hinter den Pimax-Brillen rangiert die Vive Pro 2 mit 2.448 × 2.448 Bildpunkten pro Auge.

Der Großteil der aktuellen VR-Brillen bewegt sich in puncto Auflösung um die 1.800 x 1.900 Pixel pro Auge. Das ist scharf genug für ein gutes Bild ohne Pixelmatsch.

Für die Wahl einer VR-Brille sollte niemals nur ein Aspekt in Betracht gezogen werden, es sei denn, ihr benötigt nur diesen einen Aspekt. Sound, Controller, Tracking und Tragekomfort solltet ihr bei einer Kaufentscheidung ebenfalls berücksichtigen.

Welche VR-Brille bietet den höchsten Komfort?

  • Die Varjo Aero bietet aufgrund der cleveren Halo-Kopfhalterung den größten Tragekomfort für lange VR-Sessions.
  • Die Playstation VR bietet ebenfalls seit Jahren hervorragenden Komfort, gefolgt von der Valve Index.

Unter den PC-VR-Brillen ist die Varjo Aero besonders komfortabel. Die obere Kopfhalterung der Varjo Aero legt das Gewicht der schweren VR-Brillenfront auf den Kopfbereich oberhalb der Stirn und macht Anpressdruck im Gesicht unnötig.

Welche VR-Brille ist für Brillenträger geeignet?

  • Brillenträger haben keine Probleme mit den Vive-Brillen, der Playstation VR, der Valve Index und der Varjo Aero.
  • Bei der Meta Quest (2) oder den Pico-Brillen kann es seitlich zu Problemen kommen, da kaum Platz für die Brillenbügel vorhanden ist.

Allerdings lässt sich das Problem für Brillenträger durch Sehstärke-Linsen-Einsätze vom VR-Optiker beheben, sofern Einsätze für die jeweilige Brille möglich sind.

Welche VR-Brille kann ohne PC betrieben werden?

  • Die beste autarke VR-Brille ist die Meta Quest 2.
  • Sie benötigt keinen PC und kein externes Tracking, kann aber bei Bedarf mittels Oculus/Meta Link (Infos) zu einer PC-VR-Brille werden.

Welche VR-Brille ist für Sim-Racing oder Flugsimulationen geeignet?

  • Die Varjo Aero bietet eine unübertroffene visuelle Schärfe, kostet aber auch sehr viel und weist kleinere Probleme auf.
  • Etwas günstigere Alternativen sind die Vive Pro 2 oder HP Reverb G2, die ihre Stärken ebenfalls vor allem bei der Auflösung haben, darüber hinaus aber diverse Probleme mitbringen.

Die höhere Flexibilität, vor allem wenn man auch bewegungs- und interaktionsintensivere VR-Spiele spielen möchte, ist bei der Valve Index besser. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, die Index Controller und Basisstationen mit der HP Reverb G2 zu nutzen. Schaut dazu in unseren HP Reverb G2 Test.

Welche VR-Brille lohnt sich für Beat Saber?

  • Definitiv die Meta Quest 2.
  • Beat Saber ist grafisch nicht sonderlich anspruchsvoll, sondern benötigt primär gutes Tracking und Bewegungsfreiheit.
  • Beides bekommen wir mit der autarken Quest 2.

Wer volle Leistung will und sich durch ein Kabel nicht stören lässt, sollte hier zur Valve Index greifen und Beat Saber mit 144 Hz Bildrate spielen (vorausgesetzt, die eigene PC-Hardware lässt das zu.)

Welche VR-Brille ist die beste?

  • Die beste VR-Brille als Preis-Leistungs-Paket ist die Meta Quest 2.
  • Die beste reine PC-VR-Brille ist die Valve Index unter Berücksichtigung des Preises. Auflösung, Bildwiederholrate, Sichtfeld, Tracking, Komfort, Sound und Controller sind zusammen betrachtet den Kaufpreis wert. Mehr Details dazu findet ihr in unserem Valve Index-Test.
  • Die beste VR-Brille in puncto Bildqualität ist ohne Zweifel die Varjo Aero – sie ist allerdings kostspielig und benötigt diverse zusätzliche Hardware sowie einen Hochleistungs-PC.   

Welche VR-Brille soll ich kaufen?

  • Wer nicht zwangsläufig das technisch beste Gesamtpaket für PC-VR benötigt, bekommt das flexibelste Preis-Leistungs-Paket mit der Meta Quest 2.
  • Sie ist autark, bietet ein gutes Bild, unterstützt Handtracking und kann bei Bedarf über ein USB-C-Kabel oder Wi-Fi-Streaming zu einer vollwertigen PC-VR-Brille werden.

Zwischen völliger Bewegungsfreiheit und hochwertigem PC-VR steht nur ein Kabel oder Air Link. Außerdem kann die Quest 2 bereits recht gutes Handtracking.

Wenn ihr spezielle Stärken einer VR-Brille bevorzugt, hilft euch unser ausführliches Vergleichstool am Anfang des Artikels bei eurer Kaufentscheidung.