Namoo zeichnet mit wenigen Pinselstrichen eine ganze Lebensgeschichte nach. Auf dem Sundance Film Festival feierte das jüngste Projekt des renommierten VR-Filmstudios Baobab (Paper Birds, Baba Yaga) Premiere. Ich habe mir den VR-Film angesehen.

Namoo ist das koreanische Wort für Baum. Im gleichnamigen Film geht es um einen ganz besonderen Baum: den Baum des Lebens. Er bildet das unverrückbare Zentrum der Szene, in der wir uns zu Beginn wiederfinden und die wir erst gegen Ende verlassen. Der Film spielt sich im engen Umkreis dieses Baums ab, der mit seinem Protagonisten wächst – und wir mit ihm.

Wir sehen ein Kleinkind, einen Buben, einen jungen Mann. Mit dem Heranwachsen dieses Menschen kristallisiert sich eine Leidenschaft heraus, die die Einheit seiner Existenz, seine Identität bildet: das Zeichnen und Malen.

Mit jedem Entwicklungsschritt und Größerwerden des Protagonisten wachsen auch der Baum und die Größenverhältnisse der Szene, wodurch wortwörtlich das Gefühl entsteht, mit dem Helden zu wachsen: ein verblüffender visueller Effekt, der nur in Virtual Reality umsetzbar ist.

Der bislang beste Quill-Film

Auch an anderer Stelle weiß Namoo, das Medium zu nutzen: durch den dem Kino entlehnten Match Cut, einer Schnitttechnik, die im VR-Film wirkungsvoll gegensätzliche Lebenssituationen kontrastiert oder durch gezielte Bewegungen der Kamera und Szene, die physisches Unbehagen auslösen und uns damit noch stärker mit dem namenlosen Protagonisten mitfühlen lassen.

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