Varjo Aero Tests: So urteilt die US-Presse über die Highend-VR-Brille

Varjo Aero Tests: So urteilt die US-Presse über die Highend-VR-Brille

Die PC-VR-Brille Varjo Aero wurde offiziell vorgestellt. Was sagen US-Tester über das neue Highend-Gerät?

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Ihr wollt mehr über die Eigenschaften und Technik der Varjo Aero erfahren? Dann schaut in unseren Varjo Aero-Infoartikel.

Upload VR: Luxusprodukt mit Macken

Die Varjo Aero erfülle so ziemlich jede Voraussetzung für eine „unglaublich starke Virtual-Reality-Erfahrung“, überzeuge als Verbraucherprodukt jedoch nicht vollends, schreibt Jamie Feltham.

Auf der einen Seite biete die Varjo Aero eine unübertroffene visuelle Schärfe, die vollkommen neue Details in VR-Spielen wie Half-Life: Alyx (Test) erkennen lässt. Das sei wirklich ein „großer Sprung“.

Auf der anderen Seite habe die VR-Brille mit Problemen zu kämpfen, die Konsumenten schwerlich akzeptieren werden, insbesondere bei einem Preis von 2.000 US-Dollar (ohne Basisstationen und VR-Controller).

Technisch sei das Gerät ein „Powerhouse“, weise jedoch störende Verzerrungseffekte an der Peripherie des Sichtfelds auf, die in jeder VR-App sichtbar sind. Varjo selbst ist sich des Problems bewusst und will es bis zum Launch Ende 2021 per Software-Update beheben, schreibt Feltham. Derzeit wäre es aber „unglaublich schwer“, die Varjo zu diesem Preis zu empfehlen.

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Die Varjo Aero ist eine PC-VR-Brille mit beeindruckender Technik, die sich an gut betuchte Simulations-Fans und Unternehmen richtet. | Bild: Varjo

Das wäre schade, weil die Schärfe des Displays einzigartig sei und alle anderen VR-Brillen (Vergleich) einschließlich der HP Reverb G2 (Test) und HTC Vive Pro 2 (Test) schlage.

Die motorenbetriebene IPD-Einstellung sei eindrucksvoll, aber eine Luxusfunktion, auf die man zugunsten eines niedrigeren Preises verzichten könnte. Die Linsen hingegen seien weniger eindrücklich und erzeugten eine ungewöhnliche Form des Sichtfelds.

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Beim Tragekomfort glänze die Varjo Aero. Feltham könne die VR-Brille laut eigenen Aussagen ohne Probleme stundenlang tragen. Der Kühler sei vernehmbar und blase Luft in die Linsen, was manche Tester störte. Das SteamVR-Tracking funktioniert erwartungsgemäß makellos.

Das Eye-Tracking und Foveated Rendering konnte Feltham nicht eingehend testen, weil es außer zwei Varjo-Demos schlicht keine Anwendungen gibt, die es unterstützen. Diese Technologien dürften sich also erst irgendwann in der Zukunft auszahlen.

Road to VR: „Ein Traum für VR-Simulationsfans“

Auch Ben Lang stellt die visuelle Brillanz der Varjo Aero heraus.

Dank der höheren Auflösung und der asphärischen Linsen, die störende Glare-Effekte und God Rays eliminieren, biete die Varjo Aero noch ein Stück mehr visuelle Schärfe als die HP Reverb G2. Mit dem richtigen VR-Inhalt wie Half-Life: Alyx kombiniert, sei es, als würde man die Welt mit neuen Augen sehen, schreibt Lang.

Die Klarheit des Bilds zahle auch auf das Präsenzgefühl ein. „Es ist ein unglaublich starkes Gefühl, das über bloße Immersion hinausgeht und das Aero leichter hervorzurufen scheint als jede andere VR-Brille, die ich ausprobiert habe“, schreibt Lang. Die neuartigen Linsen erlaubten zudem Bildschärfe bis zu den Rändern des Sichtfelds, was bei Fresnel-Linsen nicht der Fall sei.

Der visuelle Eindruck sei dennoch nicht perfekt. Farbverfälschungen und optische Verzerrungen, letztere an der Sichtperipherie und bei Kopfdrehungen, störten den Tester und derzeit sei unklar, ob und wann Varjo die Probleme per Software-Update beheben kann.

Lang gibt zu bedenken, dass es derzeit nur eine Handvoll VR-Spiel gibt, die das Gerät ausreizen. Für Beat Saber und Co. brauche man keine Varjo Aero. Anders sehe es natürlich mit Flug- und Rennsimulationen aus.

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Das Sichtfeld fiel in seinen Messungen geringer aus als bei Vive Pro 2, Reverb G2 und Valve Index. Dass die Varjo Aero keine Möglichkeit biete, den Abstand der Linsen zu den Augen zu justieren, nennt Lang bedauerlich. Das Sichtfeld fühle sich außerdem „nicht so rund“ an wie bei anderen VR-Brillen und sei „vertikal etwas abgeschnitten“.

Das Foveated Rendering funktioniere nur in Anwendungen, die das Varjo SDK nutzen, sei in den Demos aber „praktisch unsichtbar“ am Werk.

Ein großes Versäumnis sei das Fehlen von Lautsprechern: Wer sich eine Varjo Aero kaufe, müsse Kopfhörer anschließen. Das Gleiche gelte für die fehlende Videodurchsicht. Die VR-Brille schirme gut gegen außen ab, mit dem Ergebnis, dass man seine Umgebung nicht mal mehr durch einen Nasenschlitz wahrnehmen könne.

Ben Lang bezeichnet die Varjo Aero als „Traum eines VR-Simfans“. Die VR-Brille sei wegen ihres Preisschilds aber nur für Unternehmen mit Eye-Tracking-Anwendungen und Enthusiasten attraktiv, die bereit sind, tausende US-Dollar für die beste Hardware zu zahlen. Wer auf maximale Schärfe Wert legt und dennoch kein Vermögen ausgeben will, dürfe eher die HP Reverb G2 ins Auge fassen.

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Varjo Aero ist vor allem für Flug- und Rennsimulationen, VR-Schulungen, 3D-Design und Kreativität sowie Vorführungen in Showrooms, Museen und VR-Arcades gedacht.

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Tom’s Hardware: So sieht die Zukunft aus

Die Varjo Aero biete das schärfste Fenster in die digitale Welt aller bislang von ihm getesteter VR-Brillen, schreibt Kevin Carbotte. Es sei nicht leicht, die Erfahrung in Worte zu erfassen. „Die Varjo Aero ist die erste VR-Brille, die mich dazu gebracht hat, den Verzicht auf herkömmliche Bildschirme in nicht allzu ferner Zukunft in Betracht zu ziehen.“

Die VR-Brille sei für all jene gedacht, die das nötige Kleingeld haben und nur das Beste vom Besten wollen. Das Einzige, was zu wünschen übrig ließe, sei das durchschnittliche Sichtfeld.

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Carbotte fielen außerdem die schlechten Schwarzwerte auf, ein Problem, das Varjo mittels einer softwarebasierten Local-Dimming-Technologie noch in den Griff bekommen will. Carbotte bemängelt zudem, dass eine richtige Audiolösung, Basisstationen und VR-Controllern fehlen.

Tom’s Hardware testete die VR-Brille mit einem Core i7-8700K, 16 GB Arbeitsspeicher und einer RTX 2080. Half-Life: Alyx lief flüssig, nicht jedoch die Rennsimulation Project Cars 2 und der Weltraum-Shooter Star Wars: Squadrons (Test).

Tested: Beste PC-VR-Brille für Reiche

Norman Chan ist begeistert von der Technik der Varjo Aero. „Hätte ich unbegrenzte Geldmittel, dann wäre das die PC-VR-Brille, die ich kaufen würde“, sagt Chan in seinem Test-Resümee. „Es ist schwer, zu anderen VR-Brillen zurückzukehren, nachdem ich Half-Life: Alyx, Elite: Dangerous und Pavlov mit der Varjo Aero gespielt habe.“

Chan hat jedoch auch Vorbehalte: So zukunftssicher das Gerät auch sei, die Konkurrenz würde wahrscheinlich bald aufschließen und VR-Brillen mit einem ähnlich hochauflösenden Display für einen geringeren Preis auf den Markt bringen. Er warte lieber noch sechs Monate oder ein Jahr und schaue dann, was im Handel erhältlich ist.

Chan lobt die Ergonomie des Geräts und kritisiert wie auch die anderen Tester das Fehlen einer Audiolösung sowie VR-Controllern und Trackingwürfeln. Getestet hat er die VR-Brille mit einer RTX 3080 Ti, wobei die Leistung der Grafikkarte ausreichte.

 

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