Mit Air Link erschien vor kurzem offizielles PC-VR-Streaming für Oculus Quest 2. Hält Facebooks Lösung, was sie verspricht?

Die folgenden Messungen und Testeindrücke wurden uns freundlicherweise von unserem Leser, MIXEDCast-Gast und Unreal-Engine-Experten Robin Hasenbach (Arvur) zur Verfügung gestellt.

Was Air Link ist und was ihr bei der Einrichtung der drahtlosen Datenübertragung beachten müsst, könnt ihr in unserem PC-VR-Streaming Guide im Detail nachlesen. Dort findet ihr auch Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Vor- und Nachteile der kostenpflichtigen Alternative Virtual Desktop.

Robin maß die Air Link-Performance in drei Testumgebungen:

  • einem Highend-PC mit einem relativ komplexem Netzwerksetup,
  • einem Gaming-Notebook mit separatem Access Point und
  • einem Gaming-Notebook mit Wi-Fi-Hotspot.

Gestreamt wurde in eine Oculus Quest 2 mit 64 Gigabyte Speicher. Am Ende des Artikels folgen allgemeine Testeindrücke.

Testumgebung A: Highend-PC

Systemkonfiguration:

  • GPU: RTX 3090
  • CPU: AMD Ryzen 5900X
  • RAM: 32 GB
  • SSD: M.2 NVMe
  • Betriebssystem: Windows 10 Pro (Neuestes Update)
  • NVidia Treiber: 466.11 (Game-Ready-Treiber)

Netzwerk:

  • PC angeschlossen via Cat.7 Kabel
    • ca. 9 m zu Patchpanel in Netzwerkschrank
  • 10 cm Cat.7 Patchkabel von Patchpanel zu Switch
    • 24-Port Netgear Gigabit Switch
  • 5 m Cat.7 Kabel zu Wi-Fi Access Point
    • Ubiquiti U6-LR Wi-Fi Access Point (ca. 3 m von der Oculus Quest 2 entfernt an Wand befestigt)
  • Gesamtlänge: ca. 14 m Netzwerk Kabel + 3 m Wireless

Ergebnisse

Robin kam auf folgende Messwerte und eine Latenz von 54,8 Millisekunden.

  • Encode/Transfer/Decode: ca. 5.6 ms
  • Frame Latency: ca. 54.8 ms
  • Framerate: 90 Hz
  • App Tracking Lead Time: ca. 29.4 ms

Testumgebung B: Gaming Notebook mit Access Point

Systemkonfiguration:

  • GPU: RTX 2060
  • CPU: Intel i7 8750H
  • RAM: 16 GB RAM
  • SSD: M.2 NVMe
  • Betriebssystem Windows 10 Pro (Neuestes Update)
  • NVidia Treiber: 466.11 (Game-Ready-Treiber)

Netzwerk:

  • Laptop zu Wi-Fi Access Point (Wireless, ca. 3 m)
  • Quest 2 zu Wi-Fi Access Point (ca. 3 m)
  • Gesamtlänge: ca. 6 m Wireless

Ergebnisse

Robin kam auf folgende Messwerte und eine Latenz von 59,1 Millisekunden.

  • Encode/Transfer/Decode: ca. 6.7 ms
  • Frame Latency: ca. 59.1 ms
  • Framerate: 80 Hz
  • App Tracking Lead Time: ca. 30.7 ms

Testumgebung C: Gaming Notebook mit Wi-Fi Hotspot

Systemkonfiguration:

  • GPU: RTX 2060
  • CPU: Intel i7 8750H
  • RAM: 16 GB RAM
  • SSD: M.2 NVMe
  • Betriebssystem Windows 10 Pro (Neuestes Update)
  • NVidia Treiber: 466.11 (Game-Ready-Treiber)

Netzwerk:

  • Wi-Fi Hotspot am Notebook geöffnet
  • Gesamtlänge: ca. 3 m Wireless

Ergebnisse

Robin kam auf folgende Messwerte und Latenz von 79,9 Millisekunden. 

  • Encode/Transfer/Decode: ca. 3 ms (Stark schwankend!)
  • Frame Latency: ca. 79.9ms (Stark schwankend!)
  • Framerate: 72.5 Hz (Schwankend!)
  • App Tracking Lead Time: ca. 30.1ms

Fazit

Robin hat Air Link mit folgenden Spielen getestet:

Singleplayer:

  • Half Life: Alyx
  • Blade & Sorcery
  • Beat Saber
  • Google Earth VR

Multiplayer:

  • Pavlov VR
  • Population One
  • Phasmophobia

Die Latenz ist laut Robin nicht spürbar, sofern man auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen kann. Die Hotspot-Lösung (Testumgebung C) ist zwar möglich, aber nicht ratsam, da die Latenz im direkten Vergleich sehr viel höher ist. Besser ist es, einen separaten Wi-Fi Access Point zu nutzen und diesen so kurz wie möglich am PC anzubinden (Testumgebung B). Hohe Latenzen kamen durch lange Kabelwege und Umleitungen (Testumgebung A) zustande.

Die obigen Titel lassen sich laut Robin wie gewohnt gut spielen und auch bei der Bildqualität sind erstmal keine Unterschiede zwischen der kabelgebundenen Lösung Oculus Link (Infos) und der nativen Kabelverbindung der Oculus Rift S zu bemerken. Nur in Beat Saber mache sich Air Link ab der Expert-Stufe in Sachen Latenz negativ bemerkbar.

Für nicht-kompetitive Titel oder langsamere Spiele sei Air Link vollkommen ausreichend, sodass man in Zukunft in den meisten Fällen getrost auf das Link-Kabel verzichten kann.

Um das beste Erlebnis zu erzielen, sollte man laut Robin die Bitrate auf Dynamisch und 200 Mbit pro Sekunde einstellen. Bei fester Bitrate können sehr hohe Latenzen auftreten, während nei niedriger dynamischer Bitrate gelegentlich Bildartefakte erkennbar sind.

Eine ausführlichere Diskussion der Testergebnisse findet ihr in der MIXED.de-Podcast Folge #245.

Titelbild: Screenshot von MIXED.de

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