Auch 2021 erwarten uns neue VR-Brillen: Von ambitionierten Start-up-Brillen bis zu Social-VR-Headsets – lest hier, welche VR-Brillen in diesem Jahr kommen sollen. 

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update: 06. Mai 2021

2020 hatte einige VR-Brillen zu bieten, darunter Facebooks autarke Oculus Quest 2 (Test) und die HP Reverb G2 (Test). Für 2021 sind bereits einige neue VR-Brillen angekündigt oder durch Leaks bekannt, darunter autarke Headsets für Unternehmen, eine günstige Highend-Brille für Gamer und gleich zwei Social-VR-Brillen.

Informationen zu bereits verfügbaren Modellen, Zubehör sowie Tests und Hintergrundberichten findet ihr in unserem VR-Brillen-Vergleich.

Decagear

Release: 4. Quartal 2021
Preis: 450 US-Dollar

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Decagear soll hohe Auflösung, Inside-Out-Tracking, gute Controller und vieles mehr bringen. | Bild: Deca

Im Oktober 2020 kündete das Start-up Megadodo seine PC-VR-Brille Decagear an. Die VR-Brille soll ein hochauflösendes Display, fortschrittliche VR-Controller und Gesichts- sowie Hüftracking mit kleinem Preis verbinden.

Decagear soll zwei LC-Displays mit einer Auflösung von 2.160 x 2.160 Bildpunkten pro Auge und eine Bildwiederholrate von 90 Hertz bieten. Der Linsenabstand lässt sich mit einem mechanischen Schieberegler zwischen 62 und 72 Millimeter einstellen. Ein spezielles Linsen-Design soll eine Sichtfeldweite von circa 120 Grad ermöglichen.

Vier Trackingkameras erfassen die räumliche Bewegung des Kopfes und der Controller. Das Inside-Out-Tracking wird von Decagear selbst entwickelt. Zwei weitere Kameras an Innen- und Unterseite der VR-Brille sollen zudem die Mimik des Trägers auf VR-Avatare übertragen.

In der Kopfhalterung sind Lautsprecher integriert. Das Gesichtspolster haftet dank Magneten am Gehäuse und lässt sich leicht entfernen. Ein separat erhältliches Drahtlosmodul soll VR-Gamern außerdem kabelloses Spielvergnügen ermöglichen.

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Die Controller sind optisch eine Mischung aus Oculus Touch und Valve Index Controllern. | Bild: Deca

Neben der VR-Brille sind im Paket außerdem zwei Controller enthalten, die dank 96 kapazitiver Sensoren Fingertracking bieten und über Riemen an der Hand befestigt werden, sodass man sie wie die Controller der Valve Index (Test) nicht permanent festhalten muss. Die Ergonomie erinnert ansonsten an die Oculus-Touch-Controller.

Der ebenfalls beiliegende Hüfttracker „DecaMove“ kann an der Hose befestigt werden und erfasst unabhängig von der VR-Brille, in welche Richtung der Nutzer ausgerichtet ist. Das soll virtuelle Fortbewegung und Interaktionen flexibler machen. DecaMove wird ebenfalls als Standalone-Version verkauft, die dahinter stehende Software ist kostenlos erscheinen und erlaubt Hüftracking per Android-Smartphone. Ob das gut funktioniert, habe ich in meinem DecaMove-Kurztest ausprobiert.

Die vollwertige SteamVR-Brille inklusive Controller und Hüfttracker soll für gerade mal 449 US-Dollar an Vorbesteller verkauft werden. Das Drahtlosmodul soll zusätzlich 49 US-Dollar kosten. Wir sind allerdings vorsichtig, denn nahezu aus dem Nichts käme hier ein Rundum-Sorglos-Paket für VR, das selbst Facebook & Co. bislang nicht liefern konnten.

Decagear sollte ursprünglich ab Mai 2021 ausgeliefert werden, mittlerweile wurde die Veröffentlichung nach Aussagen der Entwickler jedoch auf das vierte Quartal 2021 verschoben. Eine offizielle Pressemitteilung zu der Verschiebung steht noch aus. Alle Informationen findet ihr in unserem großen Übersichtsartikel zu Decagear.

HTC Vive Pro 2 und Vive Focus 3

Release: voraussichtlich Mai 2021
Preis: voraussichtlich 840 Euro / 1.400 Euro

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HTC kündigte für 2021 “bahnbrechende VR-Brillen” an. Bisher gibt es nur einen Teaser. | Bild: HTC

Viel ist noch nicht bekannt über HTCs neue VR-Brillen. Klar ist aber: HTC will 2021 neue Geräte veröffentlichen. Bereits Anfang 2020 teaserte HTC eine schlanke VR-Brille mit Codenamen „Proton“ an, die damals in zwei Ausführungen geplant war: ein autarkes Gerät wie die Oculus Quest 2 und ein All-in-Two-Gerät, das mit einem Smartphone als Zuspieler verknüpft werden kann.

Im Dezember 2020 bestätigte HTCs China-Präsident Alvin Wang Graylin in einem Interview erneut, dass HTC auch nach der Vive Cosmos (Test) neue Brillen auf den Markt bringen werde und verglich sie mit der ersten Vive-Brille:

„Ich denke es, es werden bahnbrechende Geräte, die die Menschen auf die gleiche Art begeistern wie die erste Vive. Ich bin ziemlich gespannt auf das, was kommt und ich denke, es wird die Industrie auf eine neue Stufe heben.”

Mehr Details verriet Graylin nicht. Im September leakten jedoch Benchmarks für eine HTC-Brille mit dem Qualcomm-Chip Snapdragon XR2, der auch in der Oculus Quest 2 zum Einsatz kommt. HTC arbeitet also wahrscheinlich an einem autarken Gerät.

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HTC enthüllt seine neue VR-Brille wohl am 11. oder 12. Mai. | Bild: HTC

Jüngste Gerüchte bestätigen, dass es sich bei der autarken VR-Brille um eine Nachfolgerbrille zu Vive Focus und Vive Focus Plus handelt, die sich ausschließlich an Unternehmen richtet und mit einem entsprechenden Preisschild versehen ist: Die “Vive Focus 3 Business Edition” soll etwa 1.470 Euro kosten und am 20. Mai erscheinen. Die autarke Brille  könnte für Unternehmen eine interessante Alternative zur Oculus Quest 2 sein, da sie ohne Facebook-Pflicht kommt und so datenschutzrechtlich unbedenklich sein könnte.

Neben der Vive Focus 3 soll HTC auch an einer “Vive Pro 2” arbeiten, die ebenfalls ab dem 20. Mai für knapp 840 Euro verfügbar sein soll. Der Preis entspräche in etwa dem der ersten Vive Pro, die für 879 Euro ohne die zum Betrieb notwendigen Lighthouse-Tracker und VR-Controller verkauft wurde. Sollte HTC tatsächlich an einem echten Nachfolger arbeiten, wird wohl auch der spekulierte Preis nur für die VR-Brille ohne das notwendige Zubehör gelten.

Eine Ankündigung der neuen VR-Brillen erwarten wir für HTCs Event Vivecon am 11. und 12. Mai 2021.

Lynx-R1

Release: März oder April 2021
Preis: 1.500 US-Dollar

Auf Youtube enthüllte das Start-up Lynx ein Mixed-Reality-Gerät mit kompaktem Formfaktor.

Lynx-R1 kann mit einem Gesichtspolster zur VR-Brille umgerüstet werden. | Bild: Lynx

Das französische Start-up Lynx zeigte seine autarke Mixed-Reality-Brille Lynx-R1 bereits im Februar 2020 und wollte sie bis Ende des Jahres veröffentlichen. Wegen Lieferschwierigkeiten der verbauten Tracking-Kameras verschob Lynx die Veröffentlichung der XR-Brille auf Ende des ersten Quartals 2021. Zielgruppe der VR-Brille mit AR-Funktion ist der B2B-Bereich.

Wesentlicher Einsatzbereich des Lynx-R1 ist Durchsicht-Mixed-Reality: In der Brille verbaute HDR-Kameras übertragen das Bild auf im schlanken Hochklappvisier integrierte Displays. Im XR-Modus hängt das knapp zwei Finger breite optische Modul frei vor den Augen des Trägers.

Auf Youtube enthüllte das Start-up Lynx ein Mixed-Reality-Gerät mit kompaktem Formfaktor.

Das Start-up Lynx baut ein Mixed-Reality-Gerät mit kompaktem Formfaktor. | Bild: Lynx

Um den Übergang zwischen Display und Außenwelt möglichst immersiv zu gestalten, setzt Lynx auf Linsen mit einer neuartigen Bauform (“4-fold catadioptric freeform prism”) mit einem horizontalen und vertikalen Sichtfeld von 90 Grad. Über ein optionales Gesichtspolster lässt sich die Außenwelt für VR-Anwendungen abschirmen.

Im optischen Modul sind zwei LC-Displays verbaut, die eine Auflösung von 1.600 mal 1.600 Bildpunkten pro Auge bei einer Bildwiederholrate von 90 Hertz bieten. Ein mechanischer Regler erlaubt die Einstellung des Augenabstandes zwischen 56 und 70 Millimeter.

Das Startup Lynx hat sein erstes XR-Gerät vorgestellt: die komplett autarke MR-Brille Lynx-R1.

Die Lynx-R1 bietet neuartige Linsen für ein besseres Sichtfeld. | Bild: Lynx

In der XR-Brille ist Qualcomms XR-2-Chip verbaut, ein optionales 5G-Modem ist ebenfalls erhältlich. Lynx-R1 lässt sich außerdem über USB-C mit einem PC verbinden. Die Brille bietet Augen- und Handtracking.

Lynx-R1 soll im März oder April 2021 erscheinen und kann für 1.500 US-Dollar vorbestellt werden. Weitere Informationen findet ihr in unserem Artikel über die technischen Details der Lynx-R1.

Mova

Release: 2021
Preis: 599 US-Dollar

XRSpace Mova VR-Brille

XRSpace Mova ist eine Social-VR-Brille. | Bild: XRSpace

Im Mai 2020 kündigte XRSpace, das Start-up des ehemaligen HTC-Chefs Peter Chou, eine neue VR-Brille an: Mova. Die autarke VR-Brille setzt auf Qualcomms Snapdragon 845 Chip und nutzt zwei an der Vorderseite angebrachte Kameras für Raum- und Handtracking. Mova bietet eine Auflösung von 1.440 mal 1.440 Bildpunkten pro Auge, ein Sichtfeld von 100 Grad und ist mit 64 Gigabyte Speicher ausgestattet. Ein einfacher Zeigecontroller liegt bei.

Mova bietet keinen Zugang zu den mobilen Stores von Oculus oder HTC. Stattdessen ist sie das Portal zur ebenfalls von XRSpace entwickelten Social-VR-Welt Manova World. Die soll Endverbraucher und Unternehmen überzeugen, die Mova-Brille zu kaufen.

Draufsicht auf die XRSPACE VR-Brilla Mova

Mova kommt mit einem simplen Controller. | Bild: MIXED

Der im Vergleich zur Oculus Quest 2 deutlich höhere Preis bei gleichzeitig schlechterer Ausstattung und Software soll durch die Kooperation mit Unternehmen wie der Deutschen Telekom subventioniert werden. Genau Details dazu sind noch nicht bekannt.

Ein Beta-Test für die Social-VR-Welt läuft aktuell. Alle Informationen über die VR-Brille und die Manova World findet ihr in unserem Testtagebuch.

Nolo VR

Release: 2021
Preis: unbekannt

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Der chinesische VR-Spezialist Nolo stellt eine autarke VR-Brille vor und bietet sie Unternehmen zur Weitervermarktung an. | Bild: Nolo

Auf der diesjährigen CES 2021 stellte der chinesische VR-Spezialist Nolo eine autarke VR-Brille vor. Das Gerät bietet zwei Frontkameras für das Raum- und Handtracking. Zwei an Oculus Touch Controller erinnernde Controller werden mit einer selbst entwickelten Ultraschall-Trackinglösung erfasst.

Genaue Spezifikationen und der Preis der VR-Brille sind bisher unbekannt. Einen Namen hat das Gerät auch noch nicht. Das hat einen guten Grund: Nolo stellt das VR-System als ODM (Original Design Manufacturer) her. Interessierte Unternehmen können die Brille bestellen und dann unter eigenem Namen vermarkten.

Nolo selbst hatte bereits früh 6DoF-Trackingzubehör für mobile VR-Brillen wie Samsung Gear VR hergestellt. Zuletzt zeigte der Hersteller Nolo X1, eine autarke VR-Brille mit Qualcomms XR1-Chip. Womöglich setzt die neue Brille nun auf den XR2-Chip, der auch in Oculus Quest 2 verbaut ist.

Pico Neo 3

Release: Mai 2021 / Spätsommer 2021

Preis: unbekannt

Pico_Neo_3_Seitliche_Ansicht

Die Pico Neo 3 ist Picos Alternative zur Oculus Quest 2. Die VR-Brille kommt mit einem eigenen Store. | Bild: Pico

Anfang März 2021 kündigte Pico die autarke Pico Neo 3 an. Die Standalone-Brille gleicht der Oculus Quest 2 von außen und innen: Die VR-Brille setzt ebenfalls auf den Snapdragon XR2-Chip und bietet Inside-Out-Tracking.

Dafür setzt Pico auf vier verbaute Kameras, die Umgebung und VR-Controller selbst bei schwachem Licht tracken sollen. Die VR-Controller ähneln dem Design der Touch-Controller von Oculus, sind mit 32 Sensoren bestückt und werden optisch per Infrarot getrackt. Die Brille unterstützt Wifi 6.

Der XR2-Chip beliefert ein gebogenes Display mit 90 Hertz Bildwiederholrate. Die Auflösung ist noch nicht bekannt. Wie auch bei der Oculus Quest 2 können Nutzer den Augenabstand (IPD) über drei mechanische Einstellungen anpassen.

Ebenfalls im März gab Pico die Gründung der Pico Studios bekannt, einer US-Abteilung, die mit VR-Entwicklern zusammenarbeitet, um VR-Spiele nach China in das Pico-Ökosystem zu bringen. Mittlerweile finden sich mehr als 80 VR-Spiele im Pico Store, darunter Titel wie Superhot VR (Test), Angry Birds VR: Isle of Pigs, Sairento VR: Untethered oder Racket: NX.

Die VR-Brille kommt am 10. Mai in China auf den Markt und richtet sich dort an Endverbraucher. Die Oculus Quest 2 ist in China nicht erhältlich. Außerhalb Asiens soll im Spätsommer 2021 eine B2B-Version der Pico Neo 3 veröffentlicht werden.

Der Preis ist bisher nicht bekannt. Pico verkaufte die Vorgängerbrille Pico Neo 2 Lite für umgerechnet circa 600 US-Dollar an Endverbraucher.

Unai

Release: unbekannt
Preis: unbekannt

Unai.one VR-Brille

Die neue VR-Brille Unai.one soll möglichst realistische soziale Interaktionen in grafisch beeindruckenden Welten erzeugen. | Bild: Unai

Erst in diesem Januar stellte das Start-up Unai.one die Social-VR-Brille Unai vor. Sie ist das neuste Projekt der Erfinder der Open-Source-Brille Relativty.

Die Unai-Brille soll möglichst realistische soziale Interaktionen in von Unai und Besuchern gebauten VR-Welten erlauben. Dafür setzt die VR-Brille auf zwei Kameras für Gesichtstracking und sieben weitere Kameras für Raum- und Ganzkörpertracking.

Anders als Mova oder Quest 2 setzt Unai auf grafisch anspruchsvolle soziale Welten, die von der Unreal Engine angetrieben werden. Die Berechnung dieser grafisch beeindruckenden Umgebungen soll eine externe Box übernehmen, die ohne Kabel mit der Unai-Brille verbunden wird.

Einen Prototyp gibt es bisher noch nicht, die VR-Brille wird daher wohl frühestens Ende 2021 erscheinen – wenn sie überhaupt auf den Markt kommt. Bislang klingt das Konzept noch reichlich dünn.

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