VR-Brille & Social VR World Manova Betatest: Ersteindruck – Technische Daten, Avatar & Bedienung

VR-Brille & Social VR World Manova Betatest: Ersteindruck – Technische Daten, Avatar & Bedienung

Das Start-up XRSPACE will seine Social-VR-Welt Manova mit einem eigenen VR-Headset auf den Markt bringen. Lest meine Eindrücke im Betatest-Tagebuch.

Die Deutsche Telekom arbeitet mit XRSPACE, dem Start-up des ehemaligen HTC-Chefs Peter Chou, an dessen VR-Brille  sowie Social-VR-World Manova. Derzeit läuft ein Betatest, der die Benutzerfreundlichkeit der VR-Brille, die Funktionalität der Avatare und die Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Manova-Welt prüfen soll.

Ich nehme ebenfalls an diesem Betatest teil und berichte über den aktuellen Stand der Entwicklung in diesem Betatest-Testtagebuch, das sich jeweils bestimmten Bereichen des Projekts widmet. Dabei ist zu beachten, dass ein Release noch in einige Ferne liegt und die Ergebnisse des Betatests in verschiedene Verbesserungen einfließen sollen. Sämtliche Ausführungen in diesem Betatest-Tagebuch beziehen sich auf die Beta-Version und die Eindrücke aus der frühen Version und stellen keine abschließende Beurteilung dar.

Das ist die VR-Brille Manova von XRSPACE

Das autarke VR-Headset von XRSPACE hat eine Auflösung von 1.440 x 1.440 Pixeln pro Auge und liegt damit unter der Auflösung der Oculus Quest 2 (Test). Ein Snapdragon 845-Prozessor bringt die Leistung und 90 Hz Bildwiederholrate aufs Display. Damit liegt Manova immerhin vor der Quest 1. Die Sichtfeldweite wirkt ziemlich eng und kleiner als bei Quest (2), hier liegen mir aber noch keine Daten vor.

Draufsicht auf die XRSPACE VR-Brilla Mova

Kompakt sieht sie aus, leichter als Quest 2 ist sie auch – aber nicht bequemer. | Bild: MIXED

Manova ist mit einem Gewicht von 488g etwas leichter als Quest 2. Bestimmte Modelle der VR-Brille sollen auf 5G setzen, ein für die Telekom zukunftsträchtiger Telekommunikationsstandard.

Die Bedienung erfolgt über einen 3DOF-Controller (ähnlich dem der Oculus Go) sowie Handtracking. Zwei Trackingkameras verfolgen Eingabegerät bzw. Hand- und Fingerbewegungen.

Eine aktive Belüftung sorgt für die Kühlung der VR-Brillen-Hardware, Lüftungsschlitze oben und unten sind für die Frischluftzufuhr zuständig. In der Betapraxis führt das je nach Umgebung und Rechenlast zu lauten Lüftergeräuschen.

Aufmachung und Ersteindruck der VR-Brille

Die VR-Brille kommt in einem schwarzen Travel-Case. Leichter Transport und schnelle Benutzung werden damit suggeriert. Daneben befindet sich ein Controller mit Batterien, eine Controller-Trageschlaufe und ein USB-C-Ladegerät im Paket.

Der erste Eindruck der VR-Brille ist gut: Sie wirkt kompakt und leicht. Auch größere Brillengestelle passen ohne Probleme unter die VR-Brille – Pluspunkt für Manova.

Klarer Minuspunkt ist der Headstrap: Das Kopfband ähnelt den Standardkopfhalterungen von Quest und Quest 2, allerdings verwendet XRSPACE drei Befestigungen für jedes Band, jeweils eines seitlich sowie das obere Kopfband. Dabei muss jedes Band per Klettverschluss justiert werden – allerdings befindet sich der Verschluss innen, also auf der Kopfseite des Bandes. Eine Justierung ist nur möglich, wenn das Headset komplett abgesetzt wird.

Blick von hinten auf die XRSPACE VR-Brille Manova

In der VR-Brille ist genug Platz für Brillen. Das Kopfband ist allerdings keine sinnvolle Sache. | Bild: MIXED

Das geringere Gewicht kann sich hier kaum positiv auswirken, da die VR-Brille mit dem Kopfband ans Gesicht gepresst und nur unzureichend durch das obere Kopfband getragen wird. Stattdessen sorgt die Befestigung für den von den Standard-Straps der Quest (2) bekannten, auf Dauer unangenehmen Anpressdruck im Gesicht.

Der Ersteindruck kann mich – vor allem im Vergleich zur Quest 2 nicht ganz überzeugen.

Installation und Avatar

Die Installation wird über die XRSPACE-App vorgenommen, ist gut erklärt und geht überwiegend problemlos vonstatten. Es gab bei mir ein paar Probleme bei der Erkennung des Netzwerks und des Headsets selbst, das konnte aber durch Wiederholung des Kopplungsvorgangs behoben werden. Auch die Kopplung des Controllers funktioniert schnell und einfach.

Den eigenen Avatar lege ich ebenfalls in der App fest. Entweder ich wähle wie bei Computerspielen üblich aus verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten für Gesicht, Augen, Bart und vielem mehr. Oder ich mache ein Selfie und die App kreiert anhand des Fotos einen passenden Avatar. Das funktioniert ganz gut und liefert ein ordentliches Ergebnis.

Manova World: Start-Wohnung und erste Interaktionen

Ich starte in einer Wohn-Umgebung in die Manova-Welt, die einen abgeschlossenen Social VR-Kosmos darstellt. Ein Anschluss an andere App-Stores ist ebenso wenig möglich, wie Sideloading oder anderweitig freie Nutzung der VR-Brille (Vergleich). Innerhalb der Wohnung kann ich mich via Teleport bewegen und per Controller-Pointer mit diversen Einrichtungs- oder Freizeitgegenständen interagieren.

Das Tracking des Controllers ist nicht immer ohne Macken und hat hin und wieder Aussetzer. Auch die Tastenbelegung ist derzeit wenig intuitiv: Eine Auswahl wird über Druck aufs obere Touchpad vorgenommen, nicht etwa über den Trigger.

Bedienungskonzept: Handtracking anstatt Controller

Schnell wird klar, dass der Controller nur ein Hilfsmittel ist – die eigentliche Bedienung erfolgt über Handtracking. Das funktioniert nach einiger Eingewöhnung in Teilen ganz gut und erinnert an das Quest–Handtracking (Infos). Allerdings hat es ebenfalls das Problem des stark eingeschränkten Trackingbereichs. Nur direkt im Sichtbereich der Kameras kann recht zuverlässig bedient werden, was die intuitive Nutzung der Hände allerdings einschränkt.

Ansicht der Front der XRSPACE VR-Brille Mova

Die beiden Trackingkameras können nur einen sehr begrenzten Bereich abdecken, was das Handtracking wenig intuitiv macht. | Bild: MIXED

Auswahl und Menü-Bedienung mittels Pinch-Bewegung (also zusammenführen von Zeigefinger und Daumen) funktioniert sehr gut, auch das Aufrufen der Einstellungen (linke Handfläche zum Headset ausrichten und eine Faust ballen) geht problemlos.

Allerdings werden die Bewegungen meiner Hände nicht in VR dargestellt – andere Nutzer sehen also keinerlei Handbewegungen. Das lässt sich nur umständlich über ein Emote-Menü ändern (rechte Handfläche ansehen und zur Faust ballen): Hier kann ich Winken, Klatschen oder ähnliche Emotes auswählen.

Das können andere Social VR-Welten deutlich besser, etwa AltSpaceVR. Dort kann ich direkt mit den Händen gestikulieren und beispielsweise auf Dinge deuten. Ohne die Anzeige der Handbewegungen meines Gegenübers in VR wirkt der beste Avatar leblos – auch wenn sich der Mund beim Sprechen rudimentär mit bewegt.

Welche Möglichkeiten die Manova-Welt bietet, wie meine erste geführte Tour lief, wie die Interaktion mit anderen Nutzern funktioniert und inwieweit nutzergenerierte Inhalte (ähnlich VRChat) eine Rolle spielen, lest ihr im nächsten Beta-Bericht.

Ihr könnt gern in den Kommentaren Fragen stellen und ich werde versuchen, sie in den nächsten Artikeln zu beantworten.

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