Lynx R-1: Kompakte XR-Brille kommt später

Lynx R-1: Kompakte XR-Brille kommt später

Das Pariser Start-up Lynx gab Einblick in den Entwicklungsstand der XR-Brille Lynx-R1. Wegen eines Lieferproblems wird der Marktstart erneut verschoben.

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Lynx-CEO Stan Larroque kündigte den verzögerten Launch in einem Youtube-Livestream (siehe unten) an. Der Grund sei eine Lieferverzögerung spezieller Kameramodule für das Inside-Out- und Handtracking.

Die aktuellen Trackingkameras haben mit unter 80 Grad ein zu schmales Sichtfeld für das Ultraleap-Handtracking. Die neuen Kameramodule sollten laut Larroque ein Sichtfeld von bis zu 180 Grad abdecken. In der Zwischenzeit werden Demos mit einem externen Handtracking-Addon vorgeführt.

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Lynx habe sich entschieden, auf die neuen Kameramodule zu warten und den Launch zu verzögern, anstatt ein Produkt auf den Markt zu bringen, das den eigenen Qualitätsstandard nicht entspreche.

Erste Tester sind begeistert

Das Herzstück der Lynx-R1 ist ein kompaktes optisches Modul, das mittels integrierter RGB-Kameras die Umgebung filmt und mit geringer Latenz auf die Displays streamt. Die Vorteile dieser Kameradurchsicht-AR gegenüber AR-Brillen mit transparenter Optik ist ein weites Sichtfeld und dass digitale Objekte die physische Umgebung vollständig verdecken können. Bei klassischen AR-Brillen schimmert der Hintergrund durch, wodurch virtuelle Objekte stets etwas geisterhaft wirken.

Auf Youtube enthüllte das Start-up Lynx ein Mixed-Reality-Gerät mit kompaktem Formfaktor.

Die folgende Grafik zeigt in blauer Farbe die Größe des Sichtfelds, in dem digitale Objekte sichtbar sind, also circa 90 Grad horizontal und vertikal. Die schwarzen Bereiche des Sichtfelds sind durch die Technik komplett verdeckt. Die grauen Stellen sind von bloßem Auge sichtbar.

Das optische Modul lässt mit Absicht viel periphere Sicht offen, damit Nutzer an den Seiten einen unverstellten Blick auf die physische Umgebung haben. Der Übergang zwischen dem Bereich des natürlichen und technisch vermittelten digitalen Sehens verläuft laut Larroque sehr natürlich.

Der CEO freut sich, Anfang 2021 die ersten Reaktionen zu sehen. Zum einen plant das Start-up erste Aufnahmen durch die Linsen der XR-Brille, zum anderen soll die Presse das Gerät zum ersten Mal ausprobieren dürfen.

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Kritik an Facebook

Derzeit fertigt das Start-up 25 Prototypen, von denen 12 fertig seien. Larroque zeigt im Livestream die Polsterungen der XR-Brille, die sich dank Magnethalterung leicht entfernen und reinigen lassen. Dazu gehört auch das Gesichtspolster für die VR-Nutzung, die einfallendes Licht abschirmt.

Auf Youtube enthüllte das Start-up Lynx ein Mixed-Reality-Gerät mit kompaktem Formfaktor.

So sieht die Lynx-R1 mit VR-Lichtabschirmung aus. | Bild: Lynx

Erscheinen soll das fertige Gerät im März oder April 2021. Ursprünglich war der Launch für Sommer 2020 geplant. Am Wettbewerbsvorteil soll sich durch diese Verspätung nichts ändern: Die Lynx-R1 sei auch dann noch die erste autarke XR-Brille mit Hand- und Eye-Tracking auf dem Markt, meint Larroque.

Gegen Ende des Live-Streams wendet sich Larroque an potenzielle Investoren und wirbt für die Technologie des Start-ups. Lynx biete eine europäische Alternative zu XR-Produkten von Facebook, die nicht aufs Datensammeln aus sei. Larroque kritisiert das soziale Netzwerk seit längerem: In einem Bloomberg-Artikel von Anfang Dezember etwa warf Larroque Facebook vor, seine Marktmacht zu missbrauchen und Preise von VR-Brillen künstlich zu drücken, um Konkurrenz zu verhindern.

Mehr Informationen zur Technik der Lynx-R1 sind im verlinkten Artikel zusammengefasst.

Titelbild: Lynx

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