Update: 13.04.2021

Pico hat uns ein Bild sowie offizielle Informationen zur Pico Neo 3 zukommen lassen:

  • Die VR-Brille setzt wie Oculus Quest 2 (Infos) auf den schnellen Snapdragon XR2-Chip und unterstützt Wifi 6.
  • Sie hat vier Kameras für millimetergenaues Inside-Out-Tracking verbaut. Das Trackingsystem soll in der Lage sein, in Echtzeit einen digitalen 3D-Abdruck der Umgebung zu erstellen und funktioniert selbst bei schwachem Licht und wenig visuellen Charakteristika der Umgebung.
  • Die VR-Controller werden optisch getrackt und enthalten 32 Sensoren.
  • Das Display soll zwecks besserem Formfaktor gebogen sein und unterstützt eine Bildwiederholrate von 90 Hertz.
  • Die Pico Neo 3 bietet wie Oculus Quest 2 drei mechanische Einstellungen für den Augenabstand (IPD).
  • Das Gerät besteht aus leicht desinfizierbarem Material.
  • Die VR-Brille richtet sich an Endverbraucher in Asien.
  • Außerhalb Asiens erscheint eine B2B-Version der Pico 3 Neo. Der Veröffentlichungszeitraum ist mit Spätsommer 2021 angegeben. Pico will demnächst mehr Details bekanntgeben.

Ursprünglicher Artikel vom 7. April 2021:

Die Pico Neo 3 sieht Oculus Quest zum Verwechseln ähnlich und soll wie Facebooks VR-Brille einen App Store mit bekannten VR-Spielen bieten.

Der chinesische Hersteller kündigte die Pico Neo 3 Anfang März an, allerdings ohne auf die technischen Spezifikationen einzugehen. Nun gibt es ein Erscheinungsdatum und ein erstes Bild aus offizieller Quelle. Demnach kommt die VR-Brille am 10. Mai in China auf den Markt. Ob, wann und in welcher Form sie im Westen erscheint, ist nicht bekannt.

Im Westen verkaufte Pico das Vorgängergerät, die Pico Neo 2 (Eye), nur an Unternehmen. Gut möglich, dass das auch für die Pico Neo 3 gelten wird. Picos Presseagentur bestätigte mir lediglich, dass die Pico Neo 3 sich an Endverbraucher in Asien richtet.

Dass Pico mit der neuen VR-Brille auch in den westlichen Konsumentenmarkt einsteigt, ist unwahrscheinlich: Dafür ist die Konkurrenz und der Preisdruck seitens Facebook zu stark. In China verkaufte Pico das Endverbrauchermodell Pico Neo 2 Lite für umgerechnet circa 600 US-Dollar. Oculus Quest 2 (Infos) wird für die Hälfte dieses Preises angeboten.

Pico Neo 3 kopiert Oculus Quest

Das erste Bild der VR-Brille verrät einiges über die Technik. Die scheint einen Sprung nach vorne gemacht zu haben. Das Gerät gleicht Oculus Quest und hat vier Kameras für das Raum- und Controllertracking verbaut. Die Pico Neo 2 konnte auf lediglich zwei Frontkameras zurückgreifen.

Pico_Neo_3_Ankündigung

Das erste Bild der Pico Neo 3. | Bild: HTC

Die Controller sind komplett neu und sehen wie eine Kopie der Touch-Controller aus. Der Trackingring lässt auf optisches Tracking schließen, das genauer arbeiten dürfte als das Magnetfeldtracking der Vorgängerbrille  Dass sich Pico am Design der Touch-Controller orientiert, untermauert den Anspruch, Endverbraucher anzusprechen.

Pico Store führt viele Quest-Spiele

Dazu passt auch die im März bekanntgegebene Gründung der Pico Studios, einer nordamerikanischen Abteilung des Start-ups, die mit VR-Entwicklern zusammenarbeitet, um bekannte VR-Spiele nach China zu bringen und im Pico-Ökosystem zu veröffentlichen. Westliche Entwickler können sich dadurch eine neue Einnahmequelle erschließen, da Oculus Quest nicht in China erhältlich ist.

Mehr als 80 VR-Spiele mit Raumtracking führt der Pico Store bereits, darunter bekannte Titel wie Superhot VR, Angry Birds VR: Isle of Pigs, OhShape, Sairento VR: Untethered, Apex Construct und Racket: Nx.

Pico unterstützt Entwickler bei der Portierung und Lokalisierung und stellt Hardware und Infrastruktur für Mehrspielerfunktionen bereit. In die Umsetzung dieser Pläne fließt ein Teil der 37 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen erst kürzlich von Investoren erhielt.

Quelle: Pico, Road to VR, Titelbild: Pico

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