Mova: Autarke VR-Brille samt Metaverse angekündigt

Mova: Autarke VR-Brille samt Metaverse angekündigt

Der ehemalige HTC-Chef Peter Chou enthüllt sein großes VR-Projekt: die autarke VR-Brille Mova samt eigener Social-VR-Welt Manova.

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Die VR-Brille setzt auf zwei integrierte Kameras für Raum- und Handtracking. Bedient wird das Gerät allein per Hand- und Fingererfassung, ein Hand-Controller sowie Tracker für Ganzkörpertracking werden separat verkauft.

Die VR-Brille soll die Umgebung in Echtzeit scannen und in der Virtual Reality abbilden können. Das solchermassen rekonstruierte Wohn- oder Spielzimmer kann anschließend digital nachbearbeitet werden.

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Mova funktioniert wie Oculus Quest komplett autark und bedarf keines Zuspielers oder Kabel, wiegt aber nur 470 statt 571 Gramm.

Im Gehäuse werkeln ein Snapdragon-Prozessor 845, sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 4.600 mAH-Batterie. Zum Vergleich: Oculus Quest hat einen Snapdragon 835, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 3.648 mAH-Batterie verbaut.

Das Display löst mit 1.440 mal 1.440. Bildpunkten auf und bietet eine Bildwiederholrate von 90 Hertz (Quest: 1.440 x 1660 Bildpunkte mit 72 Hertz). Mova erscheint in den Farben Weiß und Orange.

So sieht Mova aus der Nähe aus. | Bild: XRSpace

So sieht Mova aus der Nähe aus. | Bild: XRSpace

Die erste 5G-Brille

Insgesamt drei Modelle sind geplant: Die günstigste Variante wird 599 US-Dollar kosten und bietet lediglich eine Wi-Fi-Verbindung. Darüber hinaus will Chous Start-up XRSpace zwei Modelle mit 4G- und 5G-Konnektivität auf dern Markt bringen.

Die Wi-Fi- und 4G-Varianten erscheinen zwischen Juli und September 2020 zuerst in Taiwan und anschließend in Europa, China und den USA. Der Launch wurde wegen der Corona-Pandemie um zwei Monate verschoben haben, seit diesem Monat läuft die Serienfertigung.

Das 4G-Modell und die erst später erscheinende 5G-Variante werden voraussichtlich mit Netzwerkpartner zusammen vermarktet, die auch den Preis bestimmen sollen. In Deutschland wird XRSpace mit der Deutschen Telekom kooperieren.

Manova: Ein neuer Anlauf Richtung Metaverse

Drei Jahre lang arbeitete XRSpace an der VR-Brille (Vergleich), App Store und dem Manova-Metaverse. Das Ökosystem bestehend aus Hard- und Software ist geschlossen: Die Social-VR-Welt Manova lässt sich nur mit der Mova-Brille betreten und es wird keine Möglichkeit geben, Apps aus anderen App Stores zu beziehen.

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Manova wird als eine Mischung aus Second Life und Facebooks Metaverse-Projekt Horizon beschrieben. Es wird ein Stadtzentrum, private und öffentliche Räume, virtuelle Konzertsäle, Spielhallen, Nachtclubs, Kinos, Schulzimmer, Konferenzräume, Fitnesscenter und Entspannungoasen bieten. Entwickler sollen in der Lage sein, eigene Räume in der Manova-Welt zu erstellen.

XRSpace Manova 2

Die Social-VR-Welt Manova erinnert an Facebook Horizon. | Bild: XRSpace

XRSpace will zudem Drittentwickler-Apps anbieten. Zum Launch werden eine überschaubare Reihe von Lern- und Schulungsapps, Spiele wie Angry Birds VR: Isle of Pigs und 360-Grad-Videos erscheinen.

Erste Konkurrenz für Oculus Quest

Ob das Start-up mit seiner Vision Erfolg haben wird, hängt von vielen Faktoren ab: der Qualität der Hardware, dem App-Angebot und nicht zuletzt den Reizen des Manova-Metaverse.

Facebook bietet mit Oculus Quest (Test) bereits eine solide Hardware an, die von Haus aus Handtracking unterstützt und mit einem ansehnlichen App-Ökosystem aufwartet und das zu einem günstigeren Preis von 399 US-Dollar.

Social-VR auf der anderen Seite ist kein Selbstläufer. An Metaversen scheiterten schon viele: Die Second-Life-Erfinder mit Sansar und High Fidelity und Facebook mit Spaces. Social-VR-Apps wie Big Screen, Rec Room und VRChat erfreuen sich zwar einer VR-Stammnutzerschaft, viel Geld dürften die Entwickler damit jedoch nicht verdienen, da die VR-Nutzerzahlen immer noch recht klein sind.

Für das aktuelle Alleinstellungsmerkmal der Mova, die kommende 5G-Anbindung, dürfte es noch etwas zu früh sein, da sich das Netz weltweit noch im Aufbau befindet. Begrüssenswert ist Chous ehrgeiziges VR-Projekt aber allemal: Schließlich dürfte ein bisschen Facebook-Konkurrenz dem Markt guttun.

Quellen: The Verge, Venturebeat, CNET, Titelbild: XRSpace

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