Oculus Quest ist Facebooks ambitionierteste VR-Brille. Sie überzeugt mit kabelloser Bewegungsfreiheit, großer App-Auswahl und hohem Nutzungskomfort.

Hinweis: Dieser Test ist nach dem Frage-Antwort-Prinzip aufgebaut. Wenn eine Frage fehlt, ergänzt sie bitte in den Kommentaren. Ich beantworte sie und nehme sie in den Test auf.

Letztes Update: 21. Mai 2019 – Anlässlich des Marktstarts Datum aktualisiert

Fazit

Noch nie war Virtual Reality so intuitiv: Brille aufsetzen und nach wenigen Sekunden ist man mittendrin in VR – ohne nerviges Kabel.

Fans von freier VR-Bewegung und alle, die es werden wollen, müssen Oculus Quest kaufen: Spiele wie Beat Saber, Superhot VR, Space Pirate Trainer oder der Satire-Hit Virtual Virtual Reality würde ich jederzeit mit Quest statt mit PC oder Konsolen-VR erleben wollen – trotz der schwächeren Optik. Die kabellose Bewegungsfreiheit ist für mich ein wichtigerer Immersionsverstärker als schöne Grafik.

Wer hingegen Wert legt auf Highend-Games mit maximaler visueller Qualität in komplexen Spielewelten, der ist bei PC- und Konsolen-VR weiter besser aufgehoben.

Oculus Quest bietet sich allerdings auch dann noch gut als mobile Ergänzungbrille an: Es wird laut Oculus viele Cross-Plattform-Titel geben, die man sowohl mit Quest als auch am PC nutzen kann. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von Quest sehe ich besser als das von Oculus Go. Selbst als Videobrille würde ich Quest vorziehen aufgrund des kontrastreichen OLED-Displays.

Und was ist mit PC-VR samt Drahtlosadapter? Wäre das nicht das Beste beider Welten? Ja, für Hardcore-VR-Fans mit viel Geld und Geduld – sicher. Aber mit Quest hat man einen ähnlichen Effekt für deutlich weniger Geld und viel mehr Nutzungskomfort.

Vorbestellung bei Amazon ab sofort möglich: Quest (64 GB), Quest (128 GB)

Ist Oculus Quest bequem?

Eher ja. Die Kopfhalterung ist fast identisch zu jener von Oculus Rift. Quest ist etwas schwerer und vorderlastiger als Oculus Rift und zumindest bei mir schmerzt es nach spätestens 30 Minuten ordentlich am Hinterkopf. So geht es mir auch mit Oculus Rift. Da aber jeder Kopf anders und VR-Brillen wie Kleidungsstücke sind, probiert sie einfach selbst aus.

Einen grundlegenden Konstruktionsfehler, den man kritisieren könnte, gibt es aus meiner Sicht nicht – auch wenn Stirnhalterungen wie bei Playstation VR wohl meist bequemer sind, da sie die Brille vors Gesicht hängen, anstatt sie dagegen zu pressen.

Der Lieferumfang von Oculus Quest. Bild: Oculus

Der Lieferumfang von Oculus Quest. Bild: Oculus

Wie lange hast Du getestet?

Etwa drei Tage und vier Akkuladungen unter anderem mit den folgenden Apps:

  • Superhot VR
  • Dead and Buried II
  • Angry Birds VR
  • Beat Saber
  • Virtual Virtual Reality
  • Apex Construct
  • Space Pirate Trainer
  • Journey of the Gods
  • Sports Scramble
  • Ballista
  • Oculus Video / Browser

Wie lange hält der Akku?

Circa zwei bis drei Stunden bei gemischter Nutzung: Downloads, Installationen, Menüs, Spiele, Video. Aufladen dauert etwa zwei Stunden. Die Brille kann benutzt werden, wenn sie auflädt, beispielsweise mit einem Akkupack.

Wie ist das Auspackerlebnis?

Elegant. Sowohl die Verpackung als auch der Inhalt wirken durchweg hochwertig – wie man es von Oculus Rift gewohnt ist. Die Verarbeitung der Brille ist gut: es knarzt und wackelt nichts, die Materialien hinterlassen einen ordentlichen Eindruck, der Stoffüberzug soll wohl ein wenig Kleidungsstückgefühl vermitteln. Hier gibt es nichts zu kritisieren.

Die Quest-Box ist überraschend klein. Bild: Bastian

Die Quest-Box ist überraschend klein. Bild: Bastian

Da ist das Ding. Bild: Bastian

Da ist das Ding. Bild: Bastian

Oculus Quest frisch aus der Verpackung: Facebooks ambitionierteste VR-Bille. Bild: Oculus

Oculus Quest frisch aus der Verpackung: Der Stoffüberzug lässt die klobige Brille etwas harmloser wirken. Bild: Bastian

Sogar der Stecker hat ein Oculus-Branding. Bild: Bastian

Sogar der Stecker hat ein Oculus-Branding. Bild: Bastian

 

Im Paket enthalten ist ein Abstandhalter für Brillenträger. Er vergrößert den Gesichtsraum etwas, sodass die Brille unter die VR-Brille passt. Bild: Oculus

Im Paket enthalten ist auch ein Abstandhalter für Brillenträger. Er vergrößert den Gesichtsraum von Oculus Quest etwas, sodass eine normale Brille unter die VR-Brille passen sollte. Bild: Oculus

Die beiden mitgelieferten Oculus-Touch-Controller sind dem aktuellen Modell ähnlich, der Trackingring ist allerdings oben gedreht und sie sind etwas kleiner. Die Verarbeitung beim Original ist geringfügig hochwertiger, das merkt man beispielsweise an den Druckpunkten der Knöpfe. Auch der Vibrationseffekt scheint beim neuen Modell etwas schwächer.

Die beiden Touch-Controller wurden wahrscheinlich hauptsächlich wegen des Kameratrackings von Quest und Rift S überarbeitet: Durch die nach oben gedrehten Trackingringe sind sie für die Kameras besser sichtbar. Zu Aussetzern bei der Erfassung kommt es nur gelegentlich, beispielsweise wenn man die Controller in Hüfthöhe oder hinter dem Körper führt. Das fällt kaum negativ auf. Bild: Oculus

Bei meinen bisherigen Tests rutschte mir der Akkudeckel nicht vom Gehäuse, das war beim Prototyp noch ein Problem. Allerdings habe ich auch keine Schwitzehände wie unser Vorabtester Christian Steiner.

Ersteinrichtung und Interface

Die Ersteinrichtung funktioniert mit der bekannten Oculus-App fürs Smartphone. Die App führt Schritt für Schritt durch den Prozess, an dessen Ende man die Brille mit dem WLAN verbunden und den Trackingbereich eingezeichnet hat.

Das Interface ist von Oculus Go und Gear VR bekannt, auch die Smartphone-App ist dieselbe. Man kann innerhalb der App zwischen den Brillen umschalten. Bild: Screenshot

Das Interface ist von Oculus Go und Gear VR bekannt, auch die Smartphone-App ist dieselbe. Man kann innerhalb der App zwischen den Brillen umschalten. Bild: Screenshot

Das Menü ist identisch zu Oculus Go und Gear VR: Man hat Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wie den Store, die Bibliothek, den Web-Browser, der 3D-Inhalte und YouTube VR unterstützt, diverse Einstellungen unter anderem für das Trackingsystem, Bilder und Screenshots und die Freundeslisten. Der Zugriff ist jederzeit möglich, die laufende VR-App wird dann pausiert.

YouTube 360-Grad läuft direkt im Oculus-Browser mit vielen Einstellmöglichkeiten. Bild: Screenshot

YouTube 360-Grad läuft direkt im vorinstallierten Oculus-Browser mit vielen Einstellmöglichkeiten. Bild: Screenshot

Beeindruckend ist, wie schnell man in VR rein und raus ist: Setzt man die VR-Brille beispielsweise während einer Runde Beat Saber ab, schaltet sie automatisch in Standby. Zieht man sie später wieder auf, ist man nach wenigen Sekunden schon wieder im Spiel.

Kann ich Inhalte von der Brille nach außen / auf die Brille übertragen?

Ja, das geht via Streaming ans Smartphone, an Chromecast-Geräte oder direkt zu Facebook. Auch Screenshots können jederzeit geschossen werden. Quest kann via USB mit dem PC verbunden werden, dann kann man die Videos und Bilder runterziehen und am PC bearbeiten und verteilen.

Das Bild der VR-Brille kann beispielsweise auf einen TV übertragen werden. Dadurch ist das VR-Erlebnis weniger einsam. Bild: Oculus

Das Bild der VR-Brille kann beispielsweise auf einen TV übertragen werden. Dadurch ist das VR-Erlebnis weniger einsam. Bild: Oculus

Auf dem gleichen Weg kann man Bilder und Videos auf die Brille kopieren und über einen integrierten Mediaplayer abspielen. Ebenfalls kann man Quest mit Facebook, Instagram, Dropbox oder Google Photos verbinden und hat dann Zugriff auf die dort hinterlegten Inhalte.

Wie ist die Software-Auswahl?

Phänomenal. Zumindest in der Quantität (siehe Liste hier). Bei der Qualität werden sich die Geister scheiden:

Oculus Quest wurde für hochwertige Zwischendurch-VR mit viel Bewegung entworfen. Spiele wie Superhot oder Beat Saber sind dem Gerät wie auf die Chips programmiert. Für aufwendige AAA-Software gibt es PC und Konsole. Wer Spiele in der Komplexität eines Skyrim VR oder Lone Echo erwartet, wird enttäuscht werden.

Mit über 50 Apps hat Oculus Quest quantitativ ein beeindruckendes Launch-Lineup. Viele der Spiele sind allerdings schon von anderen VR-Brillen bekannt. Hits wie Beat Saber, Superhot und Virtual Virtual Reality sind die Highlights. Bild: Screenshot

Mit über 50 Apps hat Oculus Quest quantitativ ein beeindruckendes Launch-Lineup. Viele der Spiele sind allerdings schon von anderen VR-Brillen bekannt. Hits wie Beat Saber, Superhot und Virtual Virtual Reality sind die Highlights. Bild: Screenshot

Das heißt natürlich nicht, dass es keine anspruchsvolle Software mit Tiefgang für Quest geben wird. Wird es sicher (wenn das Gerät erfolgreich ist). Tendenziell wird Quest aber eher Richtung kurzweilige VR-Erfahrung gehen: intuitive Apps und Spiele mit flacher Lernkurve, die man mal 30 Minuten erfahren und dann wieder eine Woche liegenlassen kann.

Persönlich finde ich das gut, da ich lange nicht mehr die Bereitschaft und Zeit habe, unzählige Stunden in nicht enden wollende Games zu versenken.

Tests zu verschiedenen Quest-Titeln liefern wir in den kommenden Wochen bis zum Marktstart nach.

Wie ist die Grafik?

Einfach. Das ist neben “ausreichend” das Wort, das die Grafik der aktuell verfügbaren Titel am besten beschreibt.

Aufwendige Lichteffekte oder detaillierte Texturen sind mit Quest einfach nicht darstellbar. Jedenfalls nicht in hoher Auflösung, mit 3D-Effekt, Bewegungserfassung und 72 Bildern pro Sekunde. Und das ist eben die Mindestvoraussetzung für gute VR.

Ich würde die Quest-Grafik mit jener der ersten Smartphone 3D-Spiele vergleichen, vielleicht einen Tick besser. Mehr wäre schön, aber es reicht für den Anfang aus.

Viele Spiele reduzieren die Grafik auf einen einfachen Comic-Look. Das ist technisch weniger aufwendig, kann ästhetisch aber dennoch ansprechend sein.

Viele Spiele wählen einen reduzierten Grafikstil, um den Smartphone-Chip der Quest-Brille nicht zu überfordern. Bild: Screenshot / Journey of the Gods

Viele Spiele wählen einen reduzierten Grafikstil, um den Smartphone-Chip der Quest-Brille nicht zu überfordern. Bild: Screenshot / Journey of the Gods

Nette Einfach-Grafik gibt's bei Virtual Virtual Reality. Bild: Screenshot

Nette Einfach-Grafik gibt’s bei Virtual Virtual Reality. Bild: Screenshot

Natürlich gibt’s in einigen Spielen auch hässliche Ecken: detailarm, mit vielen Polygon-Kanten und grobpixeligen Texturen.

Das Bogenspiel Apex Construct ist mit Quest visuell teils grenzwertig. Bild: Screenshot

Mitunter erinnert die Grafik an PS2-Zeiten. Dafür aber eben in VR, mit 72 Bildern pro Sekunde und mit 3D-Effekt. Bild: Screenshot / Apex Construct

Mitunter erinnert die Grafik an PS2-Zeiten. Dafür aber eben in VR, mit 72 Bildern pro Sekunde und mit 3D-Effekt. Bild: Screenshot / Apex Construct

Mitunter sparen Entwickler Rechenleistung an Objektanimationen in der Umgebung. Die sind dann etwas ruckelig. Das folgende Video zeigt ebenfalls Apex Construct.

Zumeist laufen die Spiele flüssig, vereinzelte Ruckler oder Bildfehler (Tearing) kommen etwas häufiger vor, als ich es von VR-fähigen PCs kenne. Auch die etwas reduzierte Bildwiederholrate (72 Hz statt 80 Hz oder 90 Hz) ist für sensible VR-Kenner spürbar – für Laien sicher nicht.

Vom Kauf sollten diese kleinen technische Macken jedenfalls weder Veteranen noch Einsteiger abhalten. Dafür sind sie nicht gravierend genug.

Im Durchschnitt hat mich die Grafik eher beeindruckt als enttäuscht – in Relation zur verbauten Hardware, versteht sich.

Wie ist die Bildqualität?

Gut. Die Quest-Brille bietet ein ähnliches Bild wie Oculus Rift, nur eine Ecke schärfer und mit geringeren Lichtreflexionen dank neuer Linsen. Der Punkt des schärfsten Sehens (“Sweetspot”) ist wie bei Rift eher klein: Ein wenig herumschieben muss man die Brille auf dem Kopf noch immer, bis das Bild wirklich scharf ist.

Der Innenaufbau der Brille ist beinahe identisch zu Oculus Go, die Linsen sind dieselben. Bild: Bastian

Der Innenaufbau der Brille ist beinahe identisch zu Oculus Go, die Linsen sind dieselben. Bild: Bastian

Bei den beiden OLED-Displays ist Schwarz auch wirklich schwarz und der Kontrast entsprechend gut. Das macht sich auch bei Videos positiv bemerkbar.

Kleine schwarze Lücken zwischen den Pixeln („Fliegengittereffekt“) sind bei genauem Hinsehen erkennbar. Mich stören sie nicht weiter.

Das Sichtfeld ist ähnlich eng wie bei Oculus Rift – vielleicht sogar einen Tick enger. Der Taucherbrilleneffekt lebt also weiter.

Die Linsen können passend zum eigenen Augenabstand justiert werden. Das macht bei der Bildschärfe einen deutlichen Unterschied. Euren Augenabstand lasst ihr im Optimalfall bei einem Optiker kurz kostenlos ausmessen. Ansonsten verlasst ihr euch auf das Oculus-Testbild.

Wie gut klingen die Lautsprecher?

Ich bin Fan der integrierten Lautsprecher: Man ist nicht komplett in VR gefangen und kann sich noch mit Freunden und Familie unterhalten. Die lokale VR-Isolation wiegt dadurch nicht ganz so schwer. Der Klang ist dreidimensional, Sprache gut verständlich und für die meisten Spiele reicht er aus. Etwas blechern klingt er mitunter, da die Tiefen fehlen.

Wer die totale Immersion und richtig gutes Audio will, kann eigene Kopfhörer anschließen. Ein Sound-Spiel wie Beat Saber bereitet so natürlich mehr Freude.

Der Anschluss externer Kopfhörer ist leider etwas fummelig, da man die Kabel von der Vorderseite der Brille bis hinten an die Ohren führen muss. Hat man ein langes Kabel am Kopfhörer, baumelt es herum. Vielleicht bringt Oculus ja noch ein Kopfhörerzubehör.

Wie gut ist das Tracking?

Beeindruckend. Die Brille selbst orientiert sich stets präzise und flüssig im Raum ohne spürbare Verzögerung. Bei den beiden Controllern kommt es gelegentlich zu Aussetzern, aber nie so, dass es das VR-Erlebnis übertrieben stört.

Bei einigen Bewegungen ist das Quest-Tracking sogar verlässlicher als das von Oculus Rift, beispielsweise wenn man virtuelle Gegenstände vom Boden aufhebt.

Voraussetzung fürs Tracking ist allerdings, dass die Lichtbedingungen stimmen. In der Dunkelheit funktioniert das System nicht und bei direktem Sonnenlicht kann es zu Aussetzern kommen. Im Raum sollte mindestens so viel Licht sein, dass man noch ein Buch lesen könnte.

Wie funktioniert das Guardian-System?

Brillant. Durch die Kameras der Brille hat man einen 3D-Blick in die Umgebung. Mit dem Controller zeichnet man dann die Grenze des Trackingbereichs auf den Boden. Das funktioniert schnell und präzise.

Besser noch: Das System ist komplett flexibel. In meine rund 80 Quadratmeter große Wohnung konnte ich circa 60 Quadratmeter Trackingfläche (geschätzt) einzeichnen und mich dann durch die virtuelle Welt bewegen, während ich in der Realität aus dem Arbeitszimmer durch den Flur ins Wohnzimmer wechselte. Genial!

Die Linie auf dem Boden zeigt den eingezeichneten Trackingbereich durch die Wohnung.

Macht man einen Schritt außerhalb des Trackingbereichs, schaltet die Brille sofort auf 3D-Kameradurchblick um (leider schwarz-weiß, geringe Auflösung, leicht verzerrt). Mehr dazu folgt bald.

Eigentlich soll die Quest-Brille den Raum samt Trackingfläche immer automatisch wiedererkennen. Das funktionierte bei meinen Versuchen meistens, aber nicht immer. Ab und an musste ich den Bereich neu einzeichnen. Kein Problem: Der Vorgang braucht nur zehn Sekunden.

Für Schnelleinrichter gibt es einen stationären Modus, der einen engen Kreis um den eigenen Standpunkt zeichnet. Dann muss gar nichts konfiguriert werden. Allerdings kann man sich so nur circa einen halben Meter in jede Richtung bewegen.

Hört man den Lüfter?

Ja, aber er ist nicht laut. Die integrierten Lautsprecher übertönen ihn fast immer, außerdem läuft er nicht durchgehend. Mit Kopfhörern ist es ohnehin kein Problem.

Bringt Oculus Quest VR jetzt in den Massenmarkt?

Oculus hat in den letzten Jahren viele Fortschritte erzielt, aber eines bleibt aus: grundlegende Verbesserungen beim Formfaktor. Die Quest-Brille ist noch immer ein recht klobiger Gesichtscomputer, mit allem, was dazu gehört: Nerd-Faktor, soziale Isolation vor Ort, Druckstellen im Gesicht. Das ist nichts und wird wahrscheinlich nie etwas für jedermann.

Aber Facebook adressiert mit der autarken Gamer-Brille ohnehin nicht den Massenmarkt: Quest soll einen Teil dazu beitragen, Facebooks XR-Ökosystem auszuweiten.

Eine Million verkaufte Quest-Brillen wären ein Erfolg, drei Millionen ein großer Schritt für die ganze Branche und fünf Millionen schon ein kleiner Durchbruch. Die Brille ist ein Baustein von vielen, die folgen sollen.

Die geniale und kabellose Raumtrackingfunktion durch die ganze Wohnung jedenfalls zeigt, wohin die Zukunft führen könnte: Die Realität könnte durch Brillentechnologie durch eine digitale Ebene außerhalb des Monitors erweitert werden.

Leserfragen

Eure Fragen schreibt ihr bitte in die Kommentare. Danke!

Reichen 64 GB oder braucht man 128 GB?

Derzeit verfügbare Quest-Apps sind zwischen 200 MB und 2,5 GB klein. Es passt also viel Inhalt auf die 64-GB-Karte (circa 52 GB verfügbar) – ich würde die 100 Euro Aufpreis für 128 GB eher nicht zahlen. Eigene SD-Karten können leider nicht eingelegt werden.

Lohnt sich Oculus Quest, wenn man eine PC-Brille oder Playstation VR besitzt?

Quest ist für tolle Zwischendurch-Games, die viel Bewegung erfordern: Space Pirate Trainer, Superhot, Beat Saber – für diese Spiele ist Quest gemacht. Für aufwendige Spiele im Stil eines Resident Evil oder Skyrim sind PC-Brillen oder Playstation VR deutlich besser geeignet.

Wird es Multimedia- und Social-Apps geben?

Ja, aber in welchem Umfang, ist noch nicht klar. Derzeit fokussiert sich Oculus voll auf Games. Wer einfach nur 360-Videos schauen will, ist mit Oculus Go besser bedient, weil günstiger.

Wird Quest zukünftig PC-Streaming unterstützen?

Oculus hat Experimente in diese Richtung angedeutet. Aber man sollte eher nicht darauf hoffen.

Werden Go- oder Rift-Spiele mit Quest funktionieren?

Für Oculus Rift und Oculus Quest ermöglicht Oculus “Cross Buy”: Man kauft eine Version und bekommt die andere hinzu. Allerdings entscheidet der Entwickler, ob er die Cross-Buy-Option anbieten will. Für Oculus Go sind keine Cross-Buy-Pläne bekannt.

Wie gut / schlecht ist die Grafik?

Sie ist recht rudimentär, viele Spiele setzen auf einen stark reduzierten Comic-Look. Aufgrund moderner Rendertechnologien hinkt der Vergleich etwas, aber: Quest-Spiele erinnern grafisch eher an die XBOX- und PS2-Zeiten, allerdings in HD mit viel höherer Bildwiederholrate und teils moderneren Effekten.

Kann man den Akku austauschen?

Das ist nicht vorgesehen und wäre nur mit Bastelarbeit möglich – wenn überhaupt.

Kann Quest aufladen, während man sie benutzt?

Ja, das funktioniert.

Braucht man wirklich viel Platz?

Oculus Quest ist die VR-Bewegungsbrille: Umso mehr Platz man hat, desto mehr Freude wird man an dem Gerät haben. Ich empfehle wenigstens zehn Quadratmeter. Quest funktioniert zwar auch stationär, aber dann lässt man einfach viel Potenzial liegen, für das man bezahlt hat.

Hat Oculus Quest Quick Carge?

Geladen wird per USB-C, in rund zwei Stunden ist die Brille voll. Es steht nicht explizit dabei, ob es “Quick Charge” ist.

Lohnt sich Oculus Quest, wenn man Playstation VR hat?

Quest ist für tolle Zwischendurch-Games gemacht, die viel Bewegung erfordern: Space Pirate Trainer, Superhot, Beat Saber. Ein Resident Evil beispielsweise wäre nicht in einer brauchbaren Qualität umsetzbar (Grafik, Physik, Komplexität). Wer Spaß hat an VR-Bewegung, wird mit Quest eher auf seine Kosten kommen als mit Playstation VR.

Kann man Oculus-Go-Spiele mit Oculus Quest starten?

Derzeit ist diese Funktion nur für ausgewählte Oculus-Rift-Spiele verfügbar (“Cross-Buy”). Oculus könnte sie zukünftig auch für Go anbieten, offiziell ist das jedoch nicht.

Kann das Guardian-System deaktiviert werden, sodass es keine virtuelle Begrenzung des Spielbereichs mehr gibt?

Ja, diese Einstellung gibt es, aber nur für Entwickler. Bei den Testgeräten ist sie standardmäßig verfügbar. Bei der Endverbraucherversion wird sie wohl freigeschaltet werden können.

Kann man Oculus Quest in dunklen Umgebungen benutzen, beispielsweise nur für 360-Videos?

Leider nein. Sobald es dunkel wird, schaltet Quest auf eine Warnmeldung um – selbst bei laufenden 360-Grad-Videos.

Funktioniert Oculus Quest draußen?

Ja, prinzipiell schon – wenn die Lichtbedingungen stimmen. Grelles Sonnenlicht oder umgekehrt Dunkelheit können das Tracking aus dem Tritt bringen. Bei bewölktem Himmel hingegen funktioniert das Tracking auch vor der Tür tadellos und man kann sich beispielsweise auf einem Sportplatz frei bewegen. Hinweis: Oculus gibt die Quest-Brille nicht offiziell für die Draußennutzung frei.

Wie groß ist die maximal verfügbare Trackingfläche?

Mit aktiviertem Guardian-System liegt sie laut Oculus bei circa 60 Quadratmetern. Bei deaktiviertem Guardian-System ist sie im Grunde unbegrenzt. Oculus sprach in der Vergangenheit unter anderem von Stadion-Scale-VR. Allerdings ist man ohne Guardian-System nicht mehr vor VR-Unfällen geschützt. Man sollte dann wenigstens einen menschlichen Begleiter im Schlepptau haben.

Hinweis:

Wenn ihr eure Oculus-Brille über unsere Links zu Amazon (siehe unten, wenn verfügbar) bestellt, bekommen wir einen geringen Anteil am Verkaufspreis. Am Preis für euch ändert sich nichts. Es ist die einfachste Art, unsere Arbeit zu unterstützen. Danke.

Letzte Aktualisierung am 22.07.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Oculus Quest Datenblatt

DIMENSIONEN193 mm x 105 mm x 222 mm
571 Gramm
DISPLAYOLED
Größe unbekannt
1.600 mal 1.440 Pixel x 2
Subpixel: Diamond Pentile
Low Persistence
Bildwiederholrate 72 Hz
OPTIKFresnel-Linsen (identisch zu Oculus Go)
Fokusdistanz ca. 1,3 Meter
95 bis 100 Grad Sichtfeld
Augenabstand einstellbar (IPD), 58 bis 72 mm
Kein Fokusrad
AUDIOIntegrierte Lautsprecher mit Raumklang
3,5 mm Klinke x2
Mikrofon
TRACKINGVR-Brille: 6-DoF (räumlich)
Controller: 6-DoF (räumlich)
BASISAndroid
Snapdragon 835 / Adreno 540 mit 2304 / 596 Mhz (dynamisch geregelt, aktive Lüftung)
Fixed Foveated Rendering, dynamische Taktung, Hardware-basierte Korrektur für chromatische Aberration
SPEICHER64 GB (450 Euro) intern oder
128 GB (550 Euro) intern
4 GB RAM Arbeitsspeicher
Kein Kartenslot
VERBINDUNGENWi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, dual-band (Oculus Go, unbestätigt)
Bluetooth
USB Type-C
BATTERIEhält zwei bis drei Stunden je nach Nutzung
zwei Stunden Ladezeit
FEATURESGyroscope, Accelerometer, Magnetometer, Näherungssensor, vier Ultraweitwinkelkameras (schwarz-weiß)
Oculus Touch Controller (x2)
VERFÜGBARKEIT21. Mai 2019 / Vorbestellung ab sofort
PREIS450 Euro (64 GB) / 550 Euro (128 GB)


MIXED-Podcast #150: Valve Index und Apples AR-Augen | Alle Folgen


Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.