Update: 29.02.2020

Oculus Link soll die Vorteile von autarker und PC-basierter VR vereinen – und das mit nur einem USB-Kabel. Nun ist auch das offizielle Kabel erschienen. Funktioniert alles wie geplant?

Oculus Quest war ein großer Schritt für VR: Autarke VR-Brille, keine Kabel, gute Technik – volle Bewegungsfreiheit. Zusätzliche Sensoren? Werden nicht gebraucht. Brille auf, Spiel an. Quest funktioniert so einfach, wie es sich anhört. Unser ausführlicher Test zur Oculus Quest zeigt, dass Virtual Reality mit dieser VR-Brille erfolgreich neu gedacht wurde.

Auf der Oculus Connect 6 kündigte Facebook dann den nächsten Schritt mit neuem Oculus Quest-Zubehör an: Oculus Link, eine USB-Kabel-Verbindung zwischen PC und Oculus Quest. Wie bitte? Erst machen sie das Kabel weg, danach machen sie es wieder dran? Was soll das bringen? Wie funktioniert Oculus Link und funktioniert es überhaupt? Ist die Oculus Quest jetzt der Rift S vorzuziehen?

Mein Oculus-Link-Test bietet euch Antworten auf diese Fragen. Noch mehr Informationen, beispielsweise zur Kabelwahl, stehen in unserem Oculus Link-Guide.

Letztes Update: 29.02.2020

  • Hinweis auf fehlende Mikrofonunterstützung entfernt, diverse Updates bezüglich der Aktivierung (neue Menü-Punkte im Quest-Menü und in Oculus Dash)
  • allgemeine Aktualisierung, Formatierungen

Was ist Oculus Link und wozu brauche ich es?

Oculus Link ist eine USB-Kabelverbindung zwischen PC und Oculus Quest. Der PC berechnet das Tracking und die Grafik und schickt alle Daten als Videostream an die Quest. Es handelt sich also nicht um ein natives Bildsignal wie etwa bei Oculus Rift S.

Mit dieser Streaming-Technik können technisch und grafisch aufwendige Spiele und Apps auf der Quest abgespielt werden, die sie nativ aufgrund der zu schwachen verbauten Hardware nicht verarbeiten könnte. Ich brauche also Oculus Link, wenn ich mit der Quest ein PC-VR-Spiel wie Asgard’s Wrath spielen möchte, oder die volle Grafikpracht von Arizona Sunshine (Test) genießen will, anstatt der recht groben Optik der nativen Quest-Umsetzung.

Oculus Link im Test: Das sind unsere Testbedingungen und getestete Spiele

Ich habe Oculus Link viele Stunden lang auf folgendem System getestet:

KomponenteName
BetriebssystemWindows 10 64-Bit
Mainboard / relevante USB-AnschlüsseMSI Z87-G45 GAMING
4x USB 3.0 (Rückseite)
Prozessori7-4770K @ 3.50 GHz
RAM32 GB
GrafikkarteGTX 1080 TI

Die minimalen Systemvoraussetzungen für Oculus Link findet ihr in unserem Oculus Link Info-Guide.

Die Verbindung zwischen PC und Oculus Quest habe ich anfangs wie folgt hergestellt:

  • 1x Anker Powerline USB C auf USB 3.0 Kabel, 0,9m
  • 1x CSL-Computer 5m USB 3.0 Repeater

Nach Release des offiziellen Kabels habe ich die Verbindung wie folgt hergestellt:

  • 1x offizielles Oculus Link-Kabel
  • 1x USB 3.1 Typ C Buchse auf USB 3.0 A Adapter

(Links zu den Produkten findet ihr unter der Rubrik „Die von MIXED getesteten USB-Kabel könnt ihr hier kaufen“)

Offizielles Oculus Link Kabel in offizieller Verpackung

Das offizielle Link-Kabel ist nun verfügbar, es ist aber nicht ganz billig. Immerhin: Es ist eine sehr gute Kabelhalterung dabei. BILD: MIXED

Folgende Spiele habe ich ausführlich (mindestens 30 Minuten Spielzeit pro Spiel) getestet:

  • Sacralith: The Archer‘s Tale
  • Stormland
  • Asgard’s Wrath
  • Brass Tactics
  • The Invisible Hours
  • Trains VR
  • Dirt Rally 2.0
  • Arizona Sunshine
  • Fallout 4 VR (via SteamVR)

Installation

Die Installation ist einfach, wenn ein paar grundlegende Dinge beachtet werden. Die Systemvoraussetzungen eures PCs müssen passen und die Oculus Quest sollte auf dem neuesten Stand oder zumindest maximal eine Versionsnummer hinter der Oculus Desktop-Software sein. Dazu prüft ihr den Update-Stand in der Quest-Umgebung unter “Einstellungen” und dann unter dem Menüpunkt “Info”. Steht dort hinter der Versionsnummer “Update verfügbar”, solltet ihr es ggf. erst installieren. Startet danach die VR-Brille (Infos und Vergleich aller aktuellen VR-Brillen) neu.

Dann braucht es noch die Oculus Desktop-App (unter Rift-Setup zu finden). Die Software sollte immer auf dem auf dem neuesten Stand sein. Bei der Einrichtung der Desktop-App kann Oculus Quest schon ausgewählt und erkannt werden, sofern die VR-Brille schon verbunden ist. Die Erkennung könnt ihr später in der App (unter “Geräte”) nachholen. Ist eine Kabelverbindung hergestellt, wird die Quest und ihr Status erkannt. Das gilt auch für die verbundenen Touch-Controller.

Oculus Quest aktiv - Anzeige in Oculus Desktop App

In der Oculus Desktop-App wird die Oculus Quest mit passender Kabelverbindung mittels Oculus Link als aktiv angezeigt. BILD: MIXED

In der Quest-Oberfläche in VR muss ich jetzt im Menü einfach die Oculus Link-Beta aktivieren.  Jetzt zeigt mir die Quest die Rift-Umgebung Oculus Home an, inklusive Oculus Dash – und ich kann direkt mit Rift-Apps losspielen. Wollt ihr in die ursprüngliche Quest-Umgebung zurück, muss sie im Oculus Dash-Menü wieder deaktiviert werden.

Die Installation ist erheblich einfacher als die Konfiguration einer VR-Brille mit externen Sensoren. Bei Oculus Link kann eigentlich nur das falsche USB-Kabel Probleme verursachen. Mit dem offiziellen Kabel kann das allerdings nicht mehr passieren.

Komfort & Bedienung der Quest mit USB-Kabel

Das USB-C-Kabel wird an der Quest angebracht, der USB-A-Anschluss am PC, in meinem Fall am hinteren USB-Panel. Das Kabel an der VR-Brille direkt am USB-Anschluss hängen zu lassen, ist mir allerdings zu heikel. Daher habe ich das USB-Kabel mit einem schmalen Klettband oben am Kopfband der Quest angebracht.

Im Falle des offiziellen Kabels wird eine praktische Kabelhalterung mitgeliefert, die das USB-Kabel clever fixiert.

Durch die Halterung läuft der USB-C-Anschluss an der Quest nicht Gefahr, beschädigt zu werden, wenn ich mal auf das Kabel trete. Außerdem hängt das Kabel hinter mir runter, direkt am Rücken, und baumelt nicht im Weg herum.

Allerdings muss ich an dieser Stelle Kritik am schlechten Kopfband der Oculus Quest äußern, das sich nicht gut einstellen lässt. Oculus würde gut daran tun, eine so durchdachte Kopfhalterung wie den Deluxe Audio Strap der Vive (Test) anzubieten. Das würde auch die Oculus-Link-Kabelführung erleichtern.

Beim Tragen der Oculus Quest mit Kabel fällt das Kabel natürlich besonders auf. Ich muss wieder aufpassen, wo ich hintrete und das zusätzliche Gewicht ist mit dem inoffiziellen Kabel auch spürbar. Das offizielle Kabel ist zwar nicht deutlich dünner, aber deutlich leichter und auch sehr viel biegsamer als diverse inoffizielle USB-Kabel.

Sehr cool: Die Quest wird bei der Nutzung mit Link gleichzeitig geladen, die Spieldauer verlängert sich so deutlich. Ich habe es auch nach mehr als drei Stunden nicht geschafft, die Quest leer zu spielen.

Bleibt die Frage: Lohnt der Komfort- und Freiheitsverlust durch das Kabel trotzdem?

Oculus-Link-Performance: Bye, bye, Oculus Rift?

Performance mit inoffiziellem Kabel

Im Oculus-Menü treten immer wieder Probleme auf. Mal zittert das Bild, mal müssen wir die Verbindungsanfrage vom PC neu bestätigen – letzteres gern mehrfach.

Ich habe meine Tests mit einem Spiel angefangen, das Genauigkeit und Schnelligkeit verlangt. Sacralith: The Archer’s Tale (Oculus Store) ist ein schnelles Bow & Arrow-Spiel, bei dem gutes Zielen und schnelle Bewegungsabläufe wichtig sind. Als Bogenschütze muss ich meine Nahkampf-Mitstreiter gegen Horden von Feinden unterstützen und sie am Leben halten. Das funktioniert perfekt: Das Tracking ist zuverlässig, das Bild ist flüssig und ich setze einen Headshot nach dem anderen.

Nächster Versuch: Stormland (Test). Auch beim grafisch aufwendigeren Spiel kann ich keine Nachteile feststellen. Die Interaktion mit Objekten ist sauber, das Bild klar und gut, alle Details bestens erkennbar. Es gibt keine Ruckler, keine Lags. Eine zusätzliche Latenz bemerke ich nicht.

Stormland_slipstream

Auch im sogenannten Slipstream im VR-Spiel Stormland bleibt über Oculus Quest mit Link alles flüssig und performant. BILD: Oculus

Aber schafft Link auch ein Rollenspiel-Monster wie das hochgelobte Asgard’s Wrath? Schafft es, und zwar fast ohne Probleme. Das umfangreiche Spiel gerät nur in einer Taverne mit vielen anderen NPCs bei flüssiger Fortbewegung durch den Raum kurz ins Stocken. Ansonsten, ob als Gott oder in menschlicher Form, ob im Kampf oder außerhalb: Saubere Performance, hier trübt nichts das Spielvergnügen.

Mit Dirt Rally 2.0 habe ich dann noch die Rennspieltauglichkeit getestet. Die Darstellung des Cockpits ist perfekt, Lenkradbewegungen werden präzise übertragen (ich nutze dafür ein G29 von Logitech) und auch in engen, schnellen Kurven ist das Fahrgefühl ohne Abstriche da. Grafisch haben die Umgebungen allerdings nicht viel hergemacht, dazu gleich mehr.

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The Invisible Hours (Infos zur Umsetzung) stockte am Anfang ein wenig bei schnellen Kopfdrehungen, das legte sich aber nach wenigen Minuten. Der interaktive Spiel-Film funktioniert ebenfalls tadellos. Gleiches gilt für Strategiespiele auf einem Tisch: Brass Tactics spielt sich wie im Original und auch Trains VR ist ebenso einfach und stabil bedienbar.

Performance mit offiziellem Kabel

Das offizielle Kabel ist definitiv besser als die inoffizielle Lösung. Im Menü treten gar keine Probleme mehr auf, es werden nicht ständig Verbindungs-Dialoge angezeigt. Auch in Spielen ist absolut saubere Performance zu verzeichnen und sogar die Taverne in Asgard’s Wrath hat keine kurzen Ruckler mehr.

Sacralith: The Archer’s Tale sowie Arizona Sunshine machten eine blitzsaubere Figur, selbst bei schnellen Bewegungen. Mir fiel allerdings noch etwas anderes auf, weil es nicht mehr auffiel: Das Kabelgewicht ist auf Dauer kaum zu spüren, der Unterschied zu einem inoffiziellen Kabel, noch dazu mit Repeater, ist signifikant.

(K)eine Frage der Grafik: Klar gibt es Einbußen, aber …

Das ein nativ verarbeitetes Bildsignal einer VR-Brille besser aussieht als ein Videostream, ist logisch. Da Oculus Link eine Streaming-Technik darstellt, ist die Bildqualität nicht mehr nativ, sondern komprimiert.

Diese Kompression fällt mir aber nicht auf. Ich achte bei VR-Spielen mehr auf das Gesamtbild, das sich aus Grafik, Bedienbarkeit, Interaktivität, Story und Mechaniken sowie Atmosphäre ergibt. Die visuelle Qualität ist nur ein Teil der Erfahrung. Ein Grafikmonster wie Star Citizen erwarte ich aktuell von keinem VR-Spiel. Na gut, Half Life: Alyx (Info-Guide) mit der Valve Index könnte schon ziemlich gut aussehen.

Half Life Alyx älterer Charakter im VR-Spiel

Eine solche Detailschärfe wie im Trailer zu Half Life: Alyx kann Quest und Link nicht liefern. BILD: Valve

Der Flaschenhals der Oculus Quest ist die verbaute Hardware. Prozessor und Grafikeinheit (Snapdragon 835 / Adreno 540) brauchen Zeit, um das Videosignal zu dekomprimieren, was die Latenz theoretisch erhöht. Praktisch bemerke ich keinen Unterschied zu nativer PC-VR. Schon gar nicht mit dem offiziellen Glasfaserkabel, das nochmal ein bisschen Zeit durch die schnellere Datenübertragung gegenüber einem herkömmlichen USB-Kabel herausholen dürfte.

Ob mit dem offiziellen Kabel die Datenbandbreite von USB 3.1, die laut einer Aussage von John Carmack von November 2019 (noch) nicht vollends ausgenutzt wird, zum Tragen kommt, kann ich nicht beantworten. Das Videobild kann aber dadurch im Verlauf der Beta noch etwas besser werden, als es derzeit schon ist.

Zurück zum eigentlichen Test und der Frage nach der Grafik. Wer sich eine Quest zulegt, muss sich natürlich über Einbußen bei der Grafik im Klaren sein. Oculus Link zaubert kein Index- oder Varjo-Bild (siehe Test der VR-1). Das muss es meiner Meinung nach auch nicht.

Spiele wie Stormland oder Asgard’s Wrath sehen auch so beeindruckend genug aus. Ein Kumpel (HTC Vive-Besitzer) war so begeistert von Asgard’s Wrath auf der Quest, dass er das Gerät mal eben geschlagene zwei Stunden besetzte und sich dabei immer wieder in Superlativen äußerte.

Wer immer das bestmögliche Bild will, der braucht sowieso eine nativ angesteuerte VR-Brille. Wer also beispielsweise eine Oculus Rift S hat, sollte Stormland & Co. auch darauf spielen. Hier geht Kritik meiner Ansicht nach am Ziel vorbei.

Das Gesamtpaket von Oculus Quest mit Link muss überzeugen – und das tut es auf ganzer Linie. Ich kann sämtliche Spiele und Apps bei mindestens befriedigender Qualität auf einer einzigen VR-Brille spielen, mit aktuell geringstem Aufwand für Setup und Inbetriebnahme. Wer das Bild der Oculus Quest generell gut findet, der wird Oculus Link lieben, selbst mit ein paar Prozenten Abzug in der B(ildschärfe)-Note.

Übrigens: Ihr könnt über das Oculus Debug Tool die Renderauflösung von Oculus Link auf der Quest manuell etwas anpassen. In meinem Versuch hat das allerdings kaum sichtbare Verbesserungen gebracht. Lest in unserem Oculus Link Info-Guide, wie ihr die Auflösung ändert.

Oculus Quest mit Link bei SteamVR: Funktioniert das?

SteamVR funktionierte im Test einwandfrei mit Oculus Link. Sobald in den Einstellungen der Oculus Desktop-App unter “Allgemein” der Punkt “Unbekannte Quellen” aktiviert ist, wird beim Start von SteamVR die Oculus Quest samt Controllern erkannt.

Oculus Quest mit Oculus Link werden in SteamVR erkannt

Oculus Quest mit Oculus Link wird in SteamVR sofort erkannt. BILD: MIXED

Das SteamVR-exklusive Fallout 4 VR (Test-Urteile der internationalen Presse) musste sich dann auf der Quest beweisen. Auch hier kann ich sagen, dass es gut spielbar ist, auch wenn mich die Grafik wirklich nicht umhaut. Auch habe ich ab und zu Latenzprobleme festgestellt, bei denen die Waffe etwas nachzog. Das könnte an der Dekomprimierung des Videostreams durch die Quest-Hardware  in Verbindung mit einem inoffiziellen Kabel liegen. Aber auch damit funktioniert es erstaunlich gut.

Mit dem offiziellen Link-Kabel von Oculus ist das Nachziehen von Gegenständen deutlich geringer geworden, wenn es auch nicht komplett weg ist. Außerdem meine ich, hier eine etwas bessere Grafikdarstellung festzustellen, als bei einem inoffiziellen Kabel. Ganz darauf festlegen möchte ich mich aber (noch) nicht.

Mit Oculus Quest Spiele entwickeln: Kann Oculus Link auch Unity und Co.?

Ich selbst habe diese Funktionalität nicht testen können, aber von einem Entwickler bekam ich die Info, dass Unity- und Unreal-Editoren mit Oculus Quest und Oculus Link funktionieren. Die VR-Brille wird einfach als Oculus Rift S erkannt. Einmal im Editor auf “Play” drücken und fertig.

Mittlerweile gibt es sogar eine direkte Unity-Integration für Oculus Quest und Link.

Test-Fazit zu Oculus Link: Alles neu macht Quest mit Link

Wer braucht noch eine Rift (S), wenn er Oculus Quest und Link einfach überallhin mitnehmen und mit wenigen Handgriffen einsatzbereit machen kann? Wer braucht eine HTC Vive (Pro), wenn mit Quest plus Link fast alles auf Steam spielbar ist?

Grafikfetischisten werden sicherlich Unterschiede finden zwischen Videostream und nativer Darstellung. Aber bei der wichtigeren Performance gibt es so gut wie keine – und selbst bei den wenigen Stotterern, die ich erlebt habe, bin ich nicht sicher, dass es am Link-Kabel lag.

Wer direkt auf die teurere offizielle Kabel-Lösung setzt, wird noch weniger Probleme bemerken: Das Kabel kommt mit Halterung, ist verhältnismäßig leicht und sehr flexibel und sorgt offensichtlich für eine bessere Datenübertragung als inoffizielle Lösungen. Ich kann für meinen Test mit Sicherheit sagen, dass die Performance sich noch etwas besser anfühlt und Fehlermeldungen in der Oculus-App oder das ständige Aufploppen von Verbindungs-Dialogen kein Thema mehr sind.

Oculus Link: Alle Infos, Release, Preis & Leistung

Test-Fazit MIXED: Oculus Link macht aus der autarken Oculus Quest mittels USB-Kabel eine optional PC-gestützte VR-Brille, die hervorragend funktioniert. BILD: Oculus

Also alles einfach super? Nicht unbedingt, denn ich muss wieder mit einem Kabel an der Brille leben.

Wenn ich die Wahl habe, nutze ich lieber die native Quest-Version einer App oder eines Spiels und freue mich über die kabellose Bewegungsfreiheit. Zumindest wenn das sinnvoll möglich ist, denn beispielsweise für Arizona Sunshine (Test) bevorzuge ich die massiv hübschere und detailreichere Variante über Oculus Link (oder nativ über meine Vive). Aufwendige Spiele brauchen nun mal volle PC-Power.

Da ist der Nachteil des Kabels dann wieder ausgeglichen, denn ich bekomme eine vollwertige PC-VR-Brille, die leicht zu konfigurieren ist und bei der ich nicht erst jede Menge Einstellungen vornehmen muss, bis alles passt. Das offizielle Link-Kabel ist zudem leicht und flexibel genug, dass es kaum auffällt.

Ich empfehle derzeit – trotz des satten Preises von 89 Euro – ganz klar das offizielle Link-Kabel.

Es ist wie bei der eigentlichen Quest: VR-Brille auf (nur hängt da jetzt ein einzelnes Kabel dran) und losspielen. Und zwar alles, was das VR-Enthusiasten-Herz begehrt, ohne nennenswerte Performance-Einbußen – vorausgesetzt, ihr besitzt auch einen schnellen Spiele-PC. Denn der ist wie bei jeder anderen PC-VR-Brille Voraussetzung.

Oculus Link ist ein gelungener Kompromiss zwischen zwei VR-Systemen, nämlich dem PC-basierten und dem autarken System. Es verbindet große Vorteile beider Systeme bei nur einem einzigen Nachteil: dem Kabel. Ein ziemlich guter Deal, wenn ihr mich fragt.

Ihr solltet Oculus Link nutzen, wenn …

  • ihr eine Oculus Quest und einen schnellen Spiele-PC besitzt,
  • ihr keine Lust auf VR mit externen Sensoren habt, aber auf große VR-Spiele nicht verzichten wollt,
  • eine neue Streaming-Technik in Aktion erleben möchtet und
  • erleben wollt, wie VR fitter für den Mainstream wird.

Ihr solltet Oculus Link nicht nutzen, wenn …

  • euch Technik, Tragekomfort und Auflösung der Quest nicht zusagen,
  • Kabel für euch gleichbedeutend mit Fußfesseln sind,
  • mögliche Probleme einer Beta nicht mitmachen möchtet und
  • ihr mit eurer hochwertigeren PC-VR-Brille völlig zufrieden seid.

Hinweis: Ich habe von Oculus kein Kabel zur Verfügung gestellt bekommen, sondern es selbst gekauft.

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