Update vom 21. Mai 2019:

Die spanischen Youtuber von Jugon Virtual haben ebenfalls ein World-Scale-Experiment mit Oculus Quest gewagt: Sie spielen eine komplette Mission aus dem Abenteuerspiel Apex Construct auf einem 6.000 Quadratmeter großen Fußballfeld. Das Ergebnis sieht man im Youtube-Video:

Ursprünglicher Artikel vom 13. Mai 2019:

Offiziell unterstützt Oculus Quest kein World-Scale-VR. Ein französischer XR-Blogger hat sich mit der VR-Brille dennoch ins Freie gewagt – mit gutem Ergebnis.

“Es ist ein bisschen wie Ready Player One”, meint der Redakteur des XR-Blogs ETR, als er auf einem offenen Spielfeld zu Fuß durch ein Areal des Quest-Abenteuerspiels Journey of the Gods spaziert. Das physische Überbrücken des virtuellen Raums sei anstrengender als mit einem Analogstick, witzelt der Blogger.

Das Video ist in der Abenddämmerung aufgenommen. Der Grund: Direktes Sonnenlicht irritiert die Trackingkameras der Oculus Quest. Unter den im Video gezeigten Umständen funktioniere das Tracking aber “tadellos”.

Eine weitere, wichtige Bedingung für World-Scale-VR mit Oculus Quest: Der Untergrund und die Umgebung dürfe nicht zu neutral sein und müsse den Trackingkameras visuelle Orientierungspunkte geben, meint der Blogger. Ansonsten verliere sich das Gerät im realen Raum.

Seien wie in dem Video beide Bedingungen erfüllt, mache das World-Scale-Erlebnis “viel Spaß”. Und das, obwohl das Gerät gar nicht für diesen Anwendungszweck optimiert sei, sagt der XR-Blogger in seinem Testresümee.

Das Unfallrisiko ist groß

Das Guardian-System der Oculus Quest unterstützt eine Trackingfläche von maximal 60 Quadratmetern. Das fand auch der Tester heraus: Für das VR-Boxspiel Creed maß er einen Raum von circa 6,5 auf 6,5 Meter aus, mehr ging nicht. Die Fläche reichte jedoch aus, um sich frei im virtuellen Boxring zu bewegen, wie das Video unten zeigt.

Für den World-Scale-Test deaktivierte der Redakteur das Guardian-System. Hierfür musste er zuerst in den Entwicklermodus wechseln. Im Video warnt der Blogger Nachahmer: Man solle nur in Begleitung und auf einer sicheren Spielfläche mit World-Scale-VR experimentieren.

Die Quest-Nutzung unter freiem Himmel wird seitens Oculus offiziell nicht unterstützt. Der Grund dürfte nicht nur technischer Natur sein: Wer mit einer Oculus Quest im Freien spielt, sieht die reale Umgebung nicht mehr. Das Unfall- und Klagerisiko ist daher groß. Viel wahrscheinlicher ist, dass Quest unter kontrollierten Bedingungen in großen Spielhallen zum Einsatz kommt. Wie das aussehen könnte, hat Oculus selbst eindrücklich demonstriert.

Titelbild und Quelle: ETR.fr

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