Nvidias neue RTX-30-Karte könnte die beliebte GTX 1060 in Rente schicken. Taugt sie auch zum VR-Einstieg?

Mitte Januar stellte Nvidia im Rahmen der CES die Mittelklasse-Karte RTX 3060 vor. Sie ist das jüngste Mitglied der RTX-30-Serie und siedelt sich als kleinste Karte hinter RTX 3060 Ti (Test), RTX 3070 (Test), RTX 3080 (Test) und RTX 3090 (Test) an.

Die RTX 3060 ist mit satten 12 Gigabyte GDDR6-Speicher mit 192-Bit Speicheranbindung ausgestattet und soll doppelt so schnell sein wie die GTX 1060. Die Karte kommt mit 3.584 CUDA-Kernen, 38 Raytracing-Kernen und 112 Tensorkernen und bietet einen Basistakt von 1.320 MHz sowie einen Boost-Takt von 1.777 MHz. Eine “Founders Edition” gibt es diesmal nicht.

Während Nvidia mit der RTX 3070 und RTX 3060 Ti WQHD-Spieler als Zielgruppe anpeilt, zielt die RTX 3060 auf FullHD-Auflösung ab und gibt die RTX 2070 als Leistungsäquivalent der Vorgänger-Generation an.

In Tests zeigt sich, dass Nvidias Karte sich wie gewohnt mit klarem Abstand zur nächsten Karte in die bisher veröffentlichten Modelle einordnet: Die theoretisch knapp 70 Euro teurere RTX 3060 Ti ist laut Gamers Nexus 25 bis 35 Prozent schneller.

Das reicht für stabile Bildwiederholraten für nahezu jedes Spiel in FullHD. Die RTX 3060 erreicht oft die doppelte Leistung einer GTX 1070, liegt immer auf dem Niveau einer RTX 2070 und kommt auch mal an die RTX 2070 Super oder AMDs RX 5700 XT heran, die beide Mitte 2019 für 450 bis 500 Euro starteten, schreibt Digital Foundry.

DLSS, Raytracing & professionelle Anwendungen

In WQHD-Auflösung und hohen Details rutscht die Karte allerdings bei einigen Spielen unter die 60-FPS-Marke. Doch auch die RTX 3060 unterstützt Nvidias KI-Upscaling DLSS.

Igor’s Lab zeigt: Mit DLSS springt die RTX 3060 in unterstützten Titeln wie Control, Metro Exodus oder Watch Dogs: Legion auf 70 bis 80 Bilder pro Sekunde. Mit der Veröffentlichung des DLSS-Plugins für Unreal Engine 4 wird die Zahl unterstützter Spiele weiter steigen.

Dank DLSS sind auch Raytracing-Effekte in FullHD mit spielbaren Bildwiederholraten möglich. So misst Linus Tech Tips etwa 74 Bilder pro Sekunde im Durchschnitt bei Shadow of the Tomb Raider mit Raytracing-Schatten auf Ultra. Wolfenstein: Youngblood schafft mit aktiviertem Vulkan-Raytracing sogar 127 FPS.

In professionellen Anwendungen wie Blender oder V-Ray deklassiert die RTX 3060 ihre direkten Vorgänger: Sie ist im Schnitt etwa doppelt so schnell wie die RTX 2060 Super und vier- bis fünfmal schneller als die GTX 1060.

Perfekt für VR-Einsteiger?

Doch wie überträgt sich die Leistung der RTX 3060 auf Virtual Reality, in der höhere Auflösungen und hohe Bildwiederholraten gefordert sind? Die RTX 3060 Ti schlug sich im VR-Benchmark hervorragend und zeigte, dass die Einsteigergrenze für flüssiges VR-Gaming auf VR-Brillen wie der Valve Index (Test) um einige hundert Euro gesunken ist – sofern man die Karte für den UVP-Preis finden könnte.

Babeltechreviews hat die RTX 3060 in 16 VR-Titeln gegen die RTX 3060 Ti antreten lassen.

Das Testsystem nutzt einen auf 5.0 GHz übertakteten Intel Core i9-10900K, EVGA Z490 FTW Mainboard, 2 x 16 Gigabyte DDR4-Speicher @ 3600MHz und Windows 10 64-bit Pro Edition.

Für die Benchmarks setzt Babeltechreviews auf Nvidias VR-Leistungsanalysewerkzeug FCAT VR und eine HTC Vive Pro (Test) mit einer Auflösung von 1.440 mal 1.600 Pixel pro Auge und einer Bildwiederholrate von 90 Hz.

TitelEinstellungenRTX 3060RTX 3060 Ti
ARK: ParkHighest + 200% SS141195
Assetto Corsa CompetizioneVR Low120157
BoneworksHighest144184
Elite DangerousUltra74105
Fallout 4 VRHigh71101
Half-Life: AlyxUltra109149
Hellblade: Senua’s SacrificeHighest98132
Into the RadiusHigh108157
No Man’s SkyHigh6489
ObductionEpic6696
PavlovUltra168232
Project CARS 2Highest6177
Skyrim VRHighest + SS max105124
SubnauticaHighest5269
The Vanishing of Ethan CarterHighest132183
The Walking Dead: Saints & SinnersUltra111146

Uneingeschränkte Bildwiederholraten in Bilder pro Sekunde | Via: Babeltechreviews

Solide Performance für VR-Einsteiger – mehr nicht

Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Die RTX 3060 erreicht in einem Großteil der VR-Titel weit über 90 Bilder pro Sekunde – das verspricht ein flüssiges Spielerlebnis mit der nativen Bildwiederholrate der meisten VR-Brillen (Vergleich) auf oder unter der Pixelzahl der Vive Pro.

In insgesamt sechs Spielen fällt die RTX 3060 jedoch unter die 90 Bilder. In diesem Fall wird SteamVR oder Oculus die Bilder auf 45 Bilder pro Sekunde kappen und mit Motion Smoothing oder Asynchronous Spacewarp (ASW) auf 90 interpolieren. Das erlaubt ein flüssiges Spielerlebnis, fällt jedoch einigen Spielern deutlich auf.

Für wen lohnt sich die RTX 3060?

Die RTX 3060 lohnt sich für FullHD-Spieler, die ihre alten Karten in Rente schicken wollen. Besitzer einer GTX 1060 oder GTX 1070 profitieren deutlich von Nvidias neuer Mittelklasse. Besitzer einer GTX 1080, GTX 1080 Ti, RTX 2070 oder 2070 Super sollten stattdessen einen Blick auf die RTX 3060 Ti oder RTX 3070 werfen, die je nach Ausgangsmodell bis zu 80 Prozent mehr Leistung bringen können.

Für VR-Spieler ist die RTX 3060 eine gute Einsteigerkarte, die eine solide Leistung für VR-Brillen wie die Valve Index, HTC Vive Pro oder Oculus Quest (Test) mit Oculus Link (Infos) liefert. Wer 70 Euro mehr ausgeben kann, sollte allerdings zur RTX 3060 Ti greifen – die fällt in nur drei Titeln unter die 90er-Grenze und hat in einigen Spielen noch genug Leistung für Supersampling. Besitzer einer HTC Vive, Oculus Rift oder Rift S (Test) können dagegen bedenkenlos zugreifen.

Für ein hochauflösendes Headset wie die HP Reverb G2 (Test) oder eine Oculus Quest 2 (Test) mit Link-Kabel ist die RTX 3060 nicht geeignet. Für diese VR-Brillen solltet ihr mindestens eine RTX 3070 oder bestenfalls eine RTX 3080 (VR-Benchmark) besitzen.

Angesichts der aktuellen Preise und Verfügbarkeit lohnt sich die Karte allerdings derzeit für niemanden: Die RTX 3060 kostet bei Händlern teilweise fast 600 und auf Ebay auch mal 1.200 Euro.

Titelbild: Nvidia

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