Nvidia veröffentlicht mit der Geforce RTX 3080 Founder Edition die erste Karte der neuen Ampere-Generation. Können die Tests den Hype rechtfertigen?

Die Geforce RTX 3080 Founders Edition kostet 699 Euro und ersetzt ihre Vorgänger RTX 2080 bzw. RTX 2080 Super. Die Karte kann bei Nvidia und ausgewählten Partnern ab heute, 17.09.2020, im Verlauf des Tages vorbestellt werden.

Die RTX 3080 FE kommt mit 10 GB GDDR6X-Speicher, 8.704 CUDA-Kernen, einem Kern-Takt von 1.440 Mhz und einem Boost-Takt von 1.710 MHz. Die TDP liegt bei 320 Watt. Auf der Karte sind außerdem neue Ray Tracing- und Tensor-Kerne verbaut.

Nvidia hatte in der Präsentation der RTX-3000-Reihe einen großen Leistungssprung gegenüber der RTX-20-Generation versprochen. Im Gegensatz dazu hatte die RTX-2000-Reihe zwar Ray Tracing und das KI-Upscaling DLSS eingeführt, konnte aber gegenüber der Pascal-Generation keine allzu großen Leistungssprünge bieten. Wiederholt sich die Geschichte?

RTX 3080 FE mit Leistungsplus zwischen 30 und 100 Prozent

Bei niedrigen Auflösungen braucht es weniger Grafikleistung und die gemessenen Bilder pro Sekunde sind stärker an die CPU gebunden. Dadurch ist der Vorsprung einer neuen Grafikkarte etwa in FullHD (1080p) weniger deutlich. Dennoch kommt die RTX 3080 FE auch hier bei anspruchsvollen Titeln auf einen Vorsprung von 30 bis 40 Prozent gegenüber einer RTX 2080. In stark CPU-gebundenen Titeln wie Anno 1800 kann es dagegen zu einem Gleichstand kommen. Das ganze Potenzial der Rechenleistung der RTX 3080 zeigt sich erst in höheren Auflösungen.

Ab WQHD (1440p) setzt sich die neue Grafikkarte deutlich von ihrem Vorgänger ab. Im Schnitt liegt die RTX 3080 51 Prozent vor der RTX 2080, schreibt Techpowerup. Gegenüber der knapp 1.200 Euro teuren RTX 2080 Ti liegt der Vorsprung der RTX 3080 je nach Titel bei etwa 30 Prozent.

Noch größer wird der Vorsprung in UltraHD (4K-Auflösung): 66 Prozent schneller als die RTX 2080, 31 Prozent schneller als die RTX 2080 Ti und bei einigen Titeln 100 Prozent schneller als AMDs Radeon RX 5700 XT.

Diese Messungen bestätigen auch andere Tester: Gegenüber der RTX 2080 Ti gäbe es ein Plus von 24 bis 37 Prozent, schreibt Digital Foundry. PCGames Hardware misst einen Leistungszuwachs von 29 bis 36 Prozent. Ähnliche Zahlen berichten Wccftech, Guru3D und Babeltechreviews.

In Spielen mit Ray-Tracing-Effekten kann der Vorsprung sogar noch steigen: Gegenüber den schwächeren Karten der RTX-2000-Reihe messen die Tester ebenfalls ein Plus zwischen 70 und 80 Prozent und in UltraHD noch mehr. Die neue Nvidia-Generation lasse die alte RTX-2000-Reihe beim Preis-Leistungs-Verhältnis geradezu lächerlich erscheinen, schreibt Arstechnica.

Auch Hardwareluxx ermittelt einen Vorsprung von 40 bis 70 Prozent gegenüber der RTX 2080, 30 bis 40 Prozent gegenüber der RTX 2080 Ti, 50 bis 60 Prozent gegenüber der GTX 1080 Ti und ab WQHD 80 bis 150 Prozent gegenüber der GTX 1080.

Der Vorsprung zur Pascal-Generation ist besonders deutlich: Digital Foundry erhält etwa im Spiel “Control” in 4K dreimal mehr Bilder pro Sekunde gegenüber einer GTX 1080.

Nvidias RTX 3080 FE erfüllt das Versprechen, 4K-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde zum möglichen neuen Standard zu machen: Die Karte erreicht in den Benchmarks aller Tester in nahezu allen Titeln 60 Bilder pro Sekunde. Deutliche Ausnahme ist Control, das bei Techpowerup lediglich mit 48 Bildern pro Sekunde läuft. Erst mit DLSS lassen sich hier 60 Bilder pro Sekunde erreichen, dann allerdings auch mit dem aufwendigen Ray-Tracing-Effekt.

Ray Tracing wird mit der RTX-30-Serie für mehr PC-Spieler eine Option: Die Ray-Tracing-Leistung der RTX 3080 FE liegt laut PCGames Hardware 36 Prozent vor der RTX 2080 Ti, 69 Prozent vor der RTX 2080 Super und 100 Prozent vor der RTX 2060 Super.

Vergleichbare Ergebnisse zeigen sich auch in den Messungen von Wccftech, Guru3D, Digital Foundry und Babeltechreviews. Die RTX-2000-Serie sei noch nicht wirklich für Ray Tracing bereit gewesen, schreibt Wccftech. Mit der RTX 3080 seien jetzt 4K, 60 Bilder pro Sekunde und Ray Tracing möglich. In einigen Fällen braucht es dafür allerdings Nvidias KI-Upscaling DLSS, das aus den Karten noch mehr Leistung herauskitzelt – auch aus der älteren 2000er-Serie.

RTX 3080 FE: Leistungsaufnahme und Kühler

Die RTX 3080 FE hat eine Leistungsaufnahme von 320 Watt und damit fast 100 Watt mehr als die RTX 2080 FE und 60 Watt mehr als die RTX 2080 Ti. Übertaktet frisst die neue Grafikkarte schnell mal 350 Watt. Wer also aufrüsten will, muss möglicherweise in ein neues Netzteil investieren.

Gemessen in Bildern pro Sekunde pro Watt arbeitet die RTX 3080 effizienter als eine RTX 2080 (Ti). So hatte es Nvidia auch angekündigt. Der Vorsprung liegt jedoch lediglich bei etwa zehn Prozent. Die hohe Leistungsaufnahme sollte jedoch bei einem Grafikkartenpreis von knapp 700 Euro für die meisten Käufer keine große Rolle spielen.

Fortschritte zeigt die neue Nvidia-Generation auch beim Kühler der Founders Edition: Nvidia führt für die RTX-30-Serie einen Zero-Fan-Modus ein, mit dem die Lüfter bis zu einer GPU-Temperatur von 54 °C still stehen. Die Lüfterarchitektur mache die RTX 3080 deutlich leiser und geringfügig kühler als eine RTX 2080 Ti, schreiben die Tester.

Für wen lohnt sich der Kauf der RTX 3080?

Die RTX 3080 FE liefert in allen Tests einen deutlichen Leistungssprung. Die Karte lohnt sich für jeden, der 700 Euro für eine Grafikkarte ausgeben kann und ein neues System zusammenstellt oder plant, von der Pascal-Reihe upzugraden.

Besitzer einer GTX 1080 bekommen die doppelte bis vereinzelt dreifache Leistung. Auch Besitzer der RTX-2000-Serie können von einem Upgrade profitieren, wenn sie einen 4K-Monitor betreiben oder noch die letzten Bilder pro Sekunde aus ihrem System kitzeln möchten.

Die Mehrleistung speziell in höheren Auflösungen sind auch für VR-Spiele (Releases) interessant: Mit den bald verfügbaren hochauflösenden VR-Brillen (Vergleich) wie der HP Reverb G2 braucht es dringend stärkere Hardware auf dem Markt. Allerdings hat Nvidia die RTX 3080 FE mit lediglich 10 Gigabyte Speicher ausgestattet. Das könnte sich bei anspruchsvollen Titeln und den hohen Auflösungen der VR-Brillen zum Flaschenhals entwickeln. Gerüchte über eine geplante 20 Gigabyte-Variante gibt es schon länger, womöglich lohnt es sich für VR-Gamer also, einige Wochen zu warten.

Zum Verkaufsstart der RTX 3080 waren viele Kontingente schon nach Minuten ausverkauft. Es gibt aber vielfach noch die Möglichkeit, die RTX 3080 vorzubestellen.

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