Nvidias neue Grafikkarte Geforce RTX 3070 soll die Leistung einer RTX 2080 Ti erreichen und weniger als die Hälfte kosten. Ist die 3070 das Preis-Leistungswunder unter den neuen RTX-Karten?

Nvidias neue RTX-30-Serie umfasst aktuell drei Modelle: Die RTX 3090 (Tests), die RTX 3080 (Tests) und ab dem 29. Oktober auch die für 499 US-Dollar erhältliche RTX 3070. Die bis dato kleinste Grafikkarte der neuen Generation kommt mit 5888 CUDA-Kernen, 1.5 GHz Basis- und 1.73 GHz Boost-Takt, 46 RT-Kernen, 184 Tensor-Kernen und ist mit 8 Gigabyte DDR6-Speicher mit einer Bandbreite von 256 Bit ausgestattet. Die TDP liegt bei 220 Watt.

Auf dem Papier liegt die neue Grafikkarte damit vor der RTX 2080 Ti, dem Flaggschiff der letzten Generation – mit Ausnahme der Speichers. Doch wie schlägt sich die Grafikkarte in der Praxis?

Geforce RTX 3070: Das sagen die Tests

In Benchmarks kann die RTX 3070 tatsächlich mit den Großen mitspielen: Je nach Titel ist sie schneller, gleich auf oder nur wenig langsamer als die teurere RTX 2080 Ti. Im Schnitt liegt sie etwa fünf bis sieben Prozent vor dem ehemaligen Spitzenreiter. Der Unterschied liegt je nach Auflösung jedoch nur bei wenigen Bildern pro Sekunde.

So misst IgorsLab im Schnitt einen Vorsprung von zehn Bildern pro Sekunde in Full-HD-Auflösung, der mit steigender Auflösung auf etwa fünf Bilder pro Sekunde bei 4K-Auflösung sinkt. Techpowerup, Gamers Nexus und Linus Tech Tips erreichen ähnliche Werte. Bei Ray-Tracing- und DLSS-2.0-Performance liegen RTX 3070 und RTX 2080 Ti im Schnitt ebenfalls gleichauf, mit vereinzelten Leistungsgewinnen von einigen wenigen Bilder pro Sekunde etwa in Remedys Control mit RTX On und DLSS 2.0 aktiv.

In der Praxis bedeutet das: Die meisten Spiele laufen in 4K bei knapp 60 Bildern pro Sekunde, allerdings ohne Ray Tracing. Ausnahmen sind sehr anspruchsvolle Titel, etwa Control oder Red Dead Redemption 2. Da die RTX 3070 jedoch wenig Leistungs-Reserven übrig hat und so bei zukünftigen Titeln womöglich nicht mehr über die 60 FPS-Marke kommt, sollten 4K-Gamer lieber zur stärkeren RTX 3080 greifen. Deren Vorsprung zur neuen Mittelklasse bleibt deutlich.

RTX 3070 bleibt auf Abstand

Mit den stärkeren Karten der RTX-30-Reihe kann die RTX 3070 wie erwartet nicht mithalten: Laut Techpowerup ist die RTX 3080 in Full-HD-Auflösung etwa 15 Prozent leistungsstärker, die RTX 3090 gute 20 Prozent. In WQHD liegt der Vorsprung der RTX 3080 schon bei 20 Prozent und die RTX 3090 schafft satte 30 Prozent mehr Leistung.

In 4K zeigt sich ein noch deutlicherer Unterschied: Die RTX 3080 liegt 30 Prozent und die RTX 3090 fast 45 Prozent vor der Leistung der RTX 3070. Womöglich könnte eine mit mehr und schnellerem Speicher ausgestattete Variante der RTX 3070 – also eine RTX 3070 Ti – diesen Vorsprung verkürzen und die RTX 2080 Ti übertreffen.

Nvidia hält mit der Geforce RTX 3070 also das Versprechen, eine Karte mit der Leistung einer RTX 2080 Ti für knapp 500 US-Dollar zu liefern. Wer eine solche bereits besitzt, muss nicht upgraden. Besitzer einer RTX 2070 können dagegen etwa 50 Prozent mehr Leistung und Besitzer einer GTX 1070 fast die doppelte Leistung erwarten.

Mit dieser Leistung, diesem Preis und Softwarefeatures wie RTX und DLSS 2.0 könnte die Geforce RTX 3070 eine klare Kaufempfehlung sein, allerdings steht noch die Konkurrenz von AMD ins Haus. Aber auch so ist klar: Nvidia liefert mit der RTX 3070 die wohl beste Preis-Leistungs-Karte aus dem eigenen Haus seit der GTX 970. Wenn sie denn – anders als beim völlig verpatzten Verkaufsstart der RTX 3080 – in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Neue Informationen zu AMDs Big Navi gibt es am 28. Oktober, einen Tag vor Verkaufsstart der RTX 3070. Dann wird sich zeigen, ob AMD mit Nvidias neuen Ampere-Karten mithalten kann.

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