Nvidias neues Flaggschiff RTX 3090 ist ab sofort erhältlich und verspricht maximale Leistung ohne Kompromisse. Was schreiben die Tester – lohnt sich das Upgrade zu einer RTX 3080?

Die Nvidia Geforce RTX 3090 kostet knapp 1.500 Euro und ersetzt die etwa 2.500 bis 3.000 Euro teure Titan RTX. Dafür liefert die im 8nm-Verfahren gefertigte GPU 10.496 CUDA-Kerne, 24 Gigabyte GDDR6X-Speicher mit 384-bit, einem Kern-Takt von 1.400 Mhz und einem Boost-Takt von 1.700 Mhz. Die TDP liegt offiziell bei 350 Watt, einzelne Modelle können jedoch bis zu 600 Watt aufnehmen.

Kurz vor der Veröffentlichung bestätigte Nvidia Gerüchte, dass die RTX 3090 lediglich etwa 15 Prozent schneller als die 750 Euro günstigere RTX 3080 (Tests) ist.

Die nun vorliegenden Benchmark-Ergebnisse spiegeln diese Ankündigung wider: Im besten Fall erreicht die RTX 3090 einen Vorsprung von 15 bis 16 Prozent, schreibt Digital Foundry. Der Leistungszuwachs zeigt sich noch dazu erst ab der UltraHD-Auflösung (4K). In Einzelfällen und professionellen Anwendungen kann die RTX 3090 auch 20 bis 30 Prozent schneller als die RTX 3080 sein, schreibt Tomshardware.

Dafür müssen allerdings alle Bedingungen stimmen: Ohne High-End-Prozessor, mindestens UltraHD-Auflösung und eine GPU-intensive Anwendung sei das Spitzenmodell sinnlos, so Guru3D.

8K-Gaming (?) und professionelle Anwendungen

Die Titan RTX fand in manch Gamer-PC ein Zuhause, wurde allerdings nie gezielt als Gaming-Karte beworben. Die Titan- und Quattro-Reihe von Nvidia richtet sich an professionelle Anwender, die leistungsstarke Karten mit viel Speicher benötigen.

Mit der RTX 3090 geht Nvidia einen anderen Weg und vermarktet die Karte als eine Art Hybrid-Lösung für Gamer und professionelle Anwender. Tatsächlich liefert die neue Karte laut Wccftech im Schnitt etwa 50 Prozent mehr Leistung als eine Titan RTX – und kostet etwa die Hälfte. Dank NVLink lassen sich außerdem zwei RTX 3090 mit einer Bandbreite von 112,5 GB/s zusammenschalten und so massive 48 Gigabyte GDDR6X-Speicher nutzen.

Gamer bekommen im Vergleich zur RTX 2080 Ti etwa 50 Prozent, im Vergleich zur RTX 2080 Super etwa 80 Prozent mehr Leistung, schreibt Techpowerup. Doch ähnliche Werte bietet auch die wesentlich günstigere RTX 3080. Warum also mehr Geld ausgeben?

Nvidias Argument: Die RTX 3090 sei die erste Karte für 8K-Gaming. Wer bisher aufgepasst hat, sollte skeptisch geworden sein: 15 Prozent Vorsprung zur RTX 3080 klingen zu wenig, um die 8K-Grenze mit 60 Bildern pro Sekunde zu knacken.

Tatsächlich zeigt sich in den Benchmarks, dass Nvidias Karte diese Grenze in nur einigen wenigen ausgewählten Titeln oder alten Games knackt. In den meisten Spielen erreicht die RTX 3090 in nativer 8K-Auflösung lediglich 25 bis 40 Bilder pro Sekunde, misst Gamers Nexus.

Nvidias KI-Upscaling DLSS 2.1 kann – sofern unterstützt – in den meisten Titeln 60 Bilder pro Sekunde bei 8K erreichen. Die KI-Software schlägt hier eindeutig das kostspielige Hardware-Upgrade.

Für wen lohnt sich die RTX 3090?

Aktuell ist Nvidias neues Flaggschiff die schnellste Karte auf dem Markt und richtet sich klar an Enthusiasten ohne Geldsorgen. Eine übertaktete RTX 3080 könnte jedoch eine ähnliche Leistung für weitaus weniger Geld bieten und zumindest mit der Ankündigung einer 20-Gigabyte-Variante der Karte ist wohl im nächsten halben Jahr zu rechnen.

Wer allerdings jetzt die absolut schnellste Karte auf dem Markt möchte oder neben dem Gaming häufig speicherintensive Kreativ-Apps nutzt, kann zur RTX 3090 greifen. Professionelle Anwender sollten abwarten, da Nvidias Konferenz GTC 2020 kurz bevorsteht und der Grafikkartenhersteller dort womöglich die Quadro-Reihe der Ampere-Generation ankündigt.

Titelbild: Nvidia

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