Nvidias KI-Upscaling-Technik DLSS 2.0 unterstützt vier neue Spiele. Der Performance-Gewinn soll in 4K-Auflösung bei bis zu 120 Prozent liegen.

Nvidia baut die Unterstützung für das KI-Upscaling DLSS aus: Mit Call of Duty: Black Ops Cold War, War Thunder, Enlisted und Ready or Not unterstützen vier neue Titel die zweite, qualitativ hochwertigere DLSS-Variante ab 2.0.

Nvidias selbst erhobene Leistungsdaten haben es in sich und zeigen einmal mehr, wie stark DLSS die Grafikbranche umkrempeln könnte: Call of Duty: Black Ops Cold War soll rund 85 Prozent schneller laufen, War Thunder und Enlisted circa 30 bzw. 55 Prozent und S.W.A.T.-Spiel Ready or Not um bis zu 120 Prozent.

Nvidia rendert im DLSS-Modus nach Nvidias eigenem Benchmark bis zu 85 Prozent schneller. | Bild: Nvidia

Call of Duty rendert im DLSS-Modus nach Nvidias eigenem Benchmark bis zu 85 Prozent schneller. | Bild: Nvidia

Frühere Tests zeigen, dass DLSS im Qualitätsmodus bei 4K dabei die gleiche oder sogar noch höherwertige Bildqualität liefern kann als natives Rendering – trotz des hohen Zugewinns an Leistung. Die Ergebnisse oben wurden allerdings im schnelleren Performance-Modus gemessen, bei dem die Bildqualität im Vergleich zur nativen Darstellung leiden kann.

Welche Grafikkarte Nvidia verwendete, ist nicht bekannt, wahrscheinlich handelt es sich um eine GeForce RTX 3080 (Tests) oder GeForce RTX 3090 (Tests). Als Prozessoren kamen Intels Core i7-8700K, i9-9900K oder i9-10900K zum Einsatz mit 16 bis 32 GB DDR4.

Nvidias DLSS-KI muss noch genereller werden

So beeindruckend die DLSS-Ergebnisse sind, noch mangelt es dem KI-Upscaling an der breiten Anwendbarkeit: Jedes Spiel benötigt spezifisches KI-Training, was wiederum dazu führt, dass derzeit nur 24 Spiele DLSS 2.0 unterstützen.

Das ist noch etwas mager, aber steigerungsfähig, sollte Nvidia einen Ansatz finden, das neuronale Netz flexibler anzulegen und so zu trainieren, dass es verschiedene Videospiele mit nur wenig Feintuning, sogenanntem Few-Shot-Training (Erklärung), hochskalieren und mit Spiele-spezifischen Details aufwerten kann.

Spätestens dann, und wenn AMD mit “Super Resolution” nachzieht oder es einen allgemeinen Standard gibt, könnte Künstliche Intelligenz (News) den Gaming-Markt grundlegend aufmischen: Wenn Spiele-Hardware große Leistungssteigerungen plötzlich allein durch bessere Software erreicht statt durch schnellere Chips, verändern sich die Spielregeln für den Hardware-Markt mit Blick auf Distribution, Konfiguration, Preise und Formfaktoren für Abspielgeräte wie PCs und Konsolen.

Das wird gerade dann deutlich, führt man sich vor Augen, dass DLSS selbst aus sehr gering aufgelösten Ausgangsbildern noch ansehbare Grafik rauskitzelt. Das folgende Video veranschaulicht das am Beispiel einiger DLSS-kompatiblen PC-Spiele.

Gerüchteweise befassen sich Sony und Nintendo intensiv mit KI-Upscaling, Microsoft arbeitet offen an DirectML und sagt: KI-Upscaling funktioniert “beängstigend gut”. AMD könnte auf Microsofts DirectML-Schnittstelle aufsetzen, immerhin steckt in Microsofts Xbox AMD-Technik.

Titebild: Activision / eigene Darstellung

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