Nvidias neue Grafikkarten zeigen in klassischen Benchmarks deutliche Leistungssprünge gegenüber der alten Generation. Doch überträgt sich der Sprung auch auf Virtual-Reality-Anwendungen?

Monatelang brodelte die Gerüchteküche, am ersten September war es dann so weit: Nvidia kündigte mit den neuen Grafikkarten der RTX-30-Serie eine echte Preis-Leistungs-Überraschung an.

Die RTX 3080 (Tests) erreicht besonders in hohen Auflösungen bis zu 40 Prozent höhere Bildwiederholraten gegenüber einer RTX 2080 Super und bis zu 30 Prozent Vorsprung gegenüber einer RTX 2080 Ti. Das Flaggschiff RTX 3090 legt je nach Anwendung noch mal 20 bis 40 Prozent an Leistungszuwachs drauf. Im Schnitt ist die Karte in klassischen Benchmarks jedoch nur etwa 15 Prozent schneller als die 750 Euro günstigere RTX 3080. Wer keinen 8K-Monitor sein eigen nennt und daher jedes bisschen Leistung benötigt, kann also eine Menge Geld sparen.

Doch wie verhält es sich im VR-Gaming, bei dem hohe Auflösungen und hohe Bildwiederholraten das Spielerlebnis deutlich verbessern? Neue Benchmarks zeigen, wie sich die Karten in der virtuellen Realität schlagen.

RTX 2080 Ti vs. RTX 3080 vs. RTX 3090

Babeltechreviews hat insgesamt 13 VR-Titel getestet, acht davon mit gleichen Einstellungen auf den drei Grafikkarten RTX 2080 Ti, RTX 3080 und RTX 3090.

Als Testsystem diente ein PC mit einem auf 5.0 GHz übertakteten Intel Core i9-10900K, EVGA Z490 FTW Mainboard, 32 GB of Vulcan Dark Z DDR4 @ 3600MHz und Windows 10 64-bit Pro Edition. Für den Test setzte Babeltechreviews auf Nvidias VR-Leistungsanalysewerkzeug FCAT VR und eine HTC Vive Pro (Test) mit einer Auflösung von 1.440 mal 1.600 Pixel pro Auge und einer Bildwiederholrate von 90 Hz.

TitelEinstellungenRTX 3090RTX 3080RTX 2080 Ti
Elite DangerousUltra15613295
Fallout 4 VRHigh166154121
No Man’s SkyUltra13011582
ObductionEpic151131116
Project CARS 2Highest14112199
Skyrim VRHighest186159126
SubnauticaHighest11610084
The Walking Dead: Saints & SinnersHighest + 150% SS14312194
Uneingeschränkte Bildwiederholraten in Bilder pro Sekunde | Via: Babeltechreviews

VR-Leistung lässt sich nicht nur in Bildern pro Sekunde messen

Der Leistungsvorsprung der neuen RTX-30-Serie überträgt sich also auch auf VR-Anwendungen. Die RTX 3080 liegt in allen Anwendungen konstant 30 Bilder pro Sekunde vor der RTX 2080 Ti und die RTX 3090 legt im Schnitt noch einmal etwa 20 bis 30 Bilder pro Sekunde auf die gebotene Leistung der RTX 3080.

Eine Eigenheit des VR-Gamings macht diesen Vorsprung noch wesentlich wichtiger, als er auf dem Papier aussieht. Denn in der Praxis kann ein wenig mehr Leistung große Auswirkungen auf das Spielerlebnis haben, da in leistungshungrigen Titeln oder besonders anspruchsvollen Szenen die Bildwiederholraten unter die native Wiederholrate der VR-Brille (Vergleich) fallen können.

Dann übernehmen Technologien wie Oculus Asynchronous Spacewarp 2.0 oder SteamVRs Motion Smoothing, kappen die Bildwiederholrate üblicherweise auf die Hälfte und generieren synthetische Zwischenbilder, um die Illusion eines flüssigen Spielgeschehens zu erzeugen. Das passiert, weil die flüssige Bildwiederholrate in VR, anders als am Monitor, unverzichtbar ist. Die Technologien sind zwar recht ausgereift, in der Praxis ist der Unterschied aber deutlich bemerkbar – besonders, wenn die synthetischen Bilder die Regel und nicht die Ausnahme sind.

No Man’s Sky zeigt, welche Auswirkungen das haben kann: Die RTX 2080 Ti liefert zwar 82 Bilder pro Sekunde, doch verfehlt damit die Bildwiederholrate der im Test verwendeten HTC Vive Pro. Die VR-Brille kappt die berechneten Bilder daher auf 45 und die übrigen 50 Prozent müssen synthethisiert werden. Die RTX 3080 liefert dagegen im Schnitt 115 Bilder pro Sekunde und nur vereinzelt fällt die Bildwiederholrate unter 90. Insgesamt müssen nur sechs Prozent der Bilder synthethisiert werden. Das ist beim VR-Erlebnis qualitativ ein deutlicher Unterschied.

RTX-3000-Serie ist ein lohnendes Upgrade für VR-Gamer

Die hohe Leistung der RTX-3000-Serie zeigt sich also auch bei VR-Spielen (Releases). Hier profitieren Spieler vor allem in den leistungshungrigen Titeln No Man’s Sky, Elite Dangerous oder Project CARS 2, in denen deutlich weniger Bilder synthetisiert werden müssen und dadurch ein flüssiges Spielerlebnis möglich wird.

Für Nutzer einer RTX-2000-Karte kann sich ein Update also lohnen – für Besitzer einer GTX 1080 oder GTX 1080 Ti erst recht. Allerdings sind die RTX-30-Karten aktuell kaum zu bekommen und die Verfügbarkeit wird sich wohl erst 2021 verbessern. Aber das Warten könnte sich lohnen, schließlich stehen noch AMDs neue Grafikkarten, Nvidias Preis-Leistungs-Karte RTX 3070 und wohl eine 20-Gigabyte-Variante der RTX 3080 in den Startlöchern.

Titelbild: Nvidia | Via: Babeltechreviews

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