Nvidia GeForce RTX 3060 Ti: So urteilen die Tester

Nvidia GeForce RTX 3060 Ti: So urteilen die Tester

Nvidias RTX-30-Serie bekommt Nachwuchs: Die Mittelklasse-Karte RTX 3060 Ti soll die Leistung einer RTX 2080 Super übertreffen und nur die Hälfte kosten. Was sagen die Tester?

Anfang September stellte Nvidia die neue RTX-30-Serie mit der RTX 3090 (Tests), der RTX 3080 (Tests) und der RTX 3070 (Tests) vor. Die Karten überzeugen durch eine starke Leistung, Ray-Tracing-Unterstützung und Nvidias KI-Upscaling DLSS 2.0. Heute stellte Nvidia nach zahlreichen Gerüchten die Mittelklasse-Karte RTX 3060 Ti offiziell vor.

Die RTX 3060 Ti wird ab 399 US-Dollar kosten und kommt mit 4.864 CUDA-Kernen, 152 Tensor-Kernen und 38 Ray-Tracing-Kernen. Die Karte bietet einen Basistakt von 1.410 Mhz, einen Boost-Takt von 1.670 Mhz und ist mit 8 Gigabyte GDDR6-Speicher mit einer 256-bit Speicheranbindung ausgestattet. Die TDP liegt bei 200 Watt. Das Einsatzgebiet der Karte liegt im 1440p-Gaming (WQHD).

Laut Nvidia ist die RTX 3060 Ti schneller als die im letzten Sommer veröffentlichte RTX 2080 Super und bietet gegenüber dem Vorgänger RTX 2060 Super 40 Prozent mehr Leistung.

RTX 3060 Ti Nvidia Benchmarks

Nvidias neue Mittelklasse-Karte RTX 3060 Ti soll die RTX 2080 Super hinter sich lassen, eine Highend-Karte der letzten Generation. | Bild: Nvidia

Wird Nvidias RTX 3060 Ti der RTX 3070 gefährlich?

In den Benchmarks zeigt sich, dass die RTX 3060 Ti tatsächlich auf dem Niveau einer RTX 2080 Super rechnet und sie in den meisten Titeln um einige Bilder pro Sekunde hinter sich lässt, das messen etwa Digital Foundry und Igor’s Lab. Das gilt für klassische Rasterisierung, Ray-Tracing und DLSS. Soweit also keine große Überraschung.

Interessanter ist, dass sich die RTX 3060 Ti der Leistung einer RTX 3070 annähert: Die hat meist nur einen Vorsprung von 8 bis 15 Prozent, misst Gamers Nexus. Die RTX 3060 Ti liefere 90 Prozent der Leistung einer RTX 3070 für etwa 85 Prozent des Preises, schreibt Digital Foundry. Der Vorsprung der RTX 3070 ist in 4K-Auflösung am höchsten.

Mit einer leicht übertakteten Variante der RTX 3060 Ti schrumpft der Vorsprung in einigen Titeln auf wenige Prozentpunkte, zeigt Gamers Nexus. Fertig übertaktete Modelle anderer Hersteller könnten die RTX 3060 Ti daher nahe an die Stock RTX 3070 bringen. Ob der leichte Vorsprung der RTX 3070 knapp 100 US-Dollar wert ist, muss man selbst entscheiden – sofern man die Chance dazu hat, denn die Karten müssen verfügbar sein und sich auf Nvidias vorgegebenen Preisen einpendeln.

RTX 3060 Ti vs. AMDs nicht vorhandene Alternative

Eine echte Alternative von AMD gibt es bisher nicht, eine RX 6700 XT könnte jedoch im Januar kommen. Lohnt es sich, zu warten? Vergleiche mit AMDs RX 6800 und RX 6800 XT (Tests) zeigen: Das kommt ganz auf den Anwendungsfall an.

Die knapp 180 US-Dollar teurere RX 6800 liegt in der klassischen Rasterisierung etwa 20 bis 25 Prozent vorne. Das entspricht den Erwartungen angesichts des Mehrpreises.

Doch sobald Ray-Tracing aktiviert wird, zeichnet sich ein anderes Bild ab: Die RTX 3060 Ti schiebt sich in Titeln wie Minecraft RTX deutlich vor die RX 6800 und sogar die RX 6800 XT – und das schon ohne das KI-Upscaling DLSS, Nvidias Trumpfkarte in Sachen Performance. Mit aktiviertem KI-Upscaling schauen die AMD-Karten nur noch hinterher: DLSS macht hier den Unterschied zwischen Diashow und spielbaren Bildraten.

Mit der RTX 3060 Ti zeigt sich erneut, dass AMDs Versäumnis, eine konkurrenzfähige Ray-Tracing-Leistung und eine Alternative zu DLSS zum Launch zu bieten, viele Käufer zu Nvidia treiben wird.

Für wen lohnt sich die RTX 3060 Ti?

Wer eine RTX 2080 Super oder eine RTX 2080 Ti im Rechner hat, kann auf einen Wechsel verzichten. Die Karte liefert zwar eine starke Leistung, doch die wenigen Prozentpunkte Mehrleistung bringen im Gaming-Alltag wenig. In professionellen Anwendungen wie V-Ray oder Blender ist der Vorsprung der neuen Architektur jedoch deutlich größer – hier kann sich im Einzelfall ein Upgrade lohnen.

Deutlich interessanter ist die RTX 3060 Ti für Besitzer einer alten Pascal-Grafikkarte: Besitzer einer GTX 1070 bekommen 80 bis 90 Prozent mehr Rasterisierungs-Leistung, Besitzer einer GTX 1080 knapp 50 bis 60 Prozent und auch Besitzer einer GTX 1080 Ti können mit 20 bis 30 Prozent Mehrleistung rechnen. Besonders in der 4K-Auflösung wird dieser Vorsprung sichtbar. Ray-Tracing läuft zwar technisch auf den alten Pascal-Grafikkarten, führt aber zu einer Diashow. Wer Ray-Tracing und DLSS will, muss aufrüsten.

Für 4K-Gamer lohnt sich die RTX 3060 Ti nur bedingt: Echtes 4K-Gaming mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde in allen Titeln ist mit der RTX 3060 Ti nicht möglich. VR-Gamer sollten auf VR-Benchmarks warten, denn die 8 Gigabyte GDDR6-Speicher könnten sich als zu knapp bemessen herausstellen.

Bleibt noch die große Frage nach der Verfügbarkeit: Aktuell sind nahezu alle Grafikkarten-Modelle nur für überzogene Preise von Scalpern erhältlich. Die RTX 3060 Ti wird ab morgen verkauft und dürfte wie die anderen Serienmodelle ebenfalls in Sekundenschnelle aus sein. Interessierte sollten sich daher darauf einstellen, bis ins neue Jahr warten zu müssen.

Womöglich wird die RTX 3060 Ti zukünftig allerdings teurer angeboten als 399 US-Dollar: Wie Gamers Nexus und Igor’s Lab berichten, liegen die erwarteten Preise von Drittherstellern bei 479 bis 500 US-Dollar.

Titelbild: Nvidia

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