Nvidias RTX 3060 Ti liefert die Leistung einer RTX 2080 Super für einige hundert Euro weniger. Ist die Mittelklasse-Karte ein Geheimtipp für VR-Gamer?

Anfang September zeigte Nvidia die neuen RTX-30-Karten mit der RTX 3090 (Tests), der RTX 3080 (Tests) und der RTX 3070 (Tests). Die Karten liefern einen deutlichen Leistungssprung zur Vorgängergeneration, bessere Ray-Tracing-Unterstützung und Nvidias KI-Upscaling DLSS 2.0.

Anfang Dezember folgte dann die RTX 3060 Ti (Tests), die laut Nvidia schneller als die im Sommer veröffentlichte RTX 2080 Super ist und die Leistung des direkten Vorgängers RTX 2060 Super um 40 Prozent übertrifft.

Die RTX 3060 Ti kommt mit 4.864 CUDA-Kernen, 152 Tensor-Kernen und 38 Ray-Tracing-Kernen. Die Karte bietet einen Basistakt von 1.410 Mhz, einen Boost-Takt von 1.670 Mhz und ist mit 8 Gigabyte GDDR6-Speicher mit einer 256-bit Speicheranbindung ausgestattet. Die TDP liegt bei 200 Watt. Die offizielle UVP der Karte von Nvidia liegt bei 399 Euro, die Karten der Dritthersteller kosten allerdings eher um die 499 Euro.

In klassischen Benchmarks zeigt sich, dass die RTX 3060 Ti im Schnitt etwa 90 Prozent der Leistung einer RTX 3070 für etwa 85 Prozent des Preises liefert. Benchmarks der größeren Nvidia-Karten zeigen, dass sich die Leistungssprünge der RTX-30-Serie unmittelbar auf VR-Titel übertragen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie die teilweise schlechtere Performance von AMDs RX 6800 XT in der virtuellen Realität zeigt. Wie schlägt sich Nvidias Mittelkasse in VR-Benchmarks?

Kann Nvidias Mittelklasse das starke Niveau halten?

Babeltechreviews hat die RTX 3060 Ti in 15 VR-Titeln gegen die RTX 3070, RTX 3080, RX 6800 und RX 6800 XT (Tests) antreten lassen.

Das Testsystem nutzt einen auf 5.0 GHz übertakteten Intel Core i9-10900K, EVGA Z490 FTW Mainboard, 2 x 16 Gigabyte DDR4-Speicher @ 3600MHz und Windows 10 64-bit Pro Edition.

Für die Benchmarks setzt Babeltechreviews auf Nvidias VR-Leistungsanalysewerkzeug FCAT VR und eine HTC Vive Pro (Test) mit einer Auflösung von 1.440 mal 1.600 Pixel pro Auge und einer Bildwiederholrate von 90 Hz.

TitelEinstellungenRTX 3060 TiRTX 3070RX 6800RX 6800 XTRTX 3080
ARK: ParkHighest + 200% SS195216165174265
Assetto Corsa CompetizioneVR High92103102126139
BoneworksHighest + 160% SS132145186210190
Elite DangerousUltra105115122141148
Fallout 4 VRHigh103112125153145
Half-Life: AlyxUltra + 200% SS104117114138157
Hellblade: Senua’s SacrificeHighest + 170% SS70798596109
Into the RadiusHigh + 110% SS102147104135151
No Man’s SkyHigh839391108126
ObductionEpic9210793112130
Project CARS 2Highest7787106123117
Skyrim VRHighest + SS max124131118134158
SubnauticaHighest707997111102
The Vanishing of Ethan CarterHigh + 200% SS183210222250258
The Walking Dead: Saints & SinnersHighest + 150% SS7997103116120

Uneingeschränkte Bildwiederholraten in Bilder pro Sekunde | Via: Babeltechreviews

Die RTX 3060 Ti könnte sich zum Geheimtipp entwickeln

Die Benchmarks zeigen, dass die RTX 3060 Ti auch in VR der 100 Euro teureren RTX 3070 auf den Fersen bleibt. Ganz ihre Leistung kann sie nicht erreichen, dennoch ist die Karte einen Blick für VR-Gamer wert: Sie hält in den meisten Titeln die wichtige Grenze von 90 Bildern pro Sekunde und kann sie dort, wo sie in den höchsten Einstellungen tiefer rutscht, mit ein paar Modifikationen der Details oder Reduktion der Supersampling-Auflösung wieder erreichen.

AMDs RX 6800 zieht in den meisten Titeln an der RTX 3070 vorbei – kostet allerdings auch 80 Euro mehr. Einen direkten Konkurrenten könnte Nvidia mit einer RTX 3070 Ti bringen. Ein Mittelkasse-Modell RX 6700/XT von AMD ist ebenfalls zu erwarten und könnte der RTX 3060 Ti Konkurrenz machen.

Doch bis dahin steht die RTX 3060 Ti alleine auf ihrer Position als schnellste Gaming-Karte für 399 Euro und schiebt damit die Einsteigergrenze für flüssiges VR-Gaming mit Brillen wie der Valve Index (Test) um einige hundert Euro nach unten – sofern sie für den Preis verfügbar ist.

Maximale Details und hochgeschraubtes Supersampling bleiben allerdings weiterhin Einstellungen für die Spitzenmodelle.

Pascal-Upgrade lohnt sich

Interessant ist die RTX 3060 Ti vor allem für Besitzer von Grafikkarten der vorletzten Generation. In klassischen Benchmarks zeigt die Karte deutliche Leistungssprünge gegenüber Nvidias Pascal: 80 bis 90 Prozent mehr Rasterisierungsleistung im Vergleich zu einer GTX 1070, knapp 50 bis 60 Prozent – im Einzelfall sogar 80 Prozent – gegenüber der GTX 1080 und auch Besitzer einer GTX 1080 Ti können mit 20 bis 30 Prozent Mehrleistung rechnen.

Abseits eines 399-Euro-Angebots sollten sich Interessierte jedoch noch etwas gedulden: Normale Preise und ein Vergleich mit AMDs geplanter Mittelklasse sollte dann endgültig sicherstellen, welches Modell die beste Preis-Leistungs-Karte für VR-Einsteiger ist.

Via: Babeltechreviews | Titelbild: Nvidia

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