Was plant HTC mit Vive Cosmos? Welche Technologie ist verbaut? An wen richtet sich die neue VR-Brille? Das wissen wir derzeit über das Gerät.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update: 02.02.2019 / FCC-Freigabe, WiFi-Infos

Vive Cosmos ist primär eine PC-VR-Brille

Entgegen anderslautender Berichte: Vive Cosmos ist wie HTC Vive und Vive Pro primär eine VR-Brille für den PC. Wahrscheinlich erfolgt die Verbindung via Virtual-Link-Anschluss, also USB-C. HTC trat im Herbst dem Konsortium bei, das die technischen Rahmenbedingungen für den VR-Kabelstandard definiert.

Derzeit sind nur Nvidias RTX-Grafikkarten mit einem Virtual-Link-Anschluss ausgerüstet. Es wird allerdings Adapter geben.

Vive Cosmos kann auch mit Mobilgeräten verbunden werden

Vive Cosmos soll mobiler und flexibler sein als aktuelle PC-Brillen, da neben dem PC auch andere Zuspieler mit der VR-Brille verbunden werden können. Welche Zuspieler das konkret sind und wie sie mit Vive Cosmos funktionieren, verrät HTC nicht. Wahrscheinlich wird es sich um HTC Smartphones mit USB-C handeln wie das HTC U12+.

Vive Cosmos kann voraussichtlich mit HTC Smartphones verbunden werden. Die Übertragung via USB-C bietet sich an. Bild: HTC

Vive Cosmos kann voraussichtlich mit HTC Smartphones verbunden werden. Die Übertragung via USB-C bietet sich an. Bild: HTC

Vive Cosmos ersetzt HTC Vive 2 nicht

Die Cosmos-Brille ersetzt keinen Highend-Nachfolger für HTC Vive 2. Cosmos soll den Einstieg in hochwertige VR “deutlich erleichtern” und so HTCs potenzielle Nutzerbasis verbreitern, zum Beispiel über einen einfacheren Aufbau. Über einen echten Nachfolger für HTC Vive gibt es noch keine Informationen.

Vive Cosmos hat das Trackingsystem integriert

Teil von HTCs Einfach-Strategie ist die Abkehr von Valves SteamVR-Tracking, das HTC Vive und Vive Pro erfasst. Das Tracking von Kopf und Händen übernehmen vier an der Vorderseite eingelassene Kameras. Der Vorteil: Es muss kein externes Trackingzubehör mehr im Raum verteilt werden. Das erleichtert den Aufbau, macht die VR-Brille mobiler und senkt die Kosten – alles wichtige Einstiegsfaktoren.

Vive Cosmos hat vier Trackingkameras, zwei seitlich, zwei vorne. Bild: HTC

Vive Cosmos hat vier integrierte Trackingkameras, zwei seitlich, zwei vorne. Bild: HTC

Vive Cosmos ist erweiterbar – und die Vorderseite hochklappbar

HTC hat die VR-Brille so entworfen, dass sie modular erweiterbar ist. Laut Vive-Manager Rikard Steiber soll es “alle möglichen Erweiterungen” geben. Als Beispiel nennt das Unternehmen auf der eigenen Webseite Kopfhörer. Wie genau die Modul-Strategie im Detail aussieht, ist noch nicht bekannt.

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Die Kopfhörer sind nicht im Lieferumfang enthalten und können hinzugekauft werden. Ein modularer Aufbau gehört zum Konzept der Cosmos-Brille. Bild: HTC

So wie bei Windows-Mixed-Reality-Brillen kann die Vorderseite der VR-Brille nach oben geklappt werden für einen schnelleren Wechsel zwischen den Realitäten.

Und hoch damit. Bild: HTC

Und hoch damit. Bild: HTC

Vive Cosmos kommt mit komplett neuen VR-Controllern

Für Vive Cosmos lässt HTC die Vive Stäbe ruhen und entwickelt ein neues Controller-Design mit Joystick, Triggern und typischer Knopfbelegung. Der optisch auffällige äußere Ring dient den Trackingkameras in der VR-Brille zur Orientierung. Technische Details sind noch nicht bekannt.

Das Design der Controller erinnert an Oculus Touch. Bild: HTC

Das Design der Controller erinnert an Oculus Touch. Bild: HTC

Vive Cosmos soll HTCs bislang schärfstes VR-Display bieten

Obwohl Cosmos nicht die Highend-Flaggschiff-Marke werden soll, kündigt HTC auf der Produktwebseite das “bislang schärfste VR-Display” an mit vollwertiger RGB-Matrix sowie “minimalem Fliegengittereffekt”. Die Auflösung und Bildwiederholrate sind noch nicht bekannt. Auch zu den Linsen und der Sichtfeldweite liegen keine Informationen vor.

HTC verspricht ein hochwertiges VR-Display mit minimalem Fliegengittereffekt. Bild: HTC

HTC verspricht ein hochwertiges VR-Display mit minimalem Fliegengittereffekt. Bild: HTC

Vive Cosmos kommt mit neuem Betriebssystem

Vive Cosmos wird HTCs erste VR-Brille mit “Vive Reality” sein, einem neuen Multi-Tasking-Betriebssystem vergleichbar mit Oculus Home. Nutzer können ein virtuelles Zuhause einrichten und von dort aus in verschiedene Anwendungen starten. Der Übergang von einer App in die andere soll sich so anfühlen, als wechsle man zwischen Welten statt zwischen Anwendungen.

Vive Cosmos soll Viveport pushen

HTC wird mit Vive Cosmos versuchen, die eigene Software-Vertriebsplattform Viveport zu pushen. Viveport soll im Optimalfall SteamVR als Standard-Software-Store für Vive-Nutzer ablösen – denn da gibt es das große Geld zu holen.

Teil dieser Strategie ist das Abo-Angebot “Infinity”, bei dem Nutzer für einen noch nicht bekannten Monatsbeitrag unbegrenzten Zugang zu über 500 VR-Apps haben – das Netflix für VR. Damit hat Viveport ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Das Abo gilt auch für Oculus Rift.

Vive Cosmos soll HTC als trojanisches Pferd für den Viveport Store dienen. Ziel: viele neue Nutzer gewinnen. Bild: HTC

Vive Cosmos soll HTC als trojanisches Pferd für den Viveport Store dienen. Ziel: viele neue Nutzer gewinnen. Bild: HTC

Vive Cosmos unterstützt OpenVR

HTC setzt bei Vive Cosmos weiter auf die OpenVR-Schnittstelle, die von Valve entworfen wurde und die bei SteamVR läuft. Ob und in welchem Umfang Vive Cosmos SteamVR unterstützt, ist nicht bekannt. Eine völlige Abkehr seitens HTC wäre allerdings eine ziemliche Überraschung – und in Hinblick auf mögliche Hardware-Verkäufe wohl nicht empfehlenswert. Allerdings scheinen die beiden Unternehmen längst nicht mehr so eng zu kooperieren wie noch beim Marktstart von HTC Vive.

Vive Cosmos erscheint 2019

HTC kündigte Vive Cosmos auf der CES Anfang Januar für 2019 an. Ein genaues Veröffentlichungsdatum ist noch nicht bekannt. Details will das Unternehmen in den nächsten Monaten verraten.

Zuerst wird es eine Entwicklerversion geben: Ende Januar erhielt wohl eben diese eine Freigabe der US-Strahlenschutzbehörde Federal Communications Commission (FCC). Laut der FCC-Dokumente bietet diese Version der VR-Brille nur eine langsame 2,4-Ghz-Wifi-Verbindung – wahrscheinlich für die Drahtlos-Controller. Für VR-Streaming ist das Band nicht schnell genug. Ungewöhnlich ist, dass keine 5-Ghz-Verbindung angegeben ist, die mittlerweile eigentlich Standard sein sollte.

Was wir nicht kennen: den Preis

Zum Preis von Vive Cosmos äußerte sich HTC bei der Vorstellung nicht konkret, aber implizit: Da das Gerät eine breitere Nutzerschaft ansprechen soll und darauf ausgelegt ist, neue Abo-Kunden für Viveport zu generieren, dürfte HTC im Einklang mit dieser Strategie den Preis für die Hardware nicht allzu hoch ansetzen. Mondpreise wie für Vive Pro würden die eigene Strategie ad absurdum führen.

Unbestätigt: Qualcomm könnte die Blaupause für Vive Cosmos liefern

Auf der CES 2019 demonstrierte Qualcomm eine neue Acer-VR-Brille, die auf dem eigenen Referenzdesign beruht. Dieses wiederum könnte auch HTC für Vive Cosmos als Blaupause nutzen: Qualcomm lieferte schon das Referenzdesign für die autarke VR-Brille Vive Focus. Wie Vive Cosmos unterstützt die Qualcomm-Referenzbrille Smartphones als USB-C-Zuspieler. Verbaut sind außerdem zwei LC-RGB-Displays mit 2.160 mal 2.160 Bildpunkten pro Auge. Weitere Informationen stehen hier.

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Das Qualcomm-Referenzdesign wird über USB-C mit einem Smartphone verbunden. Bild: Road to VR


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