Update vom 8. Januar 2019:

HTC möchte das Verwirrspiel um die Anschlussmöglichkeiten von Vive Cosmos derzeit nicht aufklären. Es bleibt also vorerst offen, ob Cosmos drahtlos oder via Kabel mit Endgeräten verbunden wird und welche Zuspieler neben dem PC in Frage kommen.

Wahrscheinlich ist der USB-C-Anschluss Virtual Link integriert, der auch mit Smartphones verbunden werden könnte, die Videoausgabe über USB-C unterstützen. Zumindest deutet das ein Tweet von Vives China-Chef Alvin Graylin an.

Auf der offiziellen Webseite ist weiter die Rede von den “bisher schärfsten Displays” mit “minimalem Screendoor-Effekt” sowie einer vollwertigen RGB-Matrix.

vive_cosmos_headphones

Laut HTC-Webseite ist Vive Cosmos modular konzipiert und kann mit neuer Hardware erweitert werden. Die Kopfhörer auf dem Bild beispielsweise sind nicht im Lieferumfang enthalten. Bild: HTC

HTC bestätigt außerdem, dass Cosmos kompatibel mit OpenVR sein wird, der Entwicklungsumgebung, die auch von SteamVR genutzt wird. Eine mögliche SteamVR-Unterstützung wird hingegen nicht kommentiert. HTC könnte planen, Cosmos exklusiv im eigenen Vive-Ökosystem zu vermarkten.

Das Unternehmen arbeitet zudem an einem neuen Betriebssystem für Vive-Brillen, das zunächst für Vive Cosmos erscheinen soll. Das sogenannte Vive Reality System könnte als ein weiterer Schritt in Richtung eines von Steam unabhängigen Vive-Ökosystems gedeutet werden.

Journalisten auf der CES 2019 durften die Demoeinheit nicht in die Hand nehmen – das spricht dafür, dass die Entwicklung noch in einem frühen Stadium ist.

Ursprünglicher Artikel vom 7. Januar 2019:

Auf der CES 2019 enthüllt HTC Vive Cosmos, eine neue VR-Brille, die mit dem PC oder dem Smartphone verbunden werden kann und die einfacher zu bedienen sein soll als aktuelle Vive-Brillen.

Daher verzichtet HTC für Vive Cosmos auf das von Valve entliehene Trackingsystem Lighthouse, das sowohl HTC Vive als auch Vive Pro im Raum orientiert. Stattdessen setzt HTC bei Cosmos wie bei Vive Focus oder Microsoft bei Windows-VR-Brillen auf integrierte Trackingkameras an der Vorderseite des Gehäuses, die Raumbewegung und Controller erfassen. Zwei Kameras sind nach vorne gerichtet, zwei befinden sich seitlich am Gehäuse.

Die Controller haben mit den Vive Stäben von HTC Vive und Vive Pro nichts mehr gemein. Sie ähneln jetzt eher Oculus Touch mit Analogstick statt Touchpad und einem auffälligen Trackingring, der die Hand umrundet. Die Vorderseite der VR-Brille kann für einen schnellen Wechsel zwischen den Realitäten hochgeklappt werden. Die ringförmige Kopfhalterung erinnert an Playstation VR.

Verbunden wird Vive Cosmos laut HTC mit dem PC “und mehr”. Im Trailer ist ein Smartphone zu sehen. Details zu den verschiedenen Betriebsmodi sind noch nicht bekannt.

Einfachheit als Kaufargument

Das neue Trackingsystem soll den Aufwand beim Aufbau reduzieren und so den VR-Einstieg im Alltag erleichtern sowie die Mobilität verbessern. Mit Vive Cosmos soll es einfach möglich sein, den VR-Spielraum zu verändern und die Brille beispielsweise mit zu Freunden zu nehmen. Laut HTC ist der Nutzungskomfort für mehr als 85 Prozent der VR-Interessierten der entscheidende Kauffaktor.

Auf der CES 2019 stellte HTC eine Entwicklerversion der Cosmos-Brille vor, die im Frühjahr 2019 an Studios gehen soll. Weitere Details zu Preis und Verfügbarkeit gibt’s erst später im Jahr.

Interessant ist, dass HTC mit Vive Cosmos offenbar die gleiche Strategie ansteuert wie Oculus mit dem für 2019 vermuteten Rift-Upgrade “S” oder mit Oculus Quest: Wie Cosmos sollen die nächsten Facebook-Brillen stärker nach einfacher Handhabung streben als nach maximaler Leistung.

Titelbild: HTC


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