HTC lud eine Reihe von Journalisten ein, um Vive Cosmos auszuprobieren. Ich fasse einige Eindrücke zu Display, Tracking, Tragekomfort und den Controllern für euch zusammen.

Durch die Bank gelobt wird die hohe Auflösung der LC-Displays. David Jagneaux von UploadVR nennt das Bild knackscharf, der Fliegengittereffekt sei praktisch nicht mehr zu erkennen. Den Schärfebereich bezeichnet der Redakteur als “großzügig”. Nicole Lee von Engadget ist ebenfalls begeistert und schreibt, dass Virtual Reality noch nie so gut ausgesehen habe.

HTC ließ Vive Cosmos mit HTC Vive aus dem Jahr 2016 vergleichen. Jan-Keno Janssen von Heise findet, dass das Bild mit Vive Cosmos sehr viel schärfer und heller wirkt als bei der alten Vive-Brille, jedoch etwas weniger kräftige Farben biete. Lichteinstrahlungen (“God Rays”) hätten zwar nicht gestört, wären in kontrastreichen Szenen aber dennoch zu erkennen.

Ars Technicas Sam Machkovech bezeichnete die Farbwiedergabe der LC-Displays als flau und Text sei mitunter sehr unscharf. Laut UploadVR sind die Schwarzwerte “recht gut”. Bei der Sichtfeldweite habe sich im Vergleich zu den Vorgängern nichts getan.

Scott Hayden von Road to VR nimmt ein im Vergleich zu HTC Vive leicht weiteres Sichtfeld wahr, stört sich jedoch am wie gehabt kleinen Schärfebereich der Linsen: Der Blick müsse nur ein kleines Stück von der Linsenmitte abweichen und das Bild würde “nervig unscharf”. Der störende Fliegengittereffekt sei im Vergleich zur ersten Vive-Brille deutlich reduziert und insgesamt wohl etwas weniger sichtbar als bei Valve Index, Rift S und Vive Pro.

Die Fresnel-Linsen sind laut HTC verbessert, wie genau, das ist noch nicht raus. Bild: HTC

Die Fresnel-Linsen sind laut HTC verbessert, wie genau, das ist noch nicht raus. Bild: Road to VR

HTC Vive Cosmos: Die bislang bequemste Vive-Brille

Eher gelobt wird der Tragekomfort von Vive Cosmos Die Ergonomie sei enorm verbessert worden gegenüber der Original-Vive, schreibt Engadget. Das Gerät fühle sich wesentlich leichter an und könne im Handumdrehen aufgesetzt werden. Das gleichzeitige Tragen einer echten Brille sei ebenfalls kein Problem mehr. Lee meint, sie könne das Gerät stundenlang ohne Probleme tragen.

Jan-Keno Janssen schreibt, dass Vive Cosmos im Vergleich zur Vive Pro etwas klappriger wirke, aber deutlich bequemer zu tragen sei. Der Redakteur testete das bewegungsintensive Tanzspiel “Audio Trip”, ohne dass die VR-Brille drückte oder die Displays beschlugen. Letzteres soll dem eingebauten Lüfter zu verdanken sein.

UploadVR bezeichnet Vive Cosmos als “sehr leicht” und die Gewichtsverteilung hervorragend. Es sei die bislang bequemste Vive-Brille.

Hayden hat den Tragekomfort genau anders erlebt: Er bekam die Cosmos-Brille nicht bequem auf dem Kopf montiert bei gleichzeitig maximaler Bildqualität und geringem Lichteinfall. Die Tonqualität der integrierten Kopfhörer ist laut Hayden vergleichbar mit den Kopfhörern des Audio Deluxe Strap für HTC Vive (Test).

Vive Cosmos hat zwei Kopfhörer am Kopfband verbaut. Bild: HTC

Vive Cosmos hat zwei Kopfhörer am Kopfband verbaut. Bild: HTC

Ordentliches Inside-Out-Tracking mit Vive Cosmos

Das Tracking sei qualitativ vergleichbar mit dem der Oculus Rift S und Quest, schreibt UploadVR. Dank der zusätzlichen nach unten gerichteten Kamera sei ein noch größeres Trackingvolumen möglich. Allerdings würden die Vive-Cosmos-Kameras viel länger brauchen, um die Hände nach einem Aussetzer wieder korrekt zu erfassen. Der Redakteur spricht von zwei oder mehr Sekunden Verzögerung.

Scott Hayden von Road to VR sieht das Cosmos-Tracking ebenfalls auf Augenhöhe mit Oculus’ Tracking-Technologie, er registrierte allerdings ein gelegentliches Zittern bei den Controllern. Er vermutet Probleme bei VR-Anwendungen, die hohe Präzision benötigen, wie zum Beispiel 3D-Modellierung in VR.

Auch Ars Technica berichtet von Sekundenbruchteilen, in denen das Tracking beim ersten Test aussetzte. Die Unterbrüche seien bemerkbar, aber akzeptabel. Der Redakteur wollte den Härtetest machen und Beat Saber spielen. HTC hatte den Titel jedoch nicht zur Hand.

Janssen bezeichnet das Tracking als “ordentlich”. Nur wenn man mit den Controllern zu nahe ans Gehäuse käme, würden sie in der Luft stehenbleiben.

Engadget bemängelt den Kamerablick in die Umgebung: Der Passthrough-Modus in Farbe sei so unscharf, dass man kaum Gesichter erkenne. HTC wolle diesen jedoch per Software verbessern. Den Passthrough-Modus kann man wie bei Oculus Rift S und Oculus Quest per Knopfdruck aktivieren oder indem man aus der zuvor eingezeichneten Spielzone tritt.

Das Design der Controller erinnert an Oculus Touch. Bild: HTC

Die Cosmos-Controller sollen eher schwer und recht stabil sein. Die Ergonomie ähnelt Oculus Touch. Bild: HTC

Robuste, aber schwere Controller

UploadVR gefallen die Cosmos-Controller, die so aussähen und sich so anfühlten wie die Touch-Controller von Oculus Rift S und Oculus Quest. Die an Tron erinnernden Lichtmuster haben es dem Redakteur besonders angetan.

Die Controller seien gut verarbeitet und fühlten sich robuster an als Oculus Touch, schreibt UploadVR weiter. Sie seien so stabil, dass sie als Schlagringe in einem Boxkampf taugen könnten.

Ars Technicas Eindruck geht in die gleiche Richtung, aber mit negativer Konnotation: Die Controller seien sehr schwer und womöglich die schwersten Controller, die jemals für eine VR-Brille erschienen seien. Nach 15 Minuten Test und drei Minuten Schwert-Gefuchtel fühlte sich der Redakteur laut eigenen Angaben “ausgepumpt”.

Titelbild: HTC, Quellen: UploadVR, Engadget, Heise, Ars Technica, Road to VR

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