Mit Vive Cosmos will HTC nach langer Partnerschaft mit Valve erstmals im Alleingang am VR-Markt punkten. Die neue VR-Brille soll insbesondere das eigene Viveport-Angebot nach vorne bringen. Am 3. Oktober geht es los.

HTCs neue VR-Brille Vive Cosmos kann ab sofort für rund 800 Euro über die offizielle Webseite vorbestellt werden. Ausgeliefert wird Cosmos weltweit ab dem 3. Oktober.

Vorbesteller erhalten zusätzlich kostenlos ein Jahr unbegrenzten Zugriff auf das Abo-Angebot Infinity in HTCs VR-Store Viveport. HTC verspricht regelmäßig aktuelle Spiele, Apps und Videos. Zum Start der Cosmos gibt’s neue VR-Erfahrungen wie Doctor Who: The Edge of Time oder den VR-Trickfilm Gloomy Eyes. Wer die VR-Brille später kauft, bekommt sechs Monate Viveport-Abo geschenkt.

Neben Cosmos wird HTC die Modelle Vive Pro und Vive Pro Eye weiter anbieten. Die originale HTC Vive aus 2016 wird eingestellt.

Vive Cosmos: Integriertes Tracking für mehr Nutzungskomfort

Die größte Neuerung bei Vive Cosmos im Vergleich zu den bisherigen Vive-Brillen für den PC ist das integrierte Trackingsystem, das die Inbetriebnahme der VR-Brille erleichtert. Die Vorgängerbrillen laufen nur mit Valves SteamVR-Tracking, das auf zwei externe Trackingboxen angewiesen ist. Mit Vive Cosmos braucht man außer einem schnellen PC als Zuspieler kein weiteres Zubehör. Die in der Vergangenheit angedeutete Smartphone-Verbindung erwähnt HTC nicht.

HTC verspicht “ein breites und präzises” Inside-Out-Tracking: Insgesamt sechs Kameras erfassen die Umgebung sowie die VR-Controller. Die Kameras sind direkt ins Gehäuse der Cosmos-Brille integriert. Zwei schauen nach vorne, zwei zu den Seiten, eine nach oben, eine nach unten.

Insgesamt stecken sechs Trackingkameras in Vive Cosmos. Bild: HTC

Insgesamt stecken sechs Trackingkameras in Vive Cosmos. Bild: HTC

Sowohl die VR-Brille als auch die zwei beigelegten VR-Controller unterstützen Bewegungserfassung in die Tiefe des Raumes. Wie bei den Vorgängermodellen kann man also entweder auf einer Stelle und sitzend in VR eintauchen oder sich durch den Raum bewegen.

Das Design der Controller erinnert an Oculus Touch. Bild: HTC

Das Design der neuen Cosmos-Controller erinnert an Oculus Touch. Bild: HTC

Vive Cosmos: Mehr Pixel für weniger Fliegengitter

Die beiden 3,4-Zoll großen LC-Displays in Vive Cosmos schaffen eine Auflösung von 1.440 mal 1.700 Pixeln pro Auge bei 90 Hz. Zum Vergleich: Valves im Juni veröffentlichte VR-Brille Index (Tests) bietet 1.440 mal 1.600 Pixel pro Auge, Oculus Rift S (Tests) liegt bei 1.280 mal 1.440 Pixel pro Auge.

Die neuen LC-Displays in Cosmos haben zusätzlich eine voll belegte RGB-Subpixelmatrix, die die Abstände zwischen den einzelnen Pixeln und so den sogenannten Fliegengittereffekt reduziert. Bei dem werden durch die starke Vergrößerung der Linsen in der VR-Brille schwarze Lücken zwischen Pixeln sichtbar. Umso dichter die Pixel aneinander liegen, desto geringer ist der Fliegengittereffekt.

Blick auf die Linsen der Cosmos-Brille. Bild: HTC

Blick auf die Linsen der Cosmos-Brille. Bild: HTC

Die Sichtfeldweite gibt HTC mit 110 Grad an, das dürfte in etwa dem Niveau der Vorgängerbrillen und Oculus Rift (S) entsprechen. Integrierte On-Ear-Kopfhörer und ein nach oben klappbares Visier sollen den Nutzungskomfort bei Vive Cosmos weiter verbessern. Wer sich an Kabeln stört: Vive Cosmos ist mit dem offiziellen Vive Drahtlos-VR-Adapter (Test) kompatibel.

Vive Cosmos bietet SteamVR-Tracking zum Nachrüsten

Die Blende von Vive Cosmos ist abnehmbar und kann durch andere Blenden getauscht werden. HTC verspricht, dass die VR-Brille so zukünftig mit neuen Funktionen aufgerüstet werden kann.

Die erste modifzierte Blende heißt “External Tracking Mod”: Sie macht Vive Cosmos wie die Vorgängerbrillen mit Valves SteamVR-Tracking kompatibel.

Die SteamVR-Blende macht Vive Cosmos wie die Vorgängerbrillen mit Valves Trackingsystem Lighthouse kompatibel. Bild: HTC

Die SteamVR-Blende macht Vive Cosmos wie die Vorgängerbrillen mit Valves Trackingsystem Lighthouse kompatibel. Bild: HTC

In der SteamVR-Blende sind seitlich Lighthouse-Sensoren integriert. Bild: HTC

Die Lighthouse-Sensoren sind seitlich in der Blende integriert. Bild: HTC

Die Mod unterstützt auch Trackingzubehör wie die Vive-Tracker und bietet laut HTC “eine hohe Kompatibilität für VR-Steuerungen”. Erscheinen soll die SteamVR-Blende im ersten Quartal 2020, der Preis ist noch nicht bekannt.

Zusammen mit Vive Cosmos startet HTC die Software “Vive Reality System”, eine VR-optimierte Benutzeroberfläche für Viveport, die sowohl immersiver als auch intuitiver sein soll.

Vive Cosmos Datenblatt

DIMENSIONENunbekannt, ähnlich Oculus Rift S
Gewicht: 651 Gramm
DISPLAYZwei VR-optimierte LC-Displays
Größe: 3,4 Zoll
1.440 mal 1.700 Pixel pro Auge
Subpixel: volle RGB-Matrix
Low Persistence
Bildwiederholrate: 90 Hz
OPTIKLinsentyp: Fresnel
Fokusdistanz: unbekannt
Sichtfeld: 110 Grad
Augenabstand einstellbar (IPD)
Fokusrad
AUDIOIntegrierte On-Ear-Kopfhörer
3,5 mm Klinke für Kopfhörer
Mikrofon (unbestätigt)
TRACKINGVR-Brille: 6-DoF (räumlich, Trackingkameras in die Brille integriert)
Controller: 6-DoF (räumlich, werden durch Brille erfasst)
FEATURESGyroscope, Accelerometer, Magnetometer, Näherungssensor (unbestätigt),
sechs Kameras (frontal, seitlich, oben, unten)
2x Cosmos Controller
Austauschbare Frontblende bspw. für SteamVR-Tracking
VERBINDUNGUSB-C 3.0, DP 1.2, proprietäre Verbindung zu Mods
Kabellänge unbekannt, Vive-Drahtlos-VR kompatibel
VERFÜGBARKEIT3. Oktober 2019
PREIS799 Euro

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