Virtual & Augmented Reality: Diese Hardware könnte 2018 rocken *Update*

Virtual & Augmented Reality: Diese Hardware könnte 2018 rocken *Update*

In diesem Jahr erscheint reichlich neue Virtual- und Augmented-Reality-Hardware, die die Technologien nach vorne bringen und neue Käuferschichten erschließen soll. Wir fassen die wichtigsten Ankündigungen zusammen.

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Oculus Rift, HTC Vive, Playstation VR oder der Marktstart von Microsofts Hololens: in Sachen Hardware war 2016 richtig was los bei Virtual und Augmented Reality. 2017 verlief im Vergleich deutlich ruhiger. Allein Microsoft brachte mit den Windows-Brillen neue Technologie an den Start, die allerdings trotz innovativem Inside-Out-Tracking einen eher durchwachsenen Eindruck hinterlässt.

Das neue Jahr dürfte in Sachen Hardware wieder richtig spannend werden, womöglich ähnlich intensiv wie 2016. Wir fassen zusammen, welche neuen Geräte und Technologien uns erwarten und hoffen auf weitere Ankündigungen, von denen wir jetzt noch nichts ahnen.

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HTC Vive Pro

Im ersten Quartal 2018 bringt HTC eine aktualisierte Version der VR-Brille Vive auf den Markt. Sie heißt Vive Pro und bietet neu zwei hochauflösende 3,5 Zoll OLED-Displays mit einer Auflösung von je 1440 mal 1600 Bildpunkten bei 90 Hz. Damit hat Vive Pro laut HTC 78 Prozent mehr Pixel als das Standardmodell, das mit 1080 mal 1200 Bildpunkten pro Auge auflöst. Das Sichtfeld liegt wie beim Vorgängermodell bei rund 110 Grad.

Vive Pro unterstützt außerdem Valves verbessertes Trackingsystem Lighthouse 2.0, das mit vier Basisstationen größere Flächen von bis zu zehn mal zehn Meter erfassen kann. Ebenfalls neu sind eine komfortablere Kopfhalterung, eine zweite Frontkamera, deren Einsatzzweck noch unbekannt ist, sowie integrierte Kopfhörer. Überarbeitete Vive-Controller sollen im Laufe des Jahres erscheinen. Bei diesen handelt es sich jedoch nicht um Valves innovative Knuckles-Controller.

Erste Testberichte zu Vive Pro von der CES 2018 haben wir hier zusammengefasst.

Der Techjournalist Micah Blumberg behauptet bei Medium, dass Vive Pro 349 US-Dollar kosten wird. Das komplette Set mit 3D-Controllern und Basisstationen soll im vierten Quartal 2018 erscheinen und 799 US-Dollar kosten. Blumberg beruft sich auf eine "verlässliche Quelle".

Zusammen mit Vive Pro stellte HTC einen Drahtlosadapter von Intel vor, der ähnlich wie die bereits erhältliche Lösung von Tpcast auf dem Kopf getragen wird. Intel und HTC versprechen eine einfache Installation und verzögerungsfreie Übertragung. Laut eines ersten Testberichts hat das Gerät noch mit einer zu hohen Latenz zu kämpfen. Der Adapter soll im dritten Quartal erscheinen und läuft auch mit der ursprünglichen Vive-Brille.

Oculus Go

Facebooks neue VR-Brille Oculus Go dockt im App-Ökosystem von Samsung Gear VR an. Sie läuft mit einem Qualcomm-Prozessor aus 2016.

Oculus Go hat das Smartphone schon eingebaut und unterstützt das App-Ökosystem von Samsungs Gear VR. Bild: Oculus

Die Veröffentlichung von Facebooks neue VR-Brille ist für Anfang 2018 angekündigt, ein genaues Datum gibt es noch nicht. Das Gerät dockt im App-Ökosystem von Samsung Gear VR an, optimiert aber das VR-Erlebnis im Vergleich zur Smartphone-Brille signifikant.

Unter anderem verspricht Facebook deutlich verbesserte Linsen und einen VR-optimierten LCD mit einer Auflösung von 2560 mal 1400 Bildpunkten. Außerdem ist sämtliche Hardware in der Brille verbaut, das vereinfacht die Handhabung und schont den Smartphone-Akku.

Da Oculus Go kein Raumtracking bietet, richtet sich die Brille in erster Linie an 360-Video-Gucker. Facebooks Hoffnung: Oculus Go soll eine große Zahl Menschen außerhalb der VR-Blase für Virtual Reality begeistern - so wie es Nintendos Wii gelang. Laut Oculus-Manager Hugo Barra genießt die Vermarktung der autarken VR-Brille in 2018 höchste Priorität. Der Preis liegt voraussichtlich bei 250 Euro.

Magic Leap One

Lightpack, Lightwear und der 3D-Controller. Bild: Magic Leap

Lightpack, Lightwear und der 3D-Controller. Bild: Magic Leap

Magic Leaps Lightwear-Brille ist wohl die wichtigste und spannendste Hardware, die für 2018 angekündigt ist. Falls Magic Leap in diesem Jahr eine Enthusiasten-Version auf den Markt bringen kann, die sämtliche Tech-Versprechen des Unternehmens einlöst, erwartet uns eine famose Augmented-Reality-Brille der nächsten Generation, die neue Maßstäbe setzen und den Wettbewerb unter Druck setzen wird.

Magic Leap One wird mit einem leistungsfähigen Taschencomputer und einem 3D-Controller ausgeliefert. Das komplette Paket soll laut Magic Leap "so teuer wie ein Highend-Notebook" sein. Microsoft wird sich mit einem Nachfolger zur Hololens laut Berichten bis 2019 Zeit lassen.

Pimax 8K VR-Brille

Rund anderthalb Monate nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne sammelt der chinesische VR-Brillen-Hesteller Pimax weitere Millionen ein.

Der Prototyp ist noch nicht serienreif - Pimax' 8K-Brille verzögert sich bis mindestens März 2018. Bild: Pimax

Im November 2017 beendete der chinesische VR-Brillenhersteller Pimax erfolgreich eine Kickstarter-Kampagne für eine VR-Brille mit zwei 4K-Displays und einem Sichtfeld von circa 200 Grad. Mit diesen Spezifikationen ist die Pimax-Brille den aktuell verfügbaren PC-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive deutlich überlegen - und das zu einem ähnlichen Preis. Die Auslieferung wurde ursprünglich für Ende Januar 2018 versprochen, verzögert sich aber mindestens bis in den März.

Der Erfolg der Brille wird maßgeblich davon abhängen, wie gut Pimax vorhandene VR-Apps für die eigene Hardware optimieren kann. Spannend ist die Frage, ob Pimax über die Kickstarter-Kampagne hinaus Nachfrage für die Brille generieren und womöglich etablierten Unternehmen wie HTC und Oculus ernsthafte Konkurrenz machen kann. Unseren Ersteindruck eines Prototyps der VR-Brille schildern wir hier.

Lenovo Mirage Solo für Google Daydream

Im Mai kündigte Google auf der großen Bühne eine autarke Vive-Brille für die eigene VR-Plattform Daydream an. Das Gerät erscheint nicht.

Noch gibt es keine Bilder von Lenovos autarker VR-Brille für Google Daydream - nur eine Ankündigung. Bild: Google

Eigentlich schon für 2017 angekündigt, möchte Google in diesem Jahr eine neue Geräteklasse für besonders einfach zu bedienende VR-Brillen einführen, die ohne externen Zuspieler auskommen. Den Anfang macht Lenovo mit "Mirage Solo" für Googles VR-Ökosystem Daydream. Der 5,5-Zoll große Screen bietet 2.560 mal 1.440 Bildpunkte, die man durch zwei aspherische Fresnel-Linsen mit einem Sichtfeld von 110 Grad betrachtet. Trotz LC-Display gibt es laut Lenovo keine Probleme mit Bewegungsunschärfe, die maximale Bildwiederholungsrate liegt bei 75 Hz.

Im Vergleich zu Facebooks autarker Go-Brille hat Mirage Solo ein integriertes Raumtrackingsystem und bietet somit potenziell mehr Anwendungsszenarien und Zugang zu hochwertigen VR-Erlebnissen, die über über 360-Grad-Videos hinausgehen. Allerdings liegt der Preis deutlich höher, voraussichtlich bei circa 400 Euro.

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Lenovos Mirage Solo ist vergleichbar mit HTCs autarker VR-Brille Vive Focus oder Picos Neo. Beide Brillen erscheinen in diesen Tagen in China und finden ihren Weg im Laufe des Jahres womöglich in den Westen. Dann aber nicht unter Googles Daydream-Flagge, sondern für HTCs VR-Plattform Viveport.

Google arbeitet mit Entwicklern zusammen, die für die autarke Daydream-Brille optimierte Inhalte bereitstellen sollen, darunter ein VR-Spiel im Blade-Runner-Universum mit dem Namen Revelations. Außerdem haben Käufer der VR-Brille Zugriff auf alle rund 250 Daydream-Apps inklusive Street View und Youtube VR.

SteamVR-Brille von LG

Neue Bilder von LGs kommender VR-Brille für Steam VR

Der Prototyp von LGs kommender SteamVR-Brille wirkt noch etwas klobig, soll aber sehr bequem sitzen. Bild: @SVVRLive bei Twitter

Offiziell ist die SteamVR-Brille von LG zwar nicht für 2018 bestätigt, aber die Nichtveröffentlichung wäre eine Überraschung. Denn angekündigt wurde sie schon im Februar 2017 und anschließend wiederholt als Prototyp vorgeführt.

Valve versprach zur Ankündigung eine "hochwertige VR-Erfahrung der nächsten Generation" für SteamVR. LG führt die VR-Brille seitdem ausgewählten Entwicklern und bei Events vor und nutzt die Rückmeldungen, um die Hardware zu verbessern.

Frühe Tester bescheinigen der noch namenlosen Brille einen guten Ersteindruck: Sie sei bequem wie Playstation VR und biete eine höhere Auflösung im Vergleich zu HTC Vive. Der Prototyp hat zwei Displays mit 1440 mal 1280 Bildpunkten pro Auge bei 90 Hz verbaut, das müssen aber nicht die finalen Spezifikationen sein. LG kündigte bereits an, dass sich beim Display bis zur Veröffentlichung wohl noch etwas tut. Wie bei Microsofts Windows-Brillen kann die Vorderseite der LG-Brille für einen schnellen Wechsel zwischen den Realitäten wie ein Visier nach oben geklappt werden.

Valves Knuckles-Controller und Lighthouse 2.0

Valves neue 3D-Controller erreichen die ersten Entwickler. Der CEO von Cloudhead Games schildert, was die Geräte so revolutionär macht.

Valves Knuckles-Controller im Einsatz. Bild: Cloudhead Games

Bereits Ende 2016 kündigte Valve den innovativen VR-Controller Knuckles an: Er wird mit einer Klammer am Handrücken befestigt, sodass man die Hand öffnen und schließen kann, ohne dass der Controller herunterfällt. Integrierte Sensoren messen den Abstand aller fünf Finger zum Controller und übertragen so die gesamte Greifbewegung in die Virtual Reality. Das soll für eine natürlichere Handinteraktion mit virtuellen Gegenständen sorgen. Ein Protoyp wird von ausgewählten Entwicklerstudios getestet und von Valve anhand der Rückmeldungen weiterentwickelt.

Im Sommer 2017 kündigte Valve außerdem die nächste Generation Lighthouse-Tracking an. Die neuen Basisstationen, die VR-Geräte mittels Laserlicht erfassen, sind kleiner, leiser und verbrauchen weniger Energie. Dennoch soll die Erfassung präziser sein als beim Vorgänger, der unter anderem bei HTC Vive im Einsatz ist. Auf der CES 2018 zeigte Valve das aktuelle Design der Laser-Boxen.

Die wichtigste Neuerung, speziell für Betreiber von VR-Spielhallen: Die Basisstationen können jetzt in Reihe geschaltet und somit deutlich größere Trackingflächen erschlossen werden. Valve verspricht, dass ganze Lagerhallen abgedeckt werden. Im Falle von Vive Pro können vier Basisstationen einen Bereich von zehn mal zehn Meter erfassen.

Weder für die Knuckles-Controller noch für Lighthouse 2.0 steht ein Veröffentlichungszeitraum fest. Wahrscheinlich werden beide Systeme zusammen mit einer neuen VR-Brille veröffentlicht. Ein Kandidat ist die SteamVR-Brille von LG.

Qualcomms neuer 3D-Scanner für Smartphones

Qualcomm stellt neue Kameramodule vor, die Positionstracking und 3D-Scanning für Android-Smartphones ermöglichen sollen.

Qualcomms Tiefenscanner filmt ein räumliches Video. Bild: Qualcomm

Im August 2017 zeigte der Chiphersteller Qualcomm einen neuen, hochauflösenden Tiefenscanner, der speziell für Smartphones gedacht ist. Er soll die bislang präziseste Scanner-Lösung am Markt sein und über 10.000 Bildpunkte mit einem Abstand von 0,1 Millimeter erfassen können. So ein Scanner könnte in Kombination mit der herkömmlichen Smartphone-Kamera beispielsweise reale Räume und Objekte in 3D erfassen und in die Virtual Reality übertragen.

"Egal ob Computer-Fotografie, Videoaufnahmen oder Computer-Vision-Anwendungen, die exakte Bewegungserkennung benötigen - es ist klar, dass energieeffiziente Bildverarbeitung ein wichtiges Feature für die neue Generation Mobilgeräte ist", sagt der Qualcomm-Manager Tim Leland.

Der Scanner soll laut Qualcomm schon bald in den ersten Mobilgeräten auftauchen. Ein möglicher Kandidat ist die nächste Generation von Samsungs Galaxy-Smartphones, die voraussichtlich Ende Februar vorgestellt wird. Auch Apple arbeitet laut Gerüchten an einem rückseitig montierten Tiefenscanner für die nächste iPhone-Generation.

| Featured Image: Karl Krantz bei Twitter