Die Bewegungsfreiheit der Oculus Quest gepaart mit der Rechenleistung eines PCs: Das ist der Wunschtraum vieler VR-Nutzer. Eine mögliche Lösung ist WLAN-Streaming. Auf Instagram bestätigt Facebooks XR-Chef, dass ein offizielles WLAN-Streaming-Feature geplant ist.

Im November 2019 startete Oculus Link (Infos) in die Beta-Phase. Damit können Quest-Nutzer ihre VR-Brille per USB-Kabel an einen PC anschließen und PC-VR-Spiele per Videostreaming spielen. Das funktioniert erstaunlich gut, wie unser Oculus Link-Test zeigte. Der große Nachteil von Oculus Link ist, dass man erneut an einem Kabel hängt.

Da es seit Jahren Lösungen für drahtloses VR-Streaming via WLAN gibt, das teilweise auch schon recht gute Resultate liefert, liegt es nahe, dass Facebook an einer drahtlosen Variante von Oculus Link experimentiert. Oculus’ ehemaliger Technikchef John Carmack macht seit geraumer Zeit entsprechende Andeutungen, das letzte Mal während seiner Facebook Connect-Keynote im September.

“Wir haben noch immer kein drahtloses Verbindungssystem für Oculus Link angekündigt”, sagte Carmack und ging auf die Gründe ein.

“Wir haben intern diese endlosen Diskussionen über Qualitätsniveaus. Es [das WLAN-Streaming, Anm. d. Red.] ist nicht so gut wie eine kabelgebundene Erfahrung und wie wir vielleicht hoffen. Es dürfte nicht jedermanns Qualitätsansprüchen genügen, aber es genügt den Qualitätsansprüchen mancher Nutzer und bietet ihnen einen Mehrwert, weshalb sie es wieder und wieder nutzen. Also argumentiere ich auch weiterhin dafür, dass wir eine Art ‘Air Link’ anbieten sollten.”

Air Link als “sicheres Ziel”

In einer Frage-Antwort-Runde bei Instagram geht Facebooks XR-Chef Andrew Bosworth auf die Frage nach einer offiziellen Lösung für WLAN-Streaming ein, beruft sich auf Carmacks Aussage und sagt: “Das ist etwas, dass wir sicher schaffen wollen.”

“Wir wollen es allerdings gut hinkriegen, wir wollen, dass es eine gute Qualität liefert.” Für Nutzer, die einen Vorgeschmack auf WLAN-Streaming erhalten wollen, verweist Bosworth auf Virtual Desktop (siehe WLAN-Streaming-Guide). Die App unterstützt drahtloses VR-Streaming für Oculus Quest seit Sommer 2019.

Entwickler Guy Godin musste die Funktion auf Drängen Facebooks kurz nach der Implementierung wieder entfernen. Facebook nannte unzureichende Qualität als Grund, während Godin glaubt, dass Oculus eine offizielle Lösung auf den Markt bringen und Konkurrenz vermeiden wolle. Um Virtual Desktops WLAN-Streaming  zu nutzen, muss seit Facebooks Maßnahme ein Sidequest-Patch installiert werden (siehe Sideloading-Guide).

Großes Quest-Update steht bevor

Das WLAN-Streaming mit Virtual Desktop bietet derzeit einen weiteren Vorteil gegenüber Oculus Link: Man kann VR-Spiele auf Oculus Quest 2 schon jetzt mit 90 Hertz spielen.

Allerdings will Facebook diese Funktion noch dieses Jahr nachliefern, wenn Oculus Link die Betaphase verlässt. Das längerfristige Ziel ist, Oculus Link in Sachen Bildwiederholrate, Auflösung und Bildqualität auf dasselbe Niveau wie native PC-VR-Brillen zu bringen.

Bosworth kündigt in seinem AMA an, dass das Oculus Link-Update schon bald ausrollt. Darauf deutet auch das Beta-Update 21.0 für Oculus Quest (2), das vor kurzem an Quest-Nutzer ausgerollt wurde und Browser-Casting für die autarke VR-Brille brachte.

Und in den offiziellen Release Notes heißt es, dass im November der normale Zeitplan für die Veröffentlichung von Updates wieder aufgenommen wird. Es gab seit längerem keine Software-Aktualisierung für Quest mehr und das letzte signifikante Quest-Update datiert zurück auf den Juli 2020.

Viele neue Quest-Features

Zu den anderen Features, die Facebook noch für dieses Jahr versprach, gehört neben den Oculus Link-Verbesserungen und dem eben genannten Browser-Casting der Fitness-Tracker Oculus Move. Das Feature zeigt Nutzern, wie viel Kalorien beim Spielen physisch intensiver VR-Titel wie Beat Saber und FitXR verbrannt werden und wie lange man körperlich aktiv war. Auf einem übersichtlichen Dashboard kann man Fitness-Statistiken einsehen und persönliche Ziele festlegen und verfolgen.

Ebenfalls im Update inbegriffen sein, dürfte die Möglichkeit, VR-Apps zu verschenken. Das jedenfalls deutet Bosworth an. Auch auf Account-Sharing gibt es seit längerem Hinweise.

Zu guter Letzt ist für diesen Winter das Infinite Office angekündigt: ein experimentelles Feature, das ein XR-Büro mit digitalen Displays und getrackten Tastaturen ermöglichen soll. Ob es schon im nächsten Update enthalten sein wird, ist nicht bekannt.

Quelle: Instagram

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

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Oculus Quest – 64 GB | Oculus Quest – 256 GB

Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv – Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.

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