Oculus Quest bietet weitaus mehr als im Oculus Store erhältlich ist. Per Sideloading könnt ihr inoffizielle Spiele und Apps installieren und so das Maximum aus eurer Oculus Quest herausholen. 

Hinweis: Diese Anleitung gilt ebenso für die VR-Brille Oculus Go. Die Installationsschritte sind identisch, viele Sideloading-Apps funktionieren jedoch nur bedingt mit Oculus Go, da die VR-Brille samt Controller nur drei Freiheitsgrade bietet.

Weshalb Sideloading?

Da Oculus strenge Auswahlkriterien hat, erscheinen viele Spiele und Apps gar nicht erst im Oculus Store. Per Sideloading umgeht ihr den Oculus Store und installiert Software, die offiziell nicht erhältlich ist.

Auf diese Weise könnt ihr mit Sideloading…

Ist Sideloading gefährlich?

Sideloading kann in zweierlei Hinsicht problematisch sein.

Zum einen untersagt Oculus bestimmte Formen des Sideloadings in seinen Nutzungsbedingungen. Dazu gehören das Sideloading von raubkopierten Inhalten, Inhalten, die die geistigen Eigentumsrechte Dritter verletzen und Modifikationen von Apps, die im Oculus Store erhältlich sind.

Oculus behält sich das Recht vor, gegen Missbrauch vorzugehen und entsprechende Nutzerkonten in ihrer Funktionalität einzuschränken oder zu sperren. Im schlimmsten Fall kann Oculus gar Strafanzeige stellen. Bislang gibt es jedoch keine Berichte, dass Sideloader in irgendeiner Form bestraft wurden.

In dieser Anleitung wird das Sideloading mittels Sidequest erklärt. Die Sidequest-Entwickler operieren in einem rechtlichen Graubereich, sind jedoch im Kontakt mit Oculus und somit um ein Mindestmaß an Konformität mit Oculus’ Nutzungsbedingungen bemüht.

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Die Suchoberfläche von Sidequest. | Screenshot: MIXED.de

So werden beispielsweise weder Pornografie noch Raubkopien auf der Sideloading-Plattform feilgeboten. Sidequest bietet außerdem ein integriertes Kontrollsystem, das Nutzer warnt, wenn sie versuchen, missbräuchliche oder gefährliche Inhalte zu installieren. In der Regel ist die Sidequest-Nutzung demnach sicher.

Ein anderes Risiko besteht darin, dass Sideloading in seltenen Fällen das Betriebssystem der Oculus Quest zum Absturz bringen kann. Das kann sogar dazu führen, dass die VR-Brille nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr genutzt werden kann. In solchen Fällen muss man die Oculus Quest auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Dabei werden sämtliche Apps und Einstellungen gelöscht.

Achtung: Das in dieser Anleitung erklärte Vorgehen erfolgt in jedem Fall auf eigene Gefahr!

Was brauche ich fürs Sideloading?

Für Sideloading braucht ihr Folgendes:

  • eine Oculus Quest (siehe Amazon-Link für die Versionen mit 64 Gigabyte und 128 Gigabyte)
  • das mitgelieferte oder ein anderes Quest-kompatibles USB-Kabel (siehe auch unter Zubehör in unseren Deals für mögliche Angebote)
  • einen Rechner mit Windows, MacOS oder Linux
  • Sidequest (siehe Download).

Was ist Sidequest?

Sidequest ist ein für Windows, MacOS und Linux erhältliches Programm, das das Quest-Sideloading bedeutend vereinfacht.

Sidequest ist außerdem eine kuratierte Plattform für Sideloading-Apps und bietet nützliche Werkzeuge für die Verwaltung eurer Oculus Quest.

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In der VR-Version von Half-Life schwingt ihr das Brecheisen mit eurer eigenen Hand. Dank Sidequest ist die VR-Portierung im Nu installiert. | Bild: Mr.Neitey

Wie aktiviere ich Sideloading?

1. Aktiviert den Entwicklermodus

Fürs Sideloading muss der sogenannte Entwicklermodus aktiviert sein. Loggt euch hierfür auf der offiziellen Oculus-Anmeldeseite mit eurem Oculus-Konto an und erstellt im Entwickler-Dashboard eine Organisation unter einem Namen eurer Wahl. Ab dem 8. Oktober 2020 müsst ihr euch hierfür zusätzlich durch eine Telefonnummer oder Kreditkartendetails verifizieren.

Jetzt startet ihr die Oculus-App auf eurem Smartphone (Android/iOS), wechselt in der Fußleiste auf “Einstellungen” und verbindet die App mit eurer Oculus Quest. Öffnet das Menü der verknüpften Oculus Quest und wählt zuerst “Weitere Einstellungen” und danach “Entwicklermodus”. Aktiviert den Entwicklermodus und startet eure Oculus Quest neu.

Habt ihr ein Sperrmuster für Oculus’ Smartphone-App eingerichtet, müsst ihr es deaktivieren. Tut das unter “Weitere Einstellungen” > “Sperrmuster”.

2. Installiert die Android-Treiber (nur für Windows-Nutzer)

Installiert ihr Sidequest auf einem Rechner mit MacOS oder Linux, könnt ihr diesen Schritt überspringen.

Ladet die Oculus ADB Drivers 2.0 herunter. Entpackt das ZIP-Archiv in einen Ordner eurer Wahl. Sucht nach der Datei “android_winusb.inf”. Rechtsklickt darauf und wählt “Installieren”. Erscheint ein Fenster mit der Meldung “Der Vorgang wurde erfolgreich beendet”, wurde der Treiber korrekt installiert.

3. Stellt eine Verbindung zwischen Oculus Quest und eurem Rechner her

Verbindet als Nächstes eure Oculus Quest per mitgeliefertem oder einem anderen Quest-kompatiblen USB-Kabel mit eurem Rechner. Stellt sicher, dass eure Oculus Quest hochgefahren und in Betrieb ist.

Sobald ihr euch die VR-Brille aufsetzt, sollte hintereinander zwei Fenster erscheinen, über die ihr eurem PC Zugriff auf die Oculus Quest gewährt.

Das erste Fenster trägt die Überschrift “Allow USB Debugging?”. Kreuzt das Kästchen an und wählt “OK”. Danach sollte das Fenster nie mehr erscheinen.

Das zweite Fenster trägt die Überschrift “Datenzugriff erlauben”. Wählt hier “Zulassen”. Dieses Fenster erscheint jedes Mal, wenn ihr eure Oculus Quest mit dem PC verbindet und erlaubt nach Bestätigung den Zugriff per Windows-Explorer. Startet ihr Sidequest, wird der Datenzugriff automatisch gewährt.

4. Installiert Sidequest

Ladet Sidequest auf der offiziellen Internetseite herunter und installiert das Programm auf eurem Rechner.

Habt ihr Sidequest gestartet und alle Schritte befolgt, sollte oben links im Sidequest-Fenster ein grüner Punkt zu sehen sein. Das bedeutet, dass erfolgreich eine Verbindung zwischen Oculus Quest und eurem PC hergestellt wurde und ihr mit Sideloading per Sidequest beginnen könnt.

Wie sideloade ich mit Sidequest?

Sidequest bietet zwei Möglichkeiten, Apps auf Oculus Quest zu installieren: Ihr könnt einfach per Klick jene Apps installieren, die auf der Plattform feilgeboten werden oder händisch eigene Apps im APK-Dateiformat auf die Oculus Quest laden.

Sidequest-Apps könnt ihr direkt im Programm oder im Internetbrowser suchen. Die Suche lässt sich in verschiedenste Genres und Kategorien differenzieren.

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Das Sidequest-Menü. | Screenshot: MIXED.de

Wollt ihr eigene Apps auf eure Quest laden, klickt ihr im Sidequest-Menü auf das Symbol mit dem nach unten zeigenden Pfeil (siehe Bild oben) und wählt die entsprechende APK-Datei aus. Sollte Sidequest eine Warnung anzeigen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen missbräuchlichen oder gefährlichen Inhalt. Installiert ihr die Daten dennoch, riskiert ihr einen Bann seitens Oculus oder eine beschädigte Oculus Quest.

Wie starte ich Sideloading-Apps auf Oculus Quest?

Setzt euch die Oculus Quest auf und öffnet das Apps-Menü (im Hauptmenü das Symbol mit neun Kacheln) und danach den Reiter ganz rechts. Wählt dort “Unbekannte Quellen”. Nun seht ihr alle inoffiziellen, per Sideloading installierten Apps. Wählt eine aus, um sie zu starten.

Welche Funktionen bietet Sidequest sonst noch?

Mit Sidequest könnt ihr außerdem das Bild eurer Quest in Echtzeit auf den Bildschirm eures Rechners streamen, auf eurer Quest befindliche Dateien verwalten, derzeit installierte Apps einsehen und verschiedene Einstellungen vornehmen, die in den Oculus-Menüs nicht möglich sind.

Titelbild: MIXED.de

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