Update: 14.10.2020

Mit einem Hack kann man nun doch schon 90 Hertz für VR-Apps aktivieren, die die höhere Bildwiederholrate unterstützen. Dazu gehört auch Virtual Desktop. Wie der Hack funktioniert, steht in unserem Quest 2 Infohub.

Update vom 30. September 2020:

Virtual Desktop-Entwickler meldet sich via Twitter zu Wort: Facebook habe ihm mitgeteilt, dass die Unterstützung des 90-Hertz-Modus für VR-Apps pünktlich zum Marktstart von Oculus Quest 2 deaktiviert und erst zu einem späteren Zeitpunkt per Update erneut aktiviert wird.

Quest 2-Nutzer dürften die im Artikel beschriebenen Vorzüge also erst später genießen dürfen.

Ursprünglicher Artikel vom 29. September 2020:

Oculus Quest 2 soll dank einer VR-App schon zum Marktstart hochwertiges WLAN-Streaming vom PC unterstützen, ganz ohne Facebooks Zutun.

Oculus Quest 2 hat ein besseres Display verbaut als das Original und unterstützt eine höhere Bildwiederholrate. Statt auf 72 Hertz kommt die VR-Brille neu auf den PC-VR-Industriestandard von 90 Hertz. Virtual Reality wirkt dadurch zum einen flüssiger und realer, zum anderen wird VR-Nutzern mit geringerer Wahrscheinlichkeit schlecht unter der VR-Brille.

Die höhere Bildwiederholrate der Oculus Quest 2 wird in Stufen ausgerollt. Zum Marktstart am 13. Oktober steht die höhere Bildwiederholrate als experimentelle Funktion zur Verfügung, die von Nutzern in den Einstellungen der VR-Brille aktiviert werden muss. Sie gilt zudem nur für die Betriebssoftware der Quest 2, also die Menüs und den Browser. Erst später, aber noch in diesem Jahr, sollen die 90 Hertz per Update zu einem Standardfeature der Oculus Quest 2 werden.

Oculus Link: So gut wie native PC-VR?

VR-Apps sind von dieser Regelung ausgenommen: Hier bleiben die 72 Hertz vorerst Standard. Entwickler erhalten kurz nach Marktstart die Möglichkeit, ihre VR-Apps für die höhere Bildwiederholrate zu optimieren und auf eine 90-Hertz-Version zu aktualisieren. So dürfte ein Großteil der VR-Apps nach und nach von einer höheren Auflösung und einer flüssigeren Darstellung profitieren.

Ebenfalls geplant ist eine Unterstützung der höheren Bildwiederholrate durch Oculus Link (Infos). Die kabelgebundene PC-Verbindung soll diesen Herbst die Betaphase verlassen und PC-VR-Inhalte in der vollen Auflösung und Bildwiederholrate der Oculus Quest 2 (Infos) darstellen.

Damit schlösse die VR-Brille technisch zu nativen PC-VR-Geräten auf – vorausgesetzt, Facebook kann die Bildqualität und Latenz ausreichend verbessern. Im Falle von Oculus Link werden die Bilder komprimiert statt direkt an die VR-Brille geschickt. Dabei entstehen Artefakte, die die Bildqualität beeinträchtigen können.

Virtual Desktop bringt vorzeitig 90 Hertz

Nutzer der VR-App Virtual Desktop werden das volle Potenzial der Oculus Quest 2 als PC-VR-Brillenersatz schon zum Marktstart ausreizen können.

Für die, die Virtual Desktop nicht kennen: Mit dieser VR-App können Quest-Nutzer ihre PC-Nutzeroberfläche drahtlos in die Virtual Reality holen, um auf PC-Inhalte zuzugreifen. Auf der Sideloading-Plattform Sidequest bietet der Entwickler  zusätzlich einen Patch an, der drahtloses WLAN-Streaming von PC-VR-Spielen in die VR-Brille erlaubt.

Nun arbeitet der Virtual-Desktop-Entwickler Guy Godin an einer neuen Version des Programms, die für das WLAN-Streaming schon jetzt die volle Auflösung und Bildwiederholrate der Oculus Quest 2 freischaltet, sofern man die VR-Brille drahtlos mit einem PC verbindet.

Inoffizielles WLAN-Streaming: Besser als Oculus Link?

Einige Tester durften den Patch bereits ausprobieren und sind begeistert (siehe Youtube-Video unten): In Sachen Bildqualität und Performance übertreffe Oculus Quest 2 sowohl die Original-Quest mit Oculus Link als auch die native PC-VR-Brille Oculus Rift S und funktioniere dank Virtual Desktop zudem ohne Kabel.

Den PC-VR-Hit Half-Life: Alyx (Infos) auf dieser Qualität und komplett drahtlos mit Oculus Quest 2 zu erleben sei “ziemlich unglaublich”.

Die Latenz ist ebenfalls erstaunlich niedrig: Godin spricht auf Reddit von einer Verzögerung zwischen 22 und 28 Millisekunden. Dadurch sollte in Sachen Latenz kein signifikanter Unterschied mehr zur nativen PC-VR-Variante zu bemerken sein.

Damit solche Werte erreicht werden können, braucht man neben einem VR-tauglichen PC einen schnellen Router des Wi-Fi-Standards 802.11ac oder 802.11ax, der im 5-Ghz-Band funkt.

Zum Marktstart der Oculus Quest 2 verfügbar

Der neue Virtual-Desktop-Patch soll vor Launch der Oculus Quest 2 auf Sidequest erscheinen. Wir ihr ihn installiert, erfahrt ihr in unserer Sideloading-Anleitung. Bitte beachtet, dass ihr Virtual Desktop im Quest Store kaufen müsst, bevor ihr den Patch installieren könnt.

Facebook arbeitet ebenfalls an einer drahtlosen Variante von Oculus Link, kündigte bislang aber keine offizielle WLAN-Unterstützung an.

Godin veröffentlichte seine Lösung im Sommer 2019 für die Quest-Version von Virtual Desktop, wurde jedoch von Facebook zur Entfernung der Funktion gezwungen. Als Grund gab Facebook Qualitätsbedenken an. Godin hingegen glaubt, dass Facebook Konkurrenz vermeiden wollte. Der Entwickler veröffentlichte das WLAN-Streaming anschließend als Sidequest-Patch.

Alle weiteren Infos zur neuen VR-Brille findet ihr in unserem Quest 2-Infohub.

Quelle: Reddit, Titelbild: Facebook

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

Bei Amazon Frankreich könnt ihr die Oculus Quest 2 ganz normal kaufen. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

Oculus Quest – 64 GB | Oculus Quest – 256 GB

Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv – Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.

Weiterlesen über Oculus Quest 2:

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