Lassen Sony und Epic Metas Metaverse-Traum platzen?

Lassen Sony und Epic Metas Metaverse-Traum platzen?

Fortnite als Startpunkt und dann ins große weite Metaverse: Sony stärkt die Partnerschaft mit Epic Games mit einem Milliarden-Invest. Dieses Zusammenspiel hat großes Potenzial.

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Sony setzt bei Epic Games noch einen drauf: Nach einer Investition über 250 Millionen US-Dollar im Sommer 2020 schiebt der japanische Elektronikgigant eine weitere Milliarde US-Dollar nach. Der zweite Großinvestor ist KIRKBI, der Investment-Arm der Lego-Gruppe. Beide Firmen legen je eine Milliarde US-Dollar bei Epic Games ein.

Epic und Sony: Gemeinsam ins Metaverse

Bei der Investition im Sommer 2020 stellte Sony-Chef Kenichiro Yoshida insbesondere die Entwicklung von Fortnite als sozialen Treffpunkt für Events heraus, die über das Gaming hinausgehen.

Konkret sprach Yoshida damals von einer „revolutionären Entertainment-Erfahrung“, während Epic-Chef Tim Sweeney eine „gemeinsame Vision von sozialen 3D-Echtzeit-Erlebnissen“ beschrieb. Das klingt nach Metaverse, lange bevor Mark Zuckerberg Facebooks Meta-morphose startete. Dazu später mehr.

Diese Aussagen wiederholen die beiden Konzern-Bosse im Zuge des neuerlichen Investments jetzt in anderen Worten. Yoshida möchte mit Epic Games Spiele-Engine und Sonys Technologie einen Metaverse-Raum für Kreative und Nutzer:innen erschaffen.

Als Wachstumsfelder nennt Yoshida „neue digitale Fan-Erlebnisse im Sport“ und „virtuelle Produktionsinitiativen“. Schon in der Vergangenheit hob Yoshida das Potenzial von VR-Livestreaming hervor.

Laut Sweeney wird Sonys Investment die Metaverse-Entwicklung bei Epic Games beschleunigen: „Wenn wir die Zukunft der Unterhaltung und des Spielens neu erfinden wollen, brauchen wir Partner, die unsere Vision teilen.“ Der geschätzte Unternehmenswert von Epic Games liegt nach der Investition bei circa 31,5 Milliarden US-Dollar.

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Epic Games und Sony sind die spannendsten Meta-Herausforderer

Von all den Metaverse-Verlautbarungen abseits von Meta hat das gemeinsame Unterfangen von Epic Games und Sony die meiste Substanz.

  • Fortnite als Metaverse-Rampe ist Metas Horizon Worlds in jeder Hinsicht um Jahre voraus.
  • Sony ist als Spiele-, Entertainment- und B2B-Marke etabliert und beliebt, hat Zugriff auf viele große Namen aus dem Gaming und der Filmwelt.
  • Epic Games bringt gigantisches Know-how und Werkzeuge rund um virtuelle Welten mit.
  • Mit Playstation VR 2 plant Sony bei VR einen neuen, ambitionierten Anlauf
  • und hat in Sachen Hardware-Entwicklung ohnehin viele Jahrzehnte Vorsprung vor Meta.
  • Sony ist außerdem mit dem Second-Life-Verschnitt „Playstation Home“ schon mal auf die Nase gefallen. Aus diesem Fehler lernt Sony – hoffentlich.

Beide Unternehmen haben obendrein nicht mit Metas schwerem Facebook-Erbe zu kämpfen – die Marken sind weitgehend positiv besetzt und gerade bei jüngeren Zielgruppen beliebt.

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Meta hat dafür (noch) mehr Geld für Investitionen in Forschung und Entwicklung und viele talentierte Teams am Start, die laufend neue Standards bei XR-Hard- und Software setzen. Quest 2 ist eine technisch beeindruckende und vielseitige VR-Brille, die durch Software-Updates laufend besser wird. Cambria steht schon in den Startlöchern und wird womöglich AR-Anwendungen alltagstauglich machen.

Microsoft mit Activision Blizzard könnte noch auf Augenhöhe agieren, aber Microsoft hat keine VR-Ambitionen mehr und scheint das Hololens-Projekt gerade zurückzustellen. XR-Brillen werden über kurz oder lang aber eine größere Rolle im Metaverse-Kontext spielen. Ohne 3D-Interaktion ist es kein richtiges Metaverse.

Epics Metaverse-Stratege Tim Sweeney: Wann enthüllt er seinen Masterplan?

Epic-Boss Tim Sweeney plant seine Metaverse-Strategie bereits seit vielen Jahren. Schon 2016 warnte er davor, dass Facebook eines Tages das Metaverse als „Walled Garden“ beherrschen könne.

Er kritisierte Metas Konzernstrategie in den Jahren darauf wiederholt, während er das Zukunftspotenzial des Metaverse immer wieder betonte: „Das Metaverse ist ein Begriff wie das Internet. Kein Unternehmen kann es besitzen.“

In den nächsten Jahren gehe es um schnelles Wachstum mit dem Ziel, zuerst eine Milliarde Nutzer:innen zu erreichen, so Sweeney zuletzt. Wer dieses Ziel zuerst erreiche, setze die Standards.

Sweeneys Firma unternimmt im Metaverse-Wettrennen selbst zahlreiche strategische Schachzüge: Epic Games stellte etwa früh auf den Programmierstandard OpenXR für VR und AR um, kauft und fördert relevante Metaverse-Technologie etwa für Photogrammetrie, bietet den Digitalmensch-Baukasten MetaHuman Creator an und plant einen eigenen Store für XR-Software.

Quellen: Epic Games