Epic Games Store für XR könnte Oculus und SteamVR trotzen

Epic Games Store für XR könnte Oculus und SteamVR trotzen

Bisher spielen VR und AR noch keine große Rolle in Epics Game Store. Das könnte sich in Zukunft ändern.

SteamVR, Oculus und Viveport könnten einen weiteren Konkurrenten bekommen: Nach MIXED-Informationen beschäftigt sich Epic mit einem Games Store speziell für VR- und AR-Inhalte. Diese Information haben wir von einer unternehmensnahen Quelle, offiziell bestätigt ist sie nicht.

Der Epic Games Store für XR soll nach unseren Informationen plattform- und geräteunabhängig geplant und auf Basis von OpenXR und der Unreal Engine konzipiert sein. Epic wechselt ab der Unreal Engine 5 vollständig auf den neuen Schnittstellenstandard OpenXR.

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Der als Baustein für die langfristige Zukunftsvision des Epic Games Store geplante XR-Store soll für Windows PC, ARM und Android erscheinen und ergänzend zum Standard-Store vermarktet werden. Die Integration in ein Betriebssystem oder eine Firmware will Epic ebenfalls anbieten.

Unterstützt werden neben PC-VR-Brillen auch Standalone-, Smartphone- und Mixed-Reality-Geräte sowie Epics Online Services.

Eine XR-Plattform für alle und alles

Epic will, dass möglichst viele Parteien vom neuen XR-Store profitieren: Hardware-Hersteller, die ohnehin nicht gegen Facebooks XR-Ökosystem antreten können, Entwickler und Content-Anbieter, die über einen zentralen Store mit einer App-Version möglichst viele Käufer erreichen wollen, sowie Kunden, die einmal gekaufte XR-Apps auf vielen Endgeräten abspielen möchten, ohne an einen einzelnen Hersteller gebunden zu sein oder mehrfach bezahlen zu müssen. Der XR-Store soll Cross-Buy unterstützen – Entwickler entscheiden, ob sie es für ihre App anbieten.

Die Strategie erinnert an jene von HTC bei Viveport: Epic will sich neben Oculus und SteamVR als übergreifende Plattform für XR-Inhalte positionieren mit möglichst breiter App-Auswahl und -Kompatibilität sowie guten Konditionen für alle Stakeholder.

Epics XR Store: Eine Wette auf die Computer-Zukunft

Facebooks Exklusivtitel bleiben exklusiv im Oculus Store, daran kann Epic nichts ändern. Betrachtet man allerdings Epics Strategie beim aktuellen Games Store, könnte sich der Software-Konzern auch beim neuen XR-Store dazu entschließen, für exklusive Inhalte Geld in die Hand zu nehmen. Das dürfte den Wettbewerb insgesamt fördern.

Epic soll für den XR Store neben der reinen Verkaufsfläche auch einen Social-Bereich einplanen, der direkt in den Store integriert ist. Angedacht sind unter anderem ein Avatar-System, Lobbies, in denen sich Avatare treffen und chatten können, und interaktive Umgebungen.

Viveport, SteamVR und Oculus bieten ähnliche virtuelle Zuhause. Epics Variante soll per Unreal Engine durch die Community erweiter- und veränderbar sein.

Fortnite als Probelauf fürs Metaverse

Epics Interesse an XR ist dokumentiert: Epic-Chef Tim Sweeney äußerte sich in den letzten Jahren wiederholt positiv über die Zukunftsaussichten von VR und AR, kritisierte im Gegenzug aber mehrfach Facebooks VR-Strategie und speziell die Store-Politik bei Oculus.

Ende 2016 sagte der Epic-Chef bis zu vier Milliarden verkaufte VR- und AR-Brillen bis 2030 vorher. VR sieht Sweeney dabei als Hardcore-Gamer-Technologie, AR-Brillen als Smartphone-Ersatz für den Massenmarkt.

Epic investierte mehrfach in Technologie für detailgetreu digitalisierte Menschen, die kommende Unreal Engine 5 unterstützt VR umfangreich und ist laut Sweeney auf einem „sehr interessanten Weg Richtung Fotorealismus“. Mit Robo Recall entwickelte Epic schon ein eigenes VR-Spiel mit durchschlagendem Erfolg – ironischerweise als Exklusivtitel für die Oculus-Plattform.

Mit Fortnite hat Epic außerdem die derzeit wichtigste 3D-Plattform für digitale Begegnungen am Start. Fortnite schnuppert schon am Metaverse, beispielsweise bei den gigantischen Live-Konzerten mit Millionen Zuschauern. Ähnlich beeeindruckend ist Epics detailgetreu digitalisierte VR-Version der Sixtinischen Kapelle samt Michelangelos berühmtem Deckengemälde.

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