Hololens 3 auf Eis? Hochrangiger Microsoft-Ingenieur geht zu Meta

Hololens 3 auf Eis? Hochrangiger Microsoft-Ingenieur geht zu Meta

Mit Rune Jensen wechselt ein weiterer langjähriger und hochrangiger Hololens-Ingenieur von Microsoft zum XR-Wettbewerb. Das zahlt auf Gerüchte ein, dass Microsoft das Hololens-3-Projekt auf Eis gelegt haben könnte.

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Seit Anfang Februar gibt es Gerüchte, dass Microsoft das Hololens-Projekt einstellt oder zumindest kräftig durchwirbelt. Pläne für Hololens 3 sollen auf Eis liegen, eine mit Samsung angestrebte Kooperation soll intern beim Microsoft-Team auf wenig Gegenliebe stoßen.

Auch die militärische Hololens bereitet Microsoft technische Probleme. Das Hauptproblem ist die unzureichende Display-Technologie der AR-Brille, weshalb Samsung auch auf einen neuen Formfaktor eher im Stil einer VR-Brille drängen soll.

Hololens Hardware-Designer wechselt zu Meta

Die Folge: Microsoft-Chef Satya Nadella will sich auf Mixed-Reality-Infrastruktur-Software wie Mesh fokussieren und die komplizierte, forschungsintensive AR-Hardware von anderen Unternehmen bauen lassen. Diese Neuausrichtung wäre für das Hololens Hardware-Team denkbar unattraktiv

18 Jahre arbeitete Rune Jensen für Microsoft, zuletzt trug er den Titel „Director AR Hardware Engineering“. Unter seiner Führung wuchs ab Juli 2015 das Hololens Hardware-Team auf 190 Personen.

Jensen war laut Lebenslauf mitverantwortlich für den Marktstart von Hololens 1 und 2 samt Zubehör sowie für das militärische Hololens-Projekt. Er begleitete mit seinem Team den gesamten Entwicklungsprozess – vom ersten Konzept-Design bis zur Herstellung des fertigen Geräts. Vor 2015 war Jensen unter anderem an der Architektur der Xbox-Konsolen und an Zune beteiligt.

Microsofts XR-Fachkräfte heuern bei Meta und Google an

Jetzt gibt Jensen via Linkedin seinen Abschied bei Microsoft bekannt. Er wird eine neue Rolle bei Meta übernehmen, das in den eigenen Reality Labs an zahlreichen Prototypen für fortschrittliche AR- und VR-Hardware forscht. Jensen soll circa 40 weiteren ehemaligen Microsoft XR-Fachkräften folgen, die zuvor zu Meta wechselten. Meta soll teils doppelt so hohe Gehälter bieten.

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„Ich fühle mich von Metas Vision für das Metaverse, der Teamkultur und der Leidenschaft, großartige Produkte zu entwickeln, inspiriert und fühle mich sehr verbunden“, schreibt Jensen. Seinem ehemaligen Arbeitgeber und seinen Ex-Team-Kolleg:innen dankt er in aller Form.

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In den Kommentaren seines Posts gratuliert Bernard Kress Jensen zu seiner neuen Rolle. Kress war seit 2015 leitender Optik-Architekt für Hololens und Microsoft-Kollege von Jensen. Kress wechselte im November 2021 zu Google, um an einer neuen AR-Hardware zu arbeiten.

Hololens-Entwicklung: Laut Microsoft ist alles in Ordnung

Microsoft dementierte die Anfang Februar aufkommenden Berichte über das Ende des Hololens-Projekts. Die AR-Brille sei weiter ein wichtiger Bestandteil der eigenen Mixed-Reality- und Metaverse-Strategie. „Wir bleiben Hololens und der zukünftigen Entwicklung von HoloLens verpflichtet“, sagte ein Microsoft-Sprecher.

Hololens-Erfinder Alex Kipman twitterte, man solle nicht alles glauben, was im Internet stehe. Er äußerte sich nicht explizit zu den Berichten oder zum Status von Hololens 3. Intern soll Kipman nach den Leaks Kritik am Team geübt und Druck aus anderen Abteilungen bekommen haben, Informationen stärker unter Verschluss zu halten.

Für die XR-Branche wäre ein möglicher Hardware-Rückzug Microsofts keine gute Nachricht, da der Konzern mit Hololens lange als Vorreiter einer neuen AR-Computerzukunft galt. Viele Unternehmen setzten mit Hololens prototypische Vorzeigeprojekte um.

Auch Wettbewerber wie Meta, Apple oder Google dürften es ungern sehen, dass Microsoft den möglichen Wachstumsmarkt – zumindest die dafür nötige Hardware – nicht mehr mitgestaltet. Meta und Apple wollen voraussichtlich noch in diesem Jahr neue XR-Hardware auf den Markt bringen.

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Quellen: Linkedin