Pokémon Go und dann lange nichts: Der Smartphone-AR-Hit spült im vierten Jahr in Folge hunderte Millionen in Niantics Kassen.

Laut einer Hochrechnung der Marktforscher von Sensor Tower wird Pokémon Go voraussichtlich die Einnahmen aus dem Marktstartjahr toppen:

Nach dem dritten Quartal 2019 soll das Spaziergangspiel bei einem Umsatz von 774 Millionen US-Dollar liegen, auf dem besten Weg, die 832 Millionen US-Dollar Umsatz aus 2016 zu übertreffen. Durchschnittlich gibt ein Pokémon-Go-Spieler 5,60 US-Dollar aus, insgesamt wurde die App rund 541 Millionen Mal heruntergeladen.

Das meiste Geld investieren mit 1,1 Milliarden US-Dollar (36,2 %) Spieler aus den USA. Auf dem zweiten Platz folgt Japan mit 884,5 Millionen US-Dollar oder rund 30 Prozent. Sechs Prozent der Einnahmen, das sind 181,6 Millionen US-Dollar, kommen aus Deutschland. Die Einnahmen bei Android übertreffen leicht die bei iOS (55 % vs. 45 %).

Allerdings erschien Pokémon Go im Sommer 2016 und nur in ausgewählten Ländern, während der Umsatz 2019 über das komplette Jahr in mehr Ländern gerechnet wird. Insgesamt dürfte das Umsatzpotenzial also nachgelassen haben.

Pokémon Go macht Niantic groß

Das ändert nichts daran, dass das AR-Spiel weiter beeindruckende Einnahmen erzielt: Über drei Milliarden US-Dollar Umsatz in rund vier Jahren hieven das Entwicklerstudio Niantic in die Liga der Augmented-Reality-Schwergewichte. Der Unternehmenswert wurde schon Anfang des Jahres auf mehr als vier Milliarden US-Dollar geschätzt.

Ziel von Niantic ist es, über die eigenen Games die Infrastruktur für die Augmented-Reality-Apps der Zukunft zu entwickeln. Die AR-Spiele helfen Niantic dabei, reale Umgebungen digital zu kartografieren.

Erst mit dieser Digitalkarte entfaltet die Augmented Reality ihr volles Potenzial, glauben viele Branchenvertreter. Dafür sammelt Niantic jede Menge Daten der Spieler. Niantic-Gründer John Hanke ist davon überzeugt, dass eine AR-Brille in Zukunft das Smartphone ablösen wird.

Pokémon Go ein One-Hit-Wunder?

Allerdings zeichnet sich derzeit nicht ab, dass der große Erfolg von Pokémon Go erfolgreich ein neues Augmented-Reality-Genre etablieren konnte – was sich Niantic-Chef John Hanke eigentlich wünscht.

Freilich gibt es zahlreiche Nachahmer-Apps:  GhostbustersMen in BlackJurassic WorldHarry Potterneuerdings Minecraft. Sogar Niantic kopiert sich selbst im Harry-Potter-Universum. Aber keiner der Titel reicht bislang auch nur annähernd an den Hype um Pokémon Go im Sommer 2016 ran.

Einzig in Japan schickt sich “Dragon Quest Walk” an, zumindest beim Umsatz auf Pokémon Go aufzuschließen. Zwar hat der Titel weniger Spieler – die geben dafür im Durchschnitt deutlich mehr Geld aus.

Quelle; Sensor Tower; Titelbild: Niantic

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