Meta Quest 2: PC-VR ist wieder im Kommen

Meta Quest 2: PC-VR ist wieder im Kommen

Meta Quest 2 als PC-VR-Brille nutzen? Das funktioniert so gut wie nie zuvor. Und wird in Zukunft noch besser.

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Ich erinnere mich noch, als Meta Oculus Link ankündigte und die ersten Testeindrücke eintrudelten. Das war im September 2019 auf der Oculus Connect 6, also vor knapp drei Jahren.

Meine Skepsis war groß, was an Metas unorthodoxem Streaming-Verfahren lag: Bei Oculus Link wird das Bildsignal zuerst vom PC komprimiert und anschließend als Videofeed in die Meta Quest gestreamt. Das musste mit einer hohen Latenz und einer Verschlechterung der Bildqualität einhergehen, fürchtete ich.

Weitere Nachteile waren die relativ gering Auflösung (1.440 mal 1.600 Bildpunkte pro Auge, PenTile-Display) und Bildwiederholrate (72 Hertz) der Meta Quest.

Als ich Oculus Link später mit einer Oculus Rift S ausprobierte, wurden meine Vorurteile bestätigt: PC-VR mit Meta Quest war für mich spürbar schlechter als mit einer nativen PC-VR-Brille.

PC-VR mit Quest 2: Eine ausgereifte Lösung

Drei Jahre später ist das PC-VR-Erlebnis bedeutend besser. Mit Meta Quest 2 kann man heute die volle Auflösung (1.920 mal 1.832 Bildpunkte pro Auge) und Bildwiederholrate (120 Hertz) der VR-Brille abrufen und das alles drahtlos – Air Link sei Dank.

Während PC-VR-Brillen wie die HTC Vive Pro und Valve Index kostspieliges Zubehör für drahtlose Virtual Reality voraussetzen, müssen Quest-Nutzer:innen keine zusätzliche Hardware am Körper tragen und erhalten das Feature obendrein kostenlos.

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Die Bildqualität und Latenz sind nicht auf dem Niveau einer nativen PC-VR-Kabelverbindung, aber der Unterschied ist verschmerzbar angesichts der Vorteile, die Air Link bietet: volle Bewegungsfreiheit bei geringem Einrichtungs- und Nutzungsaufwand.

Dass sich das Problem drahtloser VR allein mit Software und einem herkömmlichen WLAN-Router lösen lässt, hat vor fünf Jahren kaum jemand erwartet.

Air-Link-Dongle könnte PC-VR neuen Schub verleihen

Air Link verließ mit dem jüngsten Quest-Update die experimentelle Phase und ist jetzt ein reguläres Feature des VR-Headsets. Ich nutze Air Link in letzter Zeit immer häufiger und oft selbst mit Spielen, die es in einer nativen Quest-Version gibt.

Das wesentlich schärfere Bild und die meist etwas schönere Grafik sind es mir wert, Air Link anzuwerfen, zumal das Feature wesentlich besser läuft und weniger fehleranfällig ist als bei dessen Einführung im April 2021. Das zeigt, dass Meta bemüht ist, die PC-VR-Erfahrung kontinuierlich zu verbessern.

Die Achillesferse von Air Link ist die erstmalige Einrichtung. Sie kann PC- und Netzwerklaien Stolpersteine in den Weg legen und überfordern.

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Eine Lösung scheint in Sicht: Meta arbeitet Gerüchten zufolge an einem Air-Link-Dongle, der die Einrichtung von PC-VR-Streaming (Anleitung) idiotensicher machen könnte. Kommt dieses Zubehör tatsächlich auf den Markt, wird man in Zukunft nur noch einen freien USB-Steckplatz am Computer benötigen. Damit wird Air Link noch mehr Menschen ins PC-VR-Ökosystem holen.

Das Link-Interface braucht ein Facelift

Eine weitere, noch offene Baustelle ist die betagte Rift-Nutzeroberfläche, die Quest-Nutzer:innen sehen, wenn sie Oculus Link oder Air Link starten. Ein Quest-natives Link-Interface würde die Nutzung der VR-Brille am PC gerade für Neulinge bedeutend erleichtern.

Im September 2020 kündigte Meta eine entsprechende Integration an. Im Oculus Blog war von einer „einheitlichen Systemerfahrung“ die Rede, die es Nutzer:innen ermöglicht, alle Quest- und Rift-Apps nebeneinander zu sehen und auf native Quest-Features zuzugreifen. Die neue PC-VR-Nutzeroberfläche hätte 2021 erscheinen sollen. Leider hörte man seit Langem nichts mehr in diese Richtung.

Auch bei der Streaming-Technologie gibt es Verbesserungspotenzial, das Meta Berichten zufolge schon bald ausschöpfen könnte.

Metas kommendes Premium-Headset Cambria (alle Infos) könnte laut Code-Funden ein Feature namens DSC (Display Stream Compression) unterstützen, das eine praktisch verlust- und latenzfreie Komprimierung von Videodaten bei Kabelnutzung garantiert.

Air Link könnte ebenfalls ein Upgrade erfahren: Cambria wird mit großer Wahrscheinlichkeit Wi-Fi 6E unterstützen für höheren Datendurchsatz und geringere Latenzen bei drahtlosem PC-VR-Streaming. Beide Features könnten später in die Meta Quest 3 Eingang finden.

Weshalb PC-VR relevant bleibt für Meta

Weshalb Meta weiter in PC-VR investiert, scheint mir klar: Langfristig gesehen dürften mobile VR und PC-VR dank Cloud-Streaming zusammenwachsen. Mit Avalanche hat Meta einen entsprechenden Dienst in Entwicklung. In den USA laufen derzeit erste Tests mit 5G.

Zudem werden Highend-VR-Erlebnisse, wie sie PC-VR ermöglicht, in Zukunft wieder gefragter sein. Der Grund ist die Playstation VR 2. Meta tut gut daran, die eigene PC-VR-Plattform für solche Entwicklungen offenzuhalten – und wegen einer möglichen neuen VR-Initiative seitens Valve.

Ohnehin dürfte der PC als VR-Zuspieler wieder mehr an Bedeutung gewinnen, und zwar im Kontext von Arbeit und Produktivität. Die Arbeitsbrille Cambria wird für viele Produktivanwendungen eines externen Rechners bedürfen. Es ergibt demnach Sinn für Meta, das Premium-Gerät für die PC-VR-Nutzung zu optimieren. Die nächste Quest-Iteration dürfte davon ebenso profitieren.