In einem aktuellen Interview spricht Facebooks XR-Forschungschef Michael Abrash über die Investitionen des Unternehmens in VR-Technologie und ordnet sie im XR-Gesamtkontext ein.

Facebook investiert massiv in die neuen Computerplattformen, in der Hoffnung, sie in Zukunft zu beherrschen: Das Unternehmen forscht an allen XR-Fronten, baut einen großen Oculus-Campus und entwickelt ein eigenes Betriebssystem für die Interfaces der Zukunft.

“Aufseiten der VR gibt es kein Unternehmen, das auch nur ansatzweise so viel investiert hat wie wir”, sagt Abrash gegenüber The Information. Das als Antwort auf die Frage, was Facebooks Arbeit an XR-Technologien einzigartig mache. “Wenn die nächste Generation Virtual Reality erscheint, dann nur, weil wir sie herbeiführten. Ich sehe keine andere Möglichkeit, wie es passiert.”

Abrash strotzt vor Selbstbewusstein, obwohl er den nächsten VR-Quantensprung erst vor kurzem auf unabsehbare Zeit vertagte. “Bahnbrechende Technologie in ein Produkt zu verwandeln, ist sehr schwer”, gab Facebooks XR-Forscher auf der Oculus Connect 6 zu bedenken.

Seine Aussage ist dennoch nicht verwegen: Die autarke VR-Brille Oculus Quest ist das erste Produkt, in dem sich das volle Gewicht jahrelanger XR-Forschung niederschlägt und als solches einzigartig auf dem Markt. Je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger könnte es für andere Unternehmen werden, den technologischen Abstand zu Facebook aufzuholen. Jedenfalls in Sachen VR.

VR soll so wichtig werden wie AR

Derzeit forschen große Techkonzerne, darunter Apple, eher in Richtung Augmented Reality statt Virtual Reality. Doch Abrash glaubt, dass VR einst so wichtig sein wird wie AR: “AR kann das Smartphone, aber VR den Personal Computer ersetzen.”

Der große Traum des XR-Forschungschefs ist eine frei anpassbare virtuelle Arbeitsumgebung. “Ich glaube stark an Virtual Reality als kollaborative Arbeitsumgebung. Sie wird am Ende ein besserer Arbeitsplatz als die Realität.”

Mit seiner Überzeugung, dass Virtual Reality in Zukunft mehr Bedeutung zukommt, steht Abrash nicht allein. Mark Zuckerberg machte im vergangenen Oktober eine ähnliche Analogie, als er die AR der Zukunft mit Smartphones und die VR der Zukunft mit dem Fernsehen gleichsetzte.

Bis es so weit ist, dürfte jedoch viel Zeit vergehen. Wann aus Facebooks Half-Dome-Prototypen ein marktreifes Produkt wird, ist nicht bekannt. Und der iPhone-Moment der Augmented Reality könnte einer Einschätzung Abrashs zufolge bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen.

Titelbild: Facebook, Quelle: The Information

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