Disney+ soll Plattform für das Metaverse werden

Disney+ soll Plattform für das Metaverse werden

Niemand weiß, was es genau ist, aber keiner will es verpassen: das Metaverse. Offenbar hat Meta-Chef Mark Zuckerberg ein paar Rädchen in Gang gesetzt – auch bei Disney.

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Der VR- und AR-Hype aus 2016 wandelt sich 2021 zum Metaverse-Hype: Die von Meta-Chef Mark Zuckerberg angekündigte Transformation seines Unternehmens vom Social- zum Metaverse-Konzern hat jedenfalls wieder etwas Dynamik in den XR-Markt gebracht.

Microsoft äußerte Metaverse-Ambitionen, ebenso wie Nvidia auf Business-Ebene. 3D-Software-Anbieter wie Unreal oder Unity und viele weitere Infrastruktur-Unternehmen sind sowieso dabei. Das ist einfach, denn die schwammige Definition des Begriffs Metaverse inkludiert ohnehin fast all Versuche, reale und digitale Welt näher zusammenzuführen. So ist es auch bei Disney.

Disneys aktuelle digitale Präsenz ist „nur ein Prolog“ für die Metaverse-Zukunft

In einer Frage-Antwort-Runde anlässlich Disneys aktueller Quartalszahlen äußerte sich Disney-Chef Bob Chapek eigeninitiativ zum Metaverse-Thema: Disney gelte als digitaler Pionier und sei führend bei Computer-Animation. Als historische Beispiele nennt er „Steamboat Willi“, den ersten vertonten, öffentlich aufgeführten Animationsfilm, oder Disneys erste digitale Downloads für den iPod 2005.

Disney habe in der realen Welt durch die eigenen Themenparks sowie in der digitalen Medienwelt eine „signifikante Präsenz“. Die aktuellen Versuche, beide Welten zu verknüpfen, seien aber „nur ein Prolog“ für die Zeit, in der Disney physikalische und digitale Welt näher zusammenführen könne für „grenzenloses Storytelling in Disneys eigenem Metaverse“.

Falls ihr mal vergesst, wie man an einem Hebel zieht: Der Hilfsroboter ZOE erinnert euch daran. Bild: Disney

Disney hat bereits zahlreiche VR- und AR-Anwendungen am Start, die bekannteste ist wohl die Star Wars-Erfahrung Vader Immortal für Oculus Quest. | Bild: Disney | Bild: Disney

Disney experimentiert unter anderem mit der AR-Linse von Mojo Vision, 2022 soll eine neue Themenpark-Attraktion mit Smartphone-AR starten. Für VR gibt es zahlreiche Star Wars-Erfahrungen und auch VR-Filme brachte Disney schon auf den Markt. Sogar bei der Produktion von Star Wars-Filmen und -Serien wie „The Mandalorian“ kommt VR-Technologie zum Einsatz. Der Konzern hat also reichlich Erfahrung mit XR.

Disneys Metaverse als 3D-Erweiterung von Disney+

„Meine Vision ist, dass Disney+ die Plattform für das Metaverse wird“, sagt Chapek im Interview mit CNBC. Das Metaverse verstehe er als eine Art 3D-Leinwand, in der Geschichten verschiedene Formate wie Bücher, Filme und Themenpark-Attraktionen zusammenführen könnten. Disneys Geschichtenerzähler:innen könnten diese Entertainment-Zukunft kaum erwarten.

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VR-Brillen oder andere Gesichtscomputer könnten dabei zum Einsatz kommen, müssten es aber nicht, so Chapek. „Es ist nicht unser Plan, dass jede dieser Erfahrungen ein Headset braucht.“ Chapeks Vorgänger Bob Iger ist ein Kritiker von VR-Brillen, er investierte bevorzugt in AR-Projekte, unter anderem mit Magic Leap.

Wer sich jetzt denkt: Chapek hätte ebenso gut nichts zum Metaverse sagen können, da seine Beschreibungen so vage sind, dass Disneys Metaverse alles und nichts werden könnte, der … hat völlig recht. Auch in dieser Nicht-Information verbirgt sich allerdings ein Erkenntnisgewinn.

Mal sehen, ob wir in einigen Monaten noch vom Metaverse sprechen – und ob und wann Google und Apple auf den Hype-Zug aufspringen. Apple reagierte bislang nicht auf Facebooks Vorstoß, Google-Chef Sundar Pichai vermied das M-Wort und sprach im Metaverse-Kontext lieber von Ambient Computing.

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Quelle: CNBC, Disney