Meta: Whistleblowerin Frances Haugen warnt vor dem Metaverse

Meta: Whistleblowerin Frances Haugen warnt vor dem Metaverse

Die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen hält ihre Enthüllungen für den möglichen Grund, dass Meta (vormals Facebook) beim Metaverse nach vorne prescht. Sie warnt das Europäische Parlament vor einer Metaverse-Dystopie.

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Binnen Tagen wurde die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen weltweit bekannt: Sie enthüllte interne Dokumente und Präsentationen ihres ehemaligen Arbeitgebers, die beschreiben, dass Facebook Wachstum und Profit über das Wohl der eigenen Nutzer:innen und der Gesellschaft stellt. Internen Bedenken soll die Führungsspitze missachtet haben.

Meta wehrt sich gegen Haugens Veröffentlichungen und daraus resultierenden Anschuldigungen. Die geleakten Dokumente würden nur einen Teil des Gesamtbildes darstellen.

Frances Haugen warnt das Europäische Parlament vor Metas Metaverse-Dystopie

Das „noch immersivere und körperliche Internet“ (Zuckerberg) – aka Metaverse – das von Meta angeführt werden könnte, bewertet Haugen kritisch: Sie warnt, dass Meta Nutzer:innen möglichst lange auf der Plattform halten will, dass noch mehr persönliche Informationen erhoben werden und Meta eine Monopolstellung anstreben könnte. Eine geleakte Präsentation eines aktuellen Meta-Managers aus 2018 bestätigt Haugens Verdacht, ist aber laut Meta veraltet.

Gerade bei VR verfolgt Meta laut Haugen einen aggressiven Verdrängungskurs, biete VR-Brillen zum Selbstkostenpreis an, um möglichst schnell möglichst viele Nutzer:innen zu gewinnen. Laut Haugen könnten „die immersiven Umgebungen extrem süchtig machen und die Menschen dazu ermutigen, sich von der Realität, in der wir tatsächlich leben, zu lösen.“

Mit den Geräten bringe Meta außerdem noch mehr Sensoren und Mikrofone in Häuser und Büros, die Daten sammelten, von denen nicht genau bekannt sei, wie sie verwendet würden.

Nutzer:innen seien dazu gezwungen, noch mehr von ihren Daten und ihrer Privatsphäre preiszugeben, gerade dann, wenn sie das Metaversum beruflich nutzen müssten. In letzterem Fall hätten Nutzer:innen womöglich keine Wahl.

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Haugen fordert Metaverse Transparenzplan

Meta müsse einen „Transparenzplan für das Metaversum“ vorlegen, bevor es mit dessen Aufbau beginne, fordert Haugen. „Sie machen immer wieder unbeabsichtigte Fehler, sie machen immer Dinge, die ihren eigenen Profiten Vorrang vor unserer Sicherheit geben“, sagt Haugen.

Der Namenswechsel (Facebook zu Meta) und der damit verbundene Metaverse-Push ist laut Haugen ein Ablenkungsmanöver von ihren Leaks und der Kritik, die auf den Konzern aktuell einprasselt. „Wenn dir das Thema nicht gefällt, versuchst du, das Thema zu ändern“, sagt Haugen.

Meta widerspricht dieser Darstellung: Intern laufe die Arbeit an der Umfirmierung schon seit langer Zeit. Man sei sich der eigenen Verantwortung beim Aufbau des Metaversums bewusst.

Haugen fordert einen Rücktritt von Zuckerberg, sofern sich Meta nicht eindeutig für die Rechte und die Sicherheit der eigenen Nutzer:innen einsetze. „Sie stellen 10.000 Ingenieure ein, um an Videospielen zu arbeiten, obwohl sie bei ihrem Hauptprodukt nicht einmal die Sicherheit richtig hinbekommen haben“, sagt Haugen. „Ich denke, das ist ein Versagen der Führung. Wenn er nicht die Sicherheit der Plattform in den Vordergrund stellen will, sollte er zur Seite treten und das jemand anderem überlassen.“

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Quelle: AP