Nach viel Rumdruckserei schaffte Sony diese Woche endlich Gewissheit: Der Konzern macht weiter mit Virtual Reality. Was bedeutet das für die VR-Branche?

Kommt sie oder kommt sie nicht, die Playstation VR 2? Diese Frage trieb 2020 so manchen VR-Enthusiasten um. Die alte Playstation VR erwies sich im Laufe des Jahres als Auslaufmodell, das von der Playstation 5 kaum profitiert. Aussagen des Playstation-Chefs Jim Ryan, der eine neue VR-Brille auf ein unbestimmtes Datum vertagte, klangen zudem wie eine Abkündigung der VR-Plattform.

Und nun kam es doch, das klare Bekenntnis zu Virtual Reality: Eine zweite Sony-Brille ist in Entwicklung, aber kommt frühestens 2022 auf den Markt. Über den Zeitpunkt und die beiläufige Art der Ankündigung ließe sich viel spekulieren, doch das spielt erst mal keine Rolle. Wichtig ist, dass die neue VR-Brille bestätigt ist.

Die VR-Wette ist attraktiver denn je

Damit sendet Sony ein wichtiges Signal an die Industrie und Entwickler. Mit letzteren steht und fällt der VR-Markt. Ohne Entwickler gibt es keine Inhalte und ohne Inhalte keine Spieler.

Ende 2020 sah es aus, als stünde Entwicklern bald nur noch ein Marktplatz zur Verfügung: der stark wachsende Quest Store. Zwar gibt es nach wie vor SteamVR und Viveport, der PC-VR-Markt wächst jedoch nur langsam. Die Zukunft, so schien es, liegt fest in Facebooks Hand.

Sony verkaufte seit 2016 fünf Millionen VR-Brillen (Stand: Januar 2020). Das ist mehr als jeder andere Hersteller. Hätte Sony sein VR-Ökosystem aufgegeben, wäre Entwicklern ein signifikanter Markt weggebrochen.

Mit der Ankündigung einer Nachfolger-Brille sind die Erfolgsaussichten für VR-Entwickler nun besser denn je: Oculus Quest 2 verkauft sich schneller als jede andere VR-Brille und dank einem gereiften Markt, besserer Technologie und einem reich befüllten App Store könnte Sonys VR-Ökosystem ab 2022 oder 2023 stärker durchstarten als 2016.

Sony dürfte Facebooks Marktmacht brechen

Dass Sony weiter macht mit VR, wird Facebooks VR-Marktdominanz zumindest teilweise brechen, wovon Entwickler und Konsumenten gleichermaßen profitieren. Entwickler müssen nicht mehr nach Facebooks Pfeife tanzen und Konsumenten haben mehr Auswahl in Sachen Spiele und Hersteller. Wer kein Facebook-Konto eröffnen will, wird ebenfalls an der VR-Zukunft teilhaben können.

Dank Sonys VR-Bekenntnis dürften zudem weiterhin technisch aufwendige VR-Titel erscheinen, da Entwickler mit Playstation 5 erneut für eine sehr leistungsfähige VR-Plattform mit Zukunft programmieren können. Davon dürfte wiederum der PC-VR-Markt profitieren. Gäbe es nur Oculus Quest 2 (Infos), sähe dies anders aus. Zuletzt verlagerte sich die Entwicklung deutlich in Richtung der autarken VR-Brille, die technisch nicht mit PC-VR und der kommenden PS5-Brille mithalten kann.

Facebook freut sich über die wiedererstarkte Konkurrenz: Virtual Reality im Alleingang in den Mainstream zu hieven, das ist selbst für einen derart großen und reichen Konzern eine Herkulesaufgabe. Mit Sony kann sich die Industrie in den nächsten Jahren auf einen wichtigen Treiber verlassen.

Das dürfte jetzt schon die beste und wichtigste Nachricht des Jahres sein und Signalwirkung außerhalb des Kreises etablierter VR-Hersteller und -Plattformbetreiber haben. Dadurch könnte wieder verstärkt in VR investiert werden und der eine oder andere Hersteller erneut versucht sein, in den Markt einzusteigen.

Alle bisherigen Gerüchte und Informationen zur neuen Sony-Brille stehen in unserem Playstation VR 2 Sammelartikel.

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