Die Datenbrille Focals ist so schlank und elegant gebaut, dass sie sich erst auf den zweiten Blick als Gadget zu erkennen gibt. Der soeben angekündigte Nachfolger soll noch leichter gebaut sein und ein stark verbessertes Display bieten.

Mit der Focals strebt das kanadische Unternehmen North größtmögliche Eleganz an in Kombination mit nützlichen Alltagsanwendungen wie Nachrichten und Navigation. Damit soll die Tragehemmung für Datenbrillen gesenkt werden. Dafür verzichtet North auf fortschrittliche AR-Funktionen wie 3D- oder Hand-Tracking.

Die Focals will keine Magic Leap One oder Hololens sein. Sie ist als Smartwatch für die Nase konzipiert: Aus dem rechten Brillenbügel ragt ein kleiner Projektor, der Mitteilungen, Wettervorhersagen und Navigationshilfen vom Smartphone auf das rechte Brillenglas projiziert.

Für die Focals 2.0 konnte North die in den rechten Brillenbügel verbaute Technologie um weitere 40 Prozent miniaturisieren, schreibt das Unternehmen im firmeneigenen Blog. Dadurch wird der Focals-Nachfolger noch leichter und schlanker. Das Display soll um den Faktor 10 verbessert worden sein und ein breites Spektrum an Korrekturen unterstützen – was auch immer das genau bedeutet.

Rund fünf Jahre Forschung sollen in die zweite Generation der Datenbrille geflossen sein, die 2020 erscheint. Die erste Focals wird seit dem 3. Dezember nicht mehr verkauft, sie soll vorerst weiter Software-Updates erhalten.

Offenbar läuft der Verkaufsstart der Smartphone-Datenbrille "Focals" nicht so wie von North geplant.

Schon die alte Focals-Brille war kaum als Datenbrille zu erkennen. Das neue Modell soll noch dezenter werden. Bild: North

Die Konkurrenz schläft nicht

Die erste Focals kam im Oktober 2018 in den Handel. Um eine Datenbrille zu erwerben, musste man eines von zwei North-Geschäften in New York oder Toronto aufsuchen und sein Gesicht dreidimensional scannen lassen. Seit September dieses Jahres ersetzt eine AR-Anprobe mittels iPhone diesen aufwendigen Prozess. Die Brille kann danach direkt in der App bestellt werden.

Drei Monate nach dem Marktstart senkte North den Preis der Datenbrille von 1.000 auf 600 US-Dollar und entließ 150 Angestellte. Die Datenbrille hatte sich offenbar nicht so gut verkauft wie erhofft – trotz durchaus positiver Focals-Tests.

Focals dürfte früher oder später Konkurrenz seitens Apple und Facebook bekommen: Beide Unternehmen arbeiten an schlanken Smartphone-Brillen.

Facebooks Focals-Pendant wird einem Bericht zufolge unter dem Codenamen Stella und in Zusammenarbeit mit Ray Ban entwickelt. Sie soll in den “nächsten Jahren” erscheinen. Apple wiederum plant laut Bloomberg mit einem Marktstart bis 2023.

Titelbild und Quelle: North

Weiterlesen zum Thema:

steady2

Der MIXED.de XR-Podcast #177

Jetzt reinhören: Facebook OS, Quest-Handtracking und VR-Kino | Alle Folgen



Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.