Bislang musste man eine von zwei Niederlassungen des Startups North aufsuchen und sein Gesicht in 3D scannen lassen, bevor man die Datenbrille Focals kaufen konnte. Nun braucht man nur noch ein neueres iPhone. Eine App erledigt alles.

Wer eine Focals kaufen wollte, musste bislang die Filialen in Brooklyn und Toronto besuchen und seine Gesichtsdaten von North-Fachkräften messen lassen. Das schränkte das Verkaufspotenzial der Datenbrille enorm ein.

Nun hat sich das Startup eine clevere Lösung für dieses Problem ausgedacht: Potenzielle Käufer können ihr Gesicht von zu Hause aus mit der Truedepth-Kamera neuerer iPhones scannen und die Messdaten an North übermitteln.

Die spezielle Tiefenkamera ist in allen Geräten ab dem iPhone X verbaut. Wer keines dieser Geräte besitzt, kann sich dasjenige einer Freundin oder eines Freundes leihen.

Norths Showroom-App ist ab sofort im App Store erhältlich. Ein Video (siehe unten), wie die App funktioniert: Nach dem Scanvorgang, wird die Brille auf die eigene Nase projiziert, sodass man sehen kann, wie sie einem steht. Danach kann man die Werte für Korrekturgläser hochladen und die Brille direkt in der App bestellen – vorausgesetzt man lebt in den USA oder Kanada. Nach Europa liefert North noch nicht.

Eine Smartwatch für die Nase

Die 3D-Ausmessung des Gesichts per Showroom-App beseitigt zwar eine wichtige Verkaufsbarriere. Dennoch dürften potenzielle Kunden die Datenbrille zuerst ausprobieren wollen. Der Preis liegt nämlich bei 600 US-Dollar ohne Korrekturgläser.

Die Focals-Brille verbindet sich drahtlos mit dem Smartphone und zeigt Informationen wie die Uhrzeit und das Wetter sowie Benachrichtigungen im Sichtfeld ein, ohne dass man das Smartphone aus der Tasche ziehen muss.

In den vergangenen Monaten fügte North der Brille per Update stetig neue Funktionen hinzu wie Navigation, Spiele und Spotify-Unterstützung. Bedient wird sie über einen Ring oder den Alexa-Sprachassistenten.

Der Verkauf der Datenbrille startete im Januar 2019, allerdings ohne großen Erfolg: Das Startup leitete kurz nach Marktstart Sparmaßnahmen ein und senkte den Preis von 1.000 auf 600 US-Dollar.

Titelbild: North, Quelle: The Verge, Next Reality News

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