Es gibt neue Gerüchte um Apples VR-Pläne: Demnach wird die erste VR-Brille des Konzerns ein teures Nischenprodukt, das den Weg für eine fortschrittliche AR-Brille bereiten soll.

Bei der VR-Brille mit dem Codenamen N301 soll es sich um einen weit fortgeschrittenen Prototyp handeln, berichtet das Wirtschaftsblatt Bloomberg in Berufung auf unternehmensnahe Quellen.

Das Gerät sei – ähnlich wie Oculus Quest 2 (Infos) – als autarkes Gerät designt und solle Highend-Hardware spendiert bekommen: die Rede ist von den schnellsten Apple-Chips sowie Displays, die eine “sehr viel höhere Auflösung” bieten als bestehende VR-Brillen. Einige der getesteten Chips sollen leistungsfähiger sein als Apples neuer M1-Prozessor. Ein Lüfter sei ebenfalls verbaut.

Die leistungsstarken Chips und der Lüfter hätten zu einem Gerät geführt, das sich in frühen Tests als bedenklich groß und schwer erwiesen habe, heißt es weiter. Apple habe daraufhin den Raum zwischen Linsen und Augen reduziert, was geholfen habe, die VR-Brille zu verkleinern.

Für Nutzer mit eingeschränkter Sehfähigkeit entwickelte Apple ein System, das das Einsetzen von Sehstärke-Linsen erlaubt. Der Konzern erwäge, diese online und in Apple-Stores zu verkaufen.

Ganz am Anfang sei auch eine Streaming-Box erwogen worden, die die Recheneinheit enthält und VR-Inhalte drahtlos in die Brille streamt, um Gewicht und Abwärme zu reduzieren. Apple-Designer Jony Ive hätte jedoch durchgesetzt, dass die VR-Brille als komplett autarkes Gerät designt wird.

Ein Highend-Nischenprodukt

Um das Gewicht weiter zu reduzieren, plane Apple, Stoff für das Äußere des Gehäuses zu verwenden. Die Prototypen der VR-Brille seien etwas so groß wie Oculus Quest und hätten Kameras für AR-Funktionalität verbaut.

Apple teste außerdem Handtracking sowie eine digital in den Raum projizierte Tastatur. Es sei noch unklar, ob es dieses Feature in die erste Version der VR-Brille schaffe oder jemals den experimentellen Status verlassen werde, heißt es weiter.

Apple ringe noch mit der Frage, welche Inhalte und Features das Gerät bieten solle. Derzeit sei eine “3D-Umgebung für Gaming, Videos und Kommunikation” vorgesehen. Apple dürfte darüber hinaus mit 360-Grad-Streaming experimentieren: Im Frühjahr 2020 kaufte Apple das aufs immersive Livestreaming spezialisierte Start-up NextVR.

Die Quellen berichten, dass Apples erstes Headset sehr viel teurer werden würde als die Geräte der Konkurrenz. Die Rede ist von einem Highend-Nischenprodukt. Das macht stutzig: Ein sündhaft teures Tech-Spielzeug mit Anwendungen wie Gaming und Multimedia auf den Markt zu bringen, ergibt keinen Sinn. Plausibler wäre, wenn Apple professionelle Anwender anspräche.

VR als AR-Wegbereiter

Apple habe ohnehin geringe Verkaufserwartungen und rechne mit einem verkauften Gerät pro Apple-Store und Tag, was weniger als 200.000 verkauften VR-Brillen im Jahr entspräche. Der Zweck des Produkts bestehe darin, AR-Brillen den Weg zu bereiten und an und mit Entwicklern und Konsumenten zu testen.

Man könnte also sagen, dass Apple in VR eine Brückentechnologie sieht, was auch Facebooks Erwartungen entspricht. Demnach führt der Weg von reinen VR-Brillen über Geräte mit Durchsicht-AR hin zu schlanken AR-Brillen.

In diesem Kontext überraschend ist, dass der Fokus von Apples Headset neu eher auf VR statt AR zu liegen scheint: die AR-Komponente sei den Blooomberg-Quellen zufolge “eingeschränkter” als die VR-Technik.

Das Wirtschaftsblatt berichtete schon Ende 2019 und Mitte 2020, dass Apple an einem Produkt arbeitet, das VR und AR in einem Gerät vereint. 2017 kaufte Apple das Start-up Vrvana, das genau solche Hardware entwickelte.

Apple Glass ist “weit entfernt”

Erscheinen soll Apples VR-Brille 2022. Beschlossen sei das jedoch nicht: Apples Pläne könnten sich ändern oder ganz verworfen werden, heißt es.

Eine VR-Brille Marke Apple wäre jedenfalls eine Überraschung: Der Konzern behandelte die Technologie bislang nur am Rande und Konzernchef Tim Cook äußerte sich in der Vergangenheit eher negativ über Virtual Reality, während er stets das großartige Potenzial von AR herausstrich.

Bloomberg kommt auch auf das zweite große Brillenprojekt Apples zu sprechen, von dem in früheren Berichten ebenfalls schon die Rede war: eine schlanke AR-Brille mit dem Codenamen N421. Die sei noch einer frühen Entwicklungsphase: Apple arbeite noch an der grundlegenden Technologie. Das Produkt ist Bloombergs Quellen zufolge noch “mehrere Jahre entfernt”. Bislang sei Apple von 2023 ausgegangen.

Zu Apples AR-Brille und dessen möglichen Marktstart gibt es immer wieder neue, teils sich widersprechende Gerüchte.

Quelle: Bloomberg, Titelbild: Facebook

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