Bei Apple sollen derzeit mindestens zwei Techbrillen in Entwicklung sein: Neben einer schlanken Datenbrille für das iPhone könnte eine Oculus-Quest-ähnliche Mixed-Reality-Brille erscheinen.

Ein neuer Bericht von Bloomberg bestätigt frühere Gerüchte, nach denen Apple an einer Mixed-Reality-Brille arbeitet, die neben dem VR-Modus auch eine Kameradurchsicht für Augmented Reality bietet.

Das Gerät mit dem Codenamen “N301”soll kleiner und hochwertiger verarbeitet sein als Oculus Quest (Test). Ein Release sei derzeit für 2022 geplant, der Preis stehe noch nicht fest.

Laut Bloomberg ist für das Mixed-Reality-Gerät ein eigener App Store in Planung, der hauptsächlich Spiele, Meeting-Apps und Video-Streaming bieten soll. Zur letztgenannten Kategorie würde Apples kürzliche Übernahme der XR-Streaming-Spezialisten von NextVR passen.

Gesteuert werden soll die Brille per Spracheingabe via Siri. Apple soll auch ein physisches Eingabegerät vergleichbar mit einer Fernbedienung testen. Im März tauchte ein mögliches Foto des Controllers in einer Entwicklerdokumentation für iOS 14 auf. Mit dem “reality OS” (rOS) soll Apple außerdem ein für XR optimiertes Interface in Entwicklung haben.

Erscheinen soll Apples XR-Brille 2022, im nächsten Jahr könnte sie angekündigt werden. Ein Preis stehe noch nicht fest. Angeblich kooperiert Apple zu dieser oder einer anderen XR-Brille mit Valve.

Früherer Apple-Designer Jony Ive war gegen XR-Streaming

Interessant am Bloomberg-Bericht ist ein neues Detail zur Entstehungsgeschichte von Apples XR-Projekt: Bereits im November 2017 und im April 2018 gab es Gerüchte, dass Apple an einer Mixed-Reality-Brille mit dem Codenamen T288 arbeitet.

Für diese Brille war ein drahtloser Zuspieler vorgesehen, der via WiGig-2.0-Highspeed-WLAN Daten direkt ins Headset streamt. So müsste weniger Hardware in die Brille gebaut werden, ein schlankerer Formfaktor wäre das Ergebnis bei insgesamt mehr Leistungspotenzial.

Doch angeblich soll Apples Design-Legende Jony Ive diesen Streaming-Ansatz unterbunden haben. Er forderte stattdessen eine komplett autarke Lösung ähnlich Oculus Quest.

Nach monatelangen Diskussionen zwischen Ive und Apples XR-Leiter Mike Rockwell soll sich Apple-Chef Tim Cook auf Ives Seite geschlagen und das Streaming-Projekt gestoppt haben.

Der aktuelle Prototyp sei technisch daher nicht mehr so ambitioniert wie die ersten Versionen, aber noch immer “sehr fortschrittlich”. Das Display sei so hochauflösend, dass es kaum mehr möglich sei, zwischen realer und virtueller Welt zu unterscheiden. Der Prototyp soll auch ein integriertes Lautsprechersystem bieten.

Apples ARKit für iPhone und iPad soll bis zum Brillenstart weiterentwickelt werden: Das entstehende XR-Ökosystem wird so zur Absprungmarke ins Techbrillenzeitalter. Rund 1.000 Angestellte in Apples XR-Team arbeiten an den verschiedenen Hard- und Softwareprojekten.

Titelbild: Vrvana, ein 2017 von Apple übernommenes XR-Brillen-Startup

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