Sollten Oculus-Rift-Besitzer auf Oculus Rift S upgraden? Nicht unbedingt, findet Facebooks VR- und AR-Manager Jason Rubin.

Gegenüber Variety bezeichnet Rubin die neue VR-Brille Oculus Rift S (alle Infos) als “halben Schritt nach vorne”. Die neue VR-Brille sei eine Verbesserung, die das Produkt nicht grundlegend verändere.

Daher stehe hinter dem Namen ein “S” statt einer “2”: Ein richtiger Rift-Nachfolger müsse “grundlegend neue Technologie” bieten, so wie Körpertracking, Augenerfassung und eine neue Eingabemethode, so Rubin.

Allerdings würde diese neue Technologie laut Rubin auch ein neues Ökosystem erschaffen. Sie bräuchte eigens angepasste Software, die von Grund auf für die neue Brille entworfen ist. Alte Titel wären womöglich nicht mehr kompatibel oder würden nicht das Optimum aus der neuen Hardware herausholen.

Oculus Rift S hingegen passt trotz des neuen Trackingsystems ins aktuelle Rift-Ökosystem und ersetzt die alte VR-Brille nahtlos. Entwickler müssen ihre Software nicht anpassen. Zukünftige Software ist mit beiden Brillen kompatibel. Daher existiert laut Rubin für Besitzer der aktuellen Rift-Brille “keine Notwendigkeit für ein Upgrade”.

Rift vs. Rift S: Was ist besser, was schlechter?

Wer noch keine Rift-Brille besitzt, dürfte mit Rift S insgesamt besser bedient sein, auch wenn das neue Modell nicht in allen Bereichen überlegen ist: Der größte Kritikpunkt lautet, dass sich der Augenabstand nicht mehr manuell justieren lässt und fix auf 63,5 mm eingestellt ist.

Umso weiter man vom durchschnittlichen Augenabstand entfernt ist, desto störender kann das auffallen, beispielsweise durch eine verzerrte 3D-Perspektive oder stärkere Ermüdungserscheinungen. Wie stark sich dieser Effekt in der Praxis auswirkt, wird sich zeigen müssen.

Außerdem bietet die Standard-Rift dank OLED-Displays bessere Schwarzwerte, eine etwas höhere Bildwiederholfrequenz (90 vs. 80 Hz) und hat Kopfhörer verbaut, Rift S nur Lautsprecher. Kopfhörer müssen bei Rift S über Klinke angestöpselt werden – das senkt den Nutzungskomfort. Ein Kopfhörer-Zubehör könnte optional angeboten werden, kostet dann aber extra.

In allen anderen Bereichen hat Rift S die Nase vorne: Das LC-Display löst höher auf (1.280 mal 1.440 Pixel pro Auge statt 1.080 mal 1.200 Pixel pro Auge), hat dank neuer Linsen und dreier Sub-Pixel pro Pixel (RGB) ein schärferes Bild mit einem geringeren Fliegengittereffekt und ist aufgrund des integrierten Trackingsystems “Oculus Insight” viel einfacher im Aufbau.

Konkurrenz für Rift S gibt es auch: Steam-Betreiber Valve möchte im Juni die VR-Brille Index auf den Markt bringen, die voraussichtlich mehr Technik für mehr Geld bietet, aber externes Trackingzubehör benötigt. Und HTC hat Vive Cosmos in der Mache. Zu dem Gerät sind allerdings bislang kaum Details bekannt, alles Wissenswerte steht hier.

Hardcore-VR-Enthusiasten interessieren sich mitunter für den Import einer VR-Brille des chinesischen Herstellers Pimax und HPs neue VR-Brille Reverb, die aber in erster Linie an Unternehmen vermarktet werden soll. Kaufen darf sie dennoch jedermann.

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