Gestern präsentierte Facebook eine neue, verbesserte Version der Oculus Rift. Was halten die US-Journalisten von Oculus Rift S?

Hinweis: Die technischen Eigenschaften der Rift S haben wir hier zusammengefasst.

Road to VR (Link)

Ben Lang kommt zunächst auf die Displays zu sprechen. Der bessere Füllfaktor des LC-Displays würde stärker zur Reduzierung des Fliegengittereffekts beitragen als die leicht höhere Auflösung. Das Bild sei ähnlich wie bei Oculus Rift, nur klarer. Der einzelne Bildschirm leiste insgesamt eine gute Arbeit trotz der reduzierten Hertzzahl. Der Redakteur konnte keinen Unterschied zwischen 80 und 90 Hertz feststellen.

Das Tracking sei fast identisch mit Rift, was Genauigkeit und Latenz betrifft, jedoch ein bisschen “zittriger”. Führe man die Controller zu nahe an den Kopf, wackeln sie etwas in der Virtual Reality. In manchen Titeln könnte das zu einem Problem werden, schreibt Lang. Das Trackingvolumen sei insgesamt “massiv verbessert” gegenüber den Windows-Brillen.

Rift S sehe wie eine komplett neue VR-Brille aus: sie sei ein wenig wuchtiger und hässlicher als das Original. Sie trage sich jedoch “sehr, sehr bequem”, habe eine bessere Gewichtsverteilung und sei gut einstellbar.

Die neuen Touch-Controller würden sich wie ein Rückschritt anfühlen, schreibt der Redakteur. Sie lägen nicht ganz so perfekt in den Händen wie das Original.

Die Rift S biete insgesamt mehr zu einem ähnlichen Preis, fühle sich aber nicht wie das Ergebnis von drei Jahren Forschung und Entwicklung an, schreibt der Redakteur in seinem Fazit.

Tech Crunch (Link)

Lucas Matney bezeichnet Oculus Rift S als “Fehltritt in Facebooks ansonsten herausragendem VR-Produktportfolio”. Das Produkt fühle sich wie ein Seitschritt statt ein Sprung nach vorne an. Die VR-Brille sei in einigen Punkten besser und in einigen Punkten schlechter als das Original. Ihm sei nicht klar, weshalb Oculus das Gerät gebaut hat.

Der Redakteur fand Gefallen am Inside-Out-Tracking, das zweifellos besser sei als bei den Windows-Brillen. Die Klarheit des neuen, höher aufgelösten Displays habe ihn “größtenteils” überzeugt.

Oculus Rift S sollte für viele Menschen bequemer zu tragen sein, die Verarbeitungsqualität  sei jedoch insgesamt ein Rückschritt. Die wuchtigere Lenovo-Designphilosophie werde hier offenkundig.

Die schlechteste Entscheidung sei gewesen, dass man auf die integrierten Kopfhörer verzichtet habe. Die Touch-Controller fühlten sich kleiner und etwas billiger an als die des Originals.

Die Rift S sei in echt besser als auf dem Papier, aber verglichen mit Oculus Quest und Oculus Go sei die VR-Brille unter Oculus’ Standards. Lenovo habe für Facebook eine Billig-Brille mit niedrigeren Herstellungskosten gebaut. Es sei merkwürdig, wie viel hochwertiger sich die Oculus Quest im Vergleich zur Rift S anfühle.

Ars Technica (Link)

Sam Machkovech hatte große Freude am Tracking. Selbst wenn er die Controller über den Kopf hielt, wurden sie korrekt erfasst. Zu Trackingunterbrüchen kam es erst, wenn er die Controller zu nahe an den Kopf hielt, zum Beispiel beim virtuellen Bogenschießen.

Die niedrige Hertzrate sei ihm nicht negativ aufgefallen, die Schwarzwerte seien jedoch etwas schlechter als bei Oculus Quest.

Er lobt die neue Nasenpartie der VR-Brille, die weniger Licht von außen hineinlässt und dass das Gerät nicht so stark gegen die Wangen drückt. Die VR-Brille sei insgesamt angenehmer zu tragen als Oculus Quest.

Upload VR (Link)

Das neue Display und die Optik brächten eine große Verbesserung bei der Bildklarheit und der Fliegengittereffekt sei erheblich reduziert, schreibt Ian Hamilton. Die niedrigere Bildwiederholrate sei nicht spürbar.

Die Kombination aus höher aufgelöstem Display, verbesserter Optik, Highend-Grafik und AAA-Inhalten (Asgard’s Wrath) würden die Messlatte für visuelle Qualität höher setzen.

CNET (Link)

Facebook VR-Strategie habe eine gespaltene Persönlichkeit, schreibt Scott Stein. Sich die Rift aufzuziehen, wäre, als würde man die im letzten Jahr erschienene Lenovo-Brille Mirage Solo aufsetzen.

Die Trackingqualität von Rift S und Quest sei “sehr ähnlich”. Generell würde der Unterschied zwischen mobiler und stationärer VR-Brille langsam dahinschwinden. Der Redakteur befürchtet, dass Konsumenten die Geräte nicht auseinanderhalten können und vermutet, dass die beiden Produkte in naher Zukunft verschmelzen werden.

Tested

Die Eindrücke der Tested-Redakteure sind im folgenden Video ab 17:00 zu sehen.

Quellen: Road to VR, Techcrunch, Ars Technica, UploadVR, CNET / Titelbild: Oculus

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