Wenn es um das Seherlebnis von VR-Brillen geht, wird häufig nur die Auflösung, Bildwiederholrate und Sichtfeldweite diskutiert. Das Virtual Dimension Center (VDC) Fellbach maß bei 15 VR-Brillen weitere wichtige Faktoren wie die Bildschärfe, den Kontrast und die Helligkeit.

Grundlage des Messaufbaus war ein standardisiertes 3D-Kopfmodell samt USB-Kamera und hochauflösendem Objektiv. Der künstliche Kopf wurde auf einem Tisch montiert und die VR-Brillen so darauf positioniert, dass die Kamera auf den Mittelpunkt der Linsen ausgerichtet war.

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Kopfmodell

Das Kopfmodell samt eingelassener Kamera, die das menschliche Auge simuliert. | Bild: VDC Fellbach

Ein professionelles Messgerät, das normalerweise zur Kalibrierung von Monitoren verwendet wird, ermittelte Werte wie Weiß- und Schwarz-Luminanz, Kontrast, Farbumfang und Farbtreue. Um die Lesbarkeit von Schrift zu messen, wurde eine standardisierte Sehprobentafel benutzt.

Die Testreihe lässt Messungen aktueller Geräte wie Quest 2 (Test), Valve Index (Test) und HP Reverb G2 (Reviews) vermissen. Die sollen laut den Prüfern in zukünftige Messungen aufgenommen werden. Sobald das geschehen ist, aktualisieren wir diesen Artikel – legt ihn euch gerne in die Lesezeichen.

Die Messergebnisse

In dem knapp dreißigseitigen Werkstattbericht des VDCs sind eine Vielzahl Messungen aufgeführt und analysiert, die hier nicht komplett beschrieben sind. Bei den gefetteten Werten handelt es sich um VR-Brillen mit OLED-Displays.

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Weiß_Luminanz

HTC Vive besitzt den Messungen nach die maximale Displayhelligkeit. | Diagramm: VDC Fellbach

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Schwarz_Luminanz

Die Messungen bestätigen, dass OLEDs den besten Schwarzwert bieten. Am dunkelsten sind die Displays der HTC Vive Pro, Oculus Quest und Samsung Odyssey. | Diagramm: VDC Fellbach

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Farbumfang

Auch beim Farbumfang trumpfen die OLED-Displays auf. “100” bedeutet, dass eine VR-Brille den vollen Farbumfang eines Standards (sRGB oder AdobeRGB) darstellen kann. | Diagramm: VCD Fellbach

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Farbtreue

Der orangene Balken beschreibt den Mittelwert der Farbabweichung. Je geringer der Wert, desto besser. | Diagramm: VDC Fellbach

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Bildschärfe

Das für die Messung der Bildschärfe ausschlaggebende Kriterium war die Linienbreite pro Pixelhöhe. | Diagramm: VDC Fellbach

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Bildkontrast

Den besten Kontrastwert (weißer Balken) bieten Samsung Odyssey, HTC Vive und HTC Vive Pro. | Diagramm: VDC Fellbach

VDC_Fellbach_Bildqualitäts_Messungen_Lesbarkeit_von_Schrift

Um die Lesbarkeit der Schrift zu messen, wurde der Mittelwert (orangener Balken) an lesbaren Zeilen über alle gemessenen Distanzen (4 – 13,84 Meter) hinweg gebildet. | Bild: VDC Fellbach

Fazit: VR-Bildqualität hat viele Kriterien

Das VDC Fellbach kommt zum Schluss, dass technische Eigenschaften wie Auflösung, Pixeldichte, Displaytyp und Subpixelmatrix nur eingeschränkt Aufschluss über die letztendliche Bildqualität einer VR-Brille (Vergleich) geben können.

VR-Geräte müssten auch auf Kriterien wie Bildschärfe und -kontrast, Weiß- und Schwarz-Luminanz, Farbumfang, Farbtreue und Lesbarkeit von Schrift untersucht werden.

“Nur so kann je nach Anwendungsfall eine optimierte Auswahl vorgenommen werden”, schreiben die Prüfer. Als Beispiel nennt das VDC Fellbach Design-Anwendungen und Fahrsimulationen, die unterschiedliche Anforderungen an VR-Brillen darstellen.

Außerdem müsse man beachten, dass die Linsen und der Linsenschliff ebenfalls eine wichtige Rolle spielten, unabhängig vom verwendeten Display.

Den vollständigen Werkstattbericht findet man auf der Internetseite des VDC Fellbach.

Quelle: VDC Fellbach, Titelbild: Facebook

Weitere Werkstattberichte und Beiträge des VDC:

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