Bericht: Snap will AR-Brille bringen

Bericht: Snap will AR-Brille bringen

Snap, das Unternehmen hinter der Social-Plattform Snapchat, will bei AR-Technologie Vorreiter bleiben und bereitet eine neue Tech-Brille mit Bildschirm vor.

Es war Snap, das AR-Filter beispielsweise für unterhaltsame Gesichtsanimationen über Snapchat einem größeren Publikum zugänglich machte. Lange Zeit waren die AR-Effekte das Aushängeschild der Social-Plattform und ein Alleinstellungsmerkmal am Markt. Mittlerweile sind sie überall.

Snap beschreibt sich selbst als „Kameraunternehmen“ mit Blick auf die Investitionen rund um visuelle Augmented Reality und entwickelt die eigene AR-Software kontinuierlich weiter. Längst sind die Effekte vom Gesicht in die Umgebung gewandert.

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Snap entwickelt Spectacles zur AR-Brille weiter

Mit den ersten drei Generationen Spectacles (Tests) hat Snap bereits mit dem Brillenformfaktor experimentiert. Doch die Spectacles waren bislang reine Kamerabrillen. Die aufgezeichneten Videos oder Fotos mussten an die Snapchat-Smartphone-App übertragen und dort dann mit AR-Effekten versehen werden.

Laut The Information plant Snap jetzt den nächsten Schritt bei der Entwicklung einer richtigen AR-Brille: Eine neue Snap-Brille soll in Arbeit sein, diesmal mit integriertem Bildschirm, sodass der Träger AR-Effekte sehen kann, ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen.

Die Brille soll die AR-Effekte der Snapchat-App direkt unterstützen: Beispielsweise könnte man einen Gesichtsfilter durch die Brillengläser direkt auf einer Person sehen. Wer seinen Partner oder die Partnerin also lieber mit oder ohne Bart oder mit roten statt braunen Haaren mag … ok, lassen wir das.

Snap ließ den Spring-Breakers-Regisseur Harmony Korine einen trippigen Spectacles-Film drehen.

Snaps Hotdog-Meme konnte man mit früheren Snap-Brillen erst nachträglich in der Snapchat-App auf eine Person legen. Mit einer richtigen AR-Brille würde das digitale Kostüm direkt auf einer Person erscheinen. | Bild: Snap

Snaps AR-Brille bleibt ein Experiment

Ähnlich wie die Spectacles soll sich das neue Modell zunächst primär an Kreative und Entwickler richten, die auf Basis der Hardware App- und Filter-Ideen für ein Massenpublikum entwickeln sollen. Parallel soll Snap an einer Drohne arbeiten.

Snap-Chef Evan Spiegel bezeichnete Brillen-Hardware zuletzt als Zehnjahresexperiment. Daher störten ihn die bisherigen Spectacles-Flops nicht: Die Kamerabrillen verkauften sich bislang schlecht.

Snaps Brillenversuche seien ein „sehr langfristig angelegtes Hardware-Experiment für Augmented Reality“, so Spiegel. Die große Mixed-Reality-Vision sei noch „mindestens zehn Jahre entfernt“.

2018 bezeichnete Spiegel AR in einer internen geleakten Memo als „große, riskante Wette“, mit der Snap das eigene Unternehmen und Computertechnologie insgesamt transformieren könne.

In dem Memo beschrieb Spiegel drei grundlegende Entwicklungsschritte: Die Kamera müsse lernen, die Welt zu verstehen. Programmierer und Kreative bräuchten hochwertige Entwicklungswerkzeuge. Und Snap will eine Hardware bauen, die das Smartphone ablösen kann.

„In der Geschichte der Computer wurde beim Wechsel einer Plattform viel Geld verdient – beispielsweise beim Übergang vom Großrechner auf den Heimcomputer, oder vom Heimcomputer zum Smartphone“, schreibt Spiegel. „Es ist entscheidend, dass Snap eine zentrale Rolle einnimmt beim Übergang hin zu Computern, die die Realität erweitern.“

Quelle: The Information | Titelbild: Snap

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