Meta: US-Kartellbehörde nimmt VR-Strategie ins Visier

Das Metaverse wird nicht von einem Unternehmen allein geschaffen, sagt Meta-Chef Mark Zuckerberg. Die US-Kartellbehörde FTC will sicherstellen, dass er sich daran hält.
Mit den Übernahmen von Instagram und WhatsApp schuf sich Meta-Chef Mark Zuckerberg eine Vormachtstellung bei sozialen Medien, die von Kritikern auch als Monopolstellung bei Online-Netzwerken gesehen wird.
Zu diesen Kritikern gehört die US-Kartellbehörde FTC (Federal Trade Commission). Sie will Instagram und WhatsApp aus dem Meta-Konzern wieder herauslösen. Eine nachgebesserte Klage der FTC gegen Meta dazu wurde kürzlich vor einem US-Bundesgericht angenommen. Der jetzt anlaufende Rechtsstreit dürfte allerdings Jahre in Anspruch nehmen und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich der Markt bis zu einem Ergebnis deutlich gewandelt hat.
Metas Metaverse-Pläne: FTC passt früher auf
FTC spricht mit VR-Studios
In diesem Kontext sind die derzeit laufenden Untersuchungen der FTC zu Metas VR-Strategie zu bewerten. Wie Bloomberg berichtet, hört sich die Behörde derzeit in der Branche um und spricht mit Studios und Unternehmen, die sich durch Metas Geschäftspraktiken benachteiligt fühlen. Mit welchen Unternehmen die FTC konkret spricht, ist nicht bekannt.
Einige VR-Studios übten bereits 2020 offen Kritik an Meta, das nach einem gescheiterten Übernahmeangebot Software kopiert oder blockiert haben soll, etwa bei der Fitness-Tracking-App von Yur oder dem WLAN-Streaming von Virtual Desktop.
Meta Quest 2: Preisgestaltung soll Konkurrenz verhindern
Auch Metas aggressive Preispolitik bei Quest 2, die nur durch starke Querfinanzierung aus anderen Geschäftsbereichen möglich ist, will die FTC gemeinsam mit Behörden der Bundesstaaten New York, Tennessee und North Carolina untersuchen. Die Behörden äußern sich derzeit nicht offiziell zu den Untersuchungen.
Im Kontext der Quest-Preisgestaltung steht der Vorwurf im Raum, dass Meta mögliche Konkurrenz bei Virtual Reality durch Unternehmen wie etwa HTC im Keim erstickt. Analysten-Schätzungen zufolge waren rund 75 Prozent der 2021 verkauften VR-Brillen von Meta, eine Steigerung von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Anekdotische Berichte aus der VR-Branche und die SteamVR-Statistiken zeigen ebenfalls, dass Meta das VR-Geschäft beinahe im Alleingang dominiert.
In Deutschland untersucht das Bundeskartellamt Metas VR-Strategie. Hier steht im Raum, dass sich Meta durch die Zusammenführung der Daten verschiedener Plattformen uneinholbare Wettbewerbsvorteile verschafft. Wegen der laufenden Verhandlungen verzichtete Meta bislang auf einen Verkauf der VR-Brille Quest 2 in Deutschland.
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