Valve Index: In Zukunft ohne Lighthouse?

Valve Index: In Zukunft ohne Lighthouse?

Vor knapp zwei Jahren kam die Valve Index auf den Markt. Verabschiedet sich Valve für einen möglichen Nachfolger vom Lighthouse-Trackingsystem?

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Zwei Jahre sind viel in der schnell sich entwickelnden VR-Industrie. Valves VR-Brille hat sich gut gehalten und bietet im Gesamtpaket noch immer das hochwertigste PC-VR-Erlebnis (siehe Valve Index-Test), auch wenn in Sachen Auflösung heute wesentlich mehr drin liegt, wie Oculus Quest 2 (Test), HP Reverb G2 (Test) oder Vive Pro 2 beweisen.

Das größte Manko der Valve Index sind die Basisstationen, die in der Wohnung installiert und mit Strom versorgt werden müssen. Die Trackingwürfel verkomplizieren die Einrichtung, schränken die Flexibilität des VR-Systems ein und treiben den Preis die Höhe: Rund 320 Euro kosten die Basisstationen im Einzelpaket.

Das SteamVR Tracking, das 2016 in der HTC Vive als „Lighthouse-Tracking“ sein Debüt feierte und noch heute das präziseste VR-Trackingsystem auf dem Markt ist, wirkt angesichts integrierter Trackinglösungen wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten.

Patent deutet möglichen Richtungswechsel an

Ein in diesem Monat erteiltes Valve-Patent zeigt, dass das Unternehmen zumindest in Richtung integrierter Trackingsysteme forscht. Das Patent beschreibt eine VR-Brille mit integrierten Sensoren fürs Raumtracking. Das gleiche System kommt seit 2017 in WMR-Brillen zum Tragen und hat sich spätestens mit Oculus Rift S und Oculus Quest als Goldstandard durchgesetzt.

Interessant am Patent ist das beschriebene Sensoraufgebot. Demnach kommt lediglich eine Kamera zum Einsatz, die von einer Vielzahl Optical-Flow-Sensoren ergänzt werden. Die meisten VR-Brillen (Vergleich) mit integriertem Trackingsystem setzen auf zwei bis vier Kameras.

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Eine Zeichnung aus Valves neuem Patent. | Bild: USPTO / Valve

Das Patent wurde Anfang 2018 zum ersten Mal eingereicht und seither mehrere Male überarbeitet. Der letzte Antrag beim US-Patentamt datiert auf Anfang 2021. Das zeigt, dass Valve bis in die Gegenwart an dem Patent feilte.

2017 äußerte sich der Valve-Ingenieur und Erfinder des SteamVR-Trackingsystems Alan Yates über einen möglichen Wechsel zu einem vollintegrierten Trackingsystem. Dieser werde stattfinden, „sobald es Sinn ergebe“. Prinzipiell arbeite Valve an sämtlichen Trackingverfahren, sagte Yates.

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Kommt eine autarke Valve Index 2?

Eine weitere, wichtige Investition in Richtung VR-Zukunft wäre eine kabellose Lösung für den potenziellen Valve Index-Nachfolger. Der könnte mit integriertem PC-VR-Streaming oder als komplett autarkes Gerät ähnlich Oculus Quest 2 und Vive Focus 3 erscheinen. Ein aktuelles Valve-Patent legt nahe, dass das Unternehmen entsprechende Forschung betreibt. Das Patent ist noch dazu recht aktuell: Es wurde im Herbst 2020 eingereicht und im März 2021 vom US-Patentamt erteilt.

Noch ist nicht gesichert, ob Valve überhaupt eine neue VR-Brille auf den Markt bringt. Entsprechende Andeutungen oder Leaks gab es bislang nicht. So oder so dürften Neuerungen wie integriertes Tracking und Drahtlos-VR keine Selbstverständlichkeit sein: Beides ginge mit Abstrichen in der Tracking- und Bildqualität einher, was Valves bisheriger Highend-VR-Strategie widersprechen würde.

Quelle: USPTO Report, Titelbild: Valve

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